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Weiberregiment
Von Hendrik Ebbers

Rezension erschienen: 18.08.2006, Serie: Belletristik, Autor(en): Terry Pratchett, Verlag: Goldmann Verlag, Seiten: 413, Erschienen: 2006, Preis: 8,95 Euro

Mit dem Roman "Weiberregiment" ist Terry Pratchet mal wieder ein Meisterwerk gelungen. Wie die meisten seiner Geschichten spielt auch dieser Roman auf der Scheibenwelt, die von vier Elefanten (Berilia, Tubul, Groß-T'Phon und Jerakeen) getragen auf dem Rücken der riesigen Schildkröte Groß-A’Tuin durch das Weltall schwimmt. Das über 400 Seiten dicke Taschenbuch führt den Leser diesmal in eine eher unbekannte Gegend der Scheibenwelt, dem kleinen Land Borograwien. Wie so viele Scheibenwelt-Romane hat auch dieses Buch einen sozialen Aspekt als Hauptthema. Diesmal dreht sich alles um die Emanzipation auf der Scheibenwelt.

Es herrscht Krieg zwischen den Ländern Borograwien und Zlobenien, was eigentlich nichts Besonderes ist, da Borograwien seit Menschengedenken immer wieder abwechselnd eines seiner Nachbarländer angreift. Geführt werden die Einwohner Borograwiens von ihrem Gott Nuggan, dessen andauernd erweiterten Gebote in letzter Zeit immer konfuser werden. Somit hält auch Nuggan die Semaphorentürme (Nachrichtentürme) Ankh Morporks, welche zuvor auf zlobenischer Seite lagen, für Blasphemie und lässt sie von den Borograwieanern niederreißen. Da dies die Wirtschaft der Metropole Ankh Morpork stark schwächen würde, werden eigene Truppen entsandt, um dem Krieg zwischen den beiden Ländern ein Ende zu bereiten. Unter ihnen befindet sich auch Kommandeur Sam Mumm und einige Mitglieder der Stadtwache.

Die Geschichte beginnt zu einem Zeitpunkt in dem die Einwohner Borograwiens durch den ewigen Krieg bereits stark geschwächt sind. Fast nirgends lassen sich mehr neue Rekruten auftreiben und die Nahrung für die Soldaten wird ebenfalls knapp. Da gelingt es Feldwebel Jackrum doch noch eine Truppe aus neuen Rekruten auf die Beine zu stellen. Neben einigen jungen Männern befinden sich auch ein Vampir, einem Troll und ein Igor in der Gruppe. Zusätzlich hat sich die junge Polly Perks in den "männermäßigen Haufen" eingeschlichen. Sie ist als Junge verkleidet aufgebrochen, um ihren an der Front verschollenen Bruder zu suchen. Doch schnell wird ihr klar, dass sie nicht die einzige Frau in der Einheit ist. Wird die Gruppe es trotzdem schaffen, ihr Land vor dem Untergang zu retten?

In "Weiberregiment" lässt sich mal wieder alles finden: Schwachsinn, Spannung, Trauer… Vor allem aber natürlich den unvergleichlichen Humor Terry Pratchets.
Der Roman sprüht wieder vom unverkennbaren Charme, der die Scheibenweltromane so genial werden lässt. Vor allem für Neueinstiger ist der Roman sehr gut geeignet, da er in einem komplett neuen Landstrich spielt und auch die Hauptzahl der Charaktere neu einführt. Eingefleischte Fans werden sich zusätzlich über die Auftritte Samuel Mumms und seinen Leuten freuen. Alles in allem ist der Roman uneingeschränkt zu empfehlen.




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