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Munchkin Fu
Von Marcus Pohlmann

Rezension erschienen: 07.07.2006, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Steve Jackson, Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: , Erschienen: 2006, Preis: 14,95 Euro

Die Munchkins sind wieder da!
Im neuesten Spiel der beliebten Munchkin-Reihe verlassen wir die Raumstationen und Verliese der Vorgänger und begeben uns mit Munchkin Fu in die finsteren Gassen einer beliebigen asiatischen Metropole, genau so, wie wir sie aus diversen (meist eher schlechten) Filmen kennen.

Bevor wir uns aber genauer mit dem Spiel beschäftigen, gibt es hier, für alle die mit dem Spielprinzip von Munchkin noch nicht vertraut sind, noch mal eine kurze Zusammenfassung:
Bei Munchkin handelt es sich um ein Kartenspiel, das man zwar laut Regelheft auch zu zweit spielen kann, aber es macht doch ungleich mehr Spaß, wenn man zu fünft oder sechst auf Monsterjagd geht. Das Spielziel ist es nämlich, mit dem eigenen Charakter die Erfahrungsleiter von Stufe 1 bis Stufe 10 (oder auch Stufe 20) empor zuklettern. Und diese begehrten Erfahrungsstufen erhält man üblicherweise durch das Besiegen von Monstern, den Verkauf überzähliger Ausrüstung oder durch spärlich verteilte Sonderkarten.
Das Spiel besteht aus zwei Kartenstapeln, nämlich den Türkarten hinter denen sich neben Monstern auch Flüche oder Fallen und manchmal auch positive Dinge wie Rassen, Klassen oder ähnliche Nettigkeiten verbergen und einen Stapel mit Schatzkarten, bei dem man sich nach gewonnenem Kampf bedienen darf.
Um grade am Anfang starke Monster besiegen zu können ist man häufig auf die Hilfe seiner Mitspieler angewiesen. Da die Mitspieler aber selten aus reiner Nächstenliebe helfen, kommt es immer wieder zu angeregtem Gefeilsche, um die gesammelten Schätze als Belohnung zu verteilen.
Monster besiegt man ganz einfach, in dem man seine Erfahrungsstufe und die Boni seiner Gegenstände, von diversen Zusatzkarten und eventueller Helfer addiert oder subtrahiert und mit der Stufe des Monsters vergleicht. Ziel ist es, die Stufe des Monsters zu übertreffen, wobei die Mitspieler natürlich nach Belieben die eine oder andere Seite im Kampf unterstützen können. Wenn es gelingt das oder die Monster zu beseitigen, geht es an die Aufteilung der erbeuteten Schätze.
Falls es einmal nicht gelingt, ein Monster zu besiegen, hat man immer noch die Möglichkeit zu flüchten. Dies wird durch einen einfachen Würfelwurf erledigt. Sollte auch dies misslingen, so muss man sich auf Schlimme Dinge gefasst machen. Diese reichen vom Verlust eines Gegenstandes bis zur vollständigen Auslöschung des Charakters.

Die kleine, handliche Box mit ihren 168 Karten enthält wieder die bewährte Mischung aus Klassen, Monstern, Fallen und Schätzen wie sie auch aus den anderen Sets bekannt ist und zusätzlich die neuen Kartentypen Mook und (Kung-Fu-)Stil. Jedes Klischee, welches man aus dem asiatischen Kino kennt wird hier bedient und dabei hemmungslos auf die Spitze getrieben. Daneben braucht man nur noch einen W6 und eine Möglichkeit die jeweilige Erfahrungsstufe der Spieler anzuzeigen, diese liegen der Box nicht bei, sollten aber in jedem Haushalt vorhanden sein.
Wirkliche Unterschiede zu den anderen Munchkin-Spielen gibt es eigentlich nur wenige: Auf Rassen wurde zu Gunsten der Kung-Fu-Stile verzichtet, die Mietlinge heißen jetzt Mooks und können mittels Monsterverstärkern aufgewertet werden, es gibt spezielle Hong Kong-Monster, die mit anderen Hong Kong-Gegenständen oder -Monstern zusammen gespielt werden können und die Illustrationen sind ausnahmsweise nicht von John Kovalic sondern von Greg Hyland.

Die vier neuen Klassen, die uns Munchkin Fu beschert sind der Samurai, der besondere Boni für den Kampf mit Schwertern erhält und mehr Stufen aufsteigt, wenn er (alleine) gegen besonders mächtige Monster antritt, der Ninja hat die Möglichkeit Handkarten abzulegen und damit seine Kampfkraft zu erhöhen oder aus einem Kampf zu fliehen, der Mönch kann Monsterverstärker nutzen um sich selbst Boni zu verleihen und kann im Gegensatz zu den anderen Klassen zwei Kampfstile beherrschen und zu guter Letzt noch der Yakuza, der für jeden gewonnenen Kampf eine zusätzliche Gassenkarte ziehen kann und im Tausch gegen Handkarten ein Monster vom Ablagestapel auf die Hand nehmen kann.

Fazit:
Wer bei Munchkin Fu ein spektakuläres und innovatives Spielkonzept erwartet wird sich wohl auf eine Enttäuschung gefasst machen müssen.
Alle anderen bekommen mit dem neuesten Mitglied der Munchkin-Familie ein schnelles, leicht zu erlernendes Kartenspiel, das mit vier oder mehr Mitspielern enorm viel Spaß macht und das man sowohl kurz zwischendurch, als spannendes Turnierspiel oder auch als abendfüllende Partyunterhaltung nutzen kann.
Die Illustrationen sind durchweg gut gelungen, sehr passend und recht witzig, die Übersetzung von Birger Krämer ist gewohnt souverän, der Preis ist angemessen (und gemessen am amerikanischen Original, günstig) und der Schwierigkeitsgrad nicht zu hoch.
Grade Rollenspieler oder Fans des asiatischen Kinos/Mangas, die ihr Hobby nicht ganz so ernst nehmen, werden an diesem Spiel ihre helle Freude haben. Aber auch Nicht-Rollenspieler können sich nach einer kurzen Eingewöhnungszeit für dieses Spiel begeistern.

Nebenbei sollte noch erwähnt werden, das Munchkin Fu mit allen Grundspielen der Reihe kombinierbar um eine wirklich unüberschaubare Fülle von Möglichkeiten zu bieten.




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