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Warhammer 40.000: Tödliche Mission
Von Gregor Mascher

Rezension erschienen: 04.11.2007, Serie: Belletristik, Autor(en): Dan Abnett, Verlag: Heyne Verlag, Seiten: 432, Erschienen: 2006, Preis: 7,95 Euro


Die Geschichte um Gaunts Geister, das mittlerweile berühmteste Regiment der Imperialen Armee geht weiter. Mit Tödliche Mission (Originaltitel Straight Silver) geht Dan Abnetts Romanreihe in die sechste Runde.

Auf Aexis dauert der Krieg bereits Jahrzehnte. Auf der einen Seite stehen die imperiumstreuen Einheiten, auf der anderen Verbände, die zumindest grundsätzlich dem Erzfeind, den Mächten des Chaos, zuzuordnen sind.
Beide Seiten setzen auf Mittel der Kriegsführung, wie sie im Ersten Weltkrieg in Europa üblich waren: Ausgedehnte Grabensysteme, Stacheldrahtverhaue, tagelanges Trommelfeuer der Artillerie und selbstmörderische Angriffe von Infanterie- und Kavallerieverbänden quer durch das Niemandsland zwischen den Kontrahenten.
Das Oberkommando auf dem Planeten ist offenbar auch nicht bereit, neuen Wegen eine Chance zu geben, sondern beharrt auf hergebrachten Methoden und veralteten Waffen, wogegen der Feind mittlerweile Unterstützung durch Einheiten des Blutpaktes erhält.
Die Regimenter der Imperialen Armee, die zur Unterstützung der lokalen Truppen landen, sollen nach dem Willen des planetaren Oberkommandos wie reguläre Infanterie in den Schützengräben eingesetzt werden, ohne dass die Fähigkeiten der verschiedenen Truppen zur Kenntnis genommen oder gar angewandt werden.
Das ist natürlich alles andere als im Sinne von Oberst-Kommissar Gaunt und seinem Regiment von Stealth-Experten. Und so muss das Tanith einmal mehr nicht nur den massiven Feindbeschuss überleben, sondern auch die erneuten politischen Grabenkämpfe und Intrigen übergeordneter Offiziere. Aber es hat schon seinen Sinn, auf Aexe Cardinal zu sein, denn in diesem Feldzug geschieht nichts ohne Grund…

Abnett schreibt spannende, wenn auch oft sehr brutale Military Science Fiction. Dabei greift er häufig auf die Vielseitigkeit der englischen Sprache zurück, die ein erheblich höheres Maß an Wortspielen zulässt, als die deutsche Sprache. Das merkt man dem Buch leider deutlich an, denn irgendwie will der Funke bei den Dialogen nicht recht überspringen.
Die Szenerie des Romans dürfte den meisten Lesern sehr bekannt vorkommen, nimmt Abnett doch erhebliche Anleihen aus den Grabenkämpfen des ersten Weltkrieges in Westeuropa. Man beginnt bei all den Bombardements und Nebenhandlungen irgendwann ernstlich um die liebgwonnen Geister-Charaktere zu fürchten, schließlich hat Abnett gezeigt, dass er vor dem Töten beliebter Charaktere nicht zurückschreckt.
Bei Szenerien und Ereignissen gibt es ganz klar nichts zu meckern. Die Handlungsorte sind bildhaft be- und die Szenen flüssig geschrieben, so dass man auch den actionlastigen Abschnitten problemlos folgen kann.

Mit 430 Seiten ist die deutsche Version des Romanes rund 100 Seiten stärker als das englischsprachige Original. Leider wurde auf das Originalcover verzichtet und stattdessen eine Illustration aus einer deutschsprachigen Games Workshop Publikation zurückgegriffen, die keinen direkten Bezug zum Inhalt des Buches hat.

Fazit: Insgesamt ein durchaus unterhaltsamer, wenn auch nicht der beste Romane um das Erste und Einzige Tanith. Wer allerdings des Englischen mächtig ist, sollte lieber auf das englischsprachige Original zurückgreifen.




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