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Dragonlance: Die Kinder der Drachenlanze 1+2: Drachensturm + Die Drachenkönigin
Von Volker Thies

Rezension erschienen: 07.10.2006, Serie: Belletristik, Autor(en): Margaret Weis, Tracy Hickman, Verlag: Blanvalet Verlag, Seiten: 316, Erschienen: 2006, Preis: 8,00 Euro


Nur wenige Fantasy-Reihen haben es auf eine Lebensdauer und eine Bändezahl wie die Drachenlanze-Romane mit ihren diversen Folgeserien gebracht. Inzwischen ist auf der Welt Krynn ein neues Zeitalter angebrochen, nachdem die Götter die Welt im Stich gelassen und auch die Drachen erheblich seltener geworden sind. Der Zyklus die "Kinder der Drachenlanze" erscheint jetzt in dickleibigen Doppelbänden, angeführt von Drachensturm/Die Drachenkönigin.

Die beiden Romane zeichnen sich dadurch aus, dass die Handlung auf verschiedene Schauplätze aufgespalten wird. Jedes Ereignis erscheint für sich rätselhaft, doch strahlen sie alle eine Ahnung von epischen Umwälzungen aus, die wieder einmal über die Welt Krynn hereinzubrechen scheinen. Jedenfalls geschehen zahlreiche seltsame Dinge. So stolpert der verstoßene Elfenprinz Silvan scheinbar per Zufall durch den magischen Schild in das Elfenreich Silvanost, das sein Volk vergebens zu durchdringen suchte. Ebenso unerwartet findet er sich nach kurzer Zeit auf dem Thron wieder. In dem anderen großen Elfenreich Qualinost entfaltet sich ein Intrigenspiel um die Königinmutter, den anscheinend dekadenten Thronfolger und um Marschall Medan, den Anführer der Besatzungstruppen der Ritter von Neraka. Ein anderer Trupp dieser Ritter stößt auf ein seltsames Mädchen namens Mina, das sich als Abgesandte eines unbekannten Gottes ausgibt und mit ihrer überwältigenden Ausstrahlung und unglaublichen magischen Fähigkeiten schnell zur Anführerin einer großen Streitmacht wird. Schließlich taucht auch noch Tolpan Barfuß auf, der seit Jahrzehnten für tot gehaltene Kender-Held.

Langsam aber sicher beginnen sich diese Handlungsstränge miteinander zu verflechten. Während Mina mit ihrer Streitmacht und dem festen Glauben an eine göttliche Mission gegen Silvanost zieht und dort Umwälzungen auslöst, die das Ende der Isolation der Elfen aber vielleicht auch deren Untergang bedeuten könnte, macht Tolpan sich auf den Weg nach Qualinost. Allmählich wird klar, dass der Kender mit der Hilfe eines mächtigen magischen Gegenstands in die Zeit nach seinem eigenen Tod gereist ist, aber genau diese Tat die Welt zu einem wesentlich düstereren Ort gemacht hat, als sie hätte sein können. Spätestens nachdem die Zeitmagie ins Spiel kommt, treten auch die mächtigen Drachen auf die Bühne, und die undurchdringlichen Ränke in Qualinost verdichten sich, bis schließlich wieder Drachenflügel die Sonne verdunkeln.

Auch die beiden Romane müssen erst ein wenig Fahrt aufnehmen. Vor allem in Drachensturm lässt hier und da die Spannung doch etwas auf sich warten. Dort, wo die Autorinnen es mit altbekannten Gestalten wie Tolpan und Palin Majere zu tun hat, wo es um kleinteilige Handlung geht, hat man ein Stück solide Fantasy-Literatur vor sich. Wo allerdings die hohe Epik auf den Plan tritt, etwa beim Erscheinen der mysteriösen und in gewissem Sinne auch düsteren Mina oder beim überraschenden Aufstieg Silvans zum Elfenkönig, gelingt es ihnen nicht, die Dramatik zu vermitteln. Die Charaktere nehmen grundlegende Umwälzungen ihrer Wirklichkeit seltsam gelassen wahr, und auch die Erzählweise ist fern von der Handlung, manchmal rückt sie sogar fast in die Nähe von einer Art "Amtsdeutsch". Befremden löst auch die Darstellung der Elfen aus, die so gar nichts Elfisches an sich haben. Im Prinzip wirken sie wie Menschen, mit Eigenschaften wie Geldgier, mit hierarchischen Gesellschaftsstrukturen und sogar mit Ackerbau. Der zweite Roman "Die Drachenkönigin" bringt da schon mehr Spannung mit, was insbesondere daran liegt, dass die Intrigen in Qualinost und damit die wohl vielschichtigste Gestalt des Romans, Marschall Medan, in den Blickpunkt rückt. Ein kleines Ärgernis am Ende ist der fast beiläufige Tod des einst gefürchteten Drachen Cyan Blutgeißel.

Fazit: Der Doppelroman hat zumindest in seiner ersten Hälfte seine Längen und auch die eine oder andere erzählerische Schwachstelle. Zum Ende hin nimmt er aber deutlich an Fahrt auf und wird zu einem zwar nicht bahnbrechenden, aber doch recht unterhaltsamen Stück Fantasy-Literatur.




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