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Die Drachen
Von Jan-Hendrik Kalusche

Rezension erschienen: 10.09.2006, Serie: Belletristik, Autor(en): Julia Conrad, Verlag: Piper Verlag GmbH, Seiten: 508, Erschienen: 2006, Preis: 9,95 Euro

Julia Conrad wurde 1950 in Wien geboren. Neben "Die Drachen" hat sie auch schon verschiedene Jugendbücher und Krimis veröffentlich. Die menschenscheue Autorin tritt aber lieber hinter ihr Buch zurück und hält die Geschichte für wichtiger als sich selber. Sie lebt auch heute noch in Wien.

Murchmaros, eine Welt, die gerade erst entstanden ist. Hier leben Fabelwesen, Drachen und Menschen einträchtig beieinander. Die Menschen lernen von den weisen Drachen und beginnen sich langsam auszubreiten. Doch der Frieden trügt. Tief unter dem Südmeer schmiedet der Wasserdrache Drydd zusammen mit seinen Getreuen finstere Pläne. Aus Neid wollen sie alles Leben an Land auslöschen. Nur direkt angreifen können sie nicht, dafür sind sie nicht gebaut. Also spannen sie den Sonnendrachen Phuram für ihre Zwecke ein. Phuram bannt die drei göttlichen Drachen mit magischen Schwerten in den Abgrund und schwingt sich zum Herrscher über Murchmaros auf. Nur eine Prophezeiung verheißt, das die drei Drachen einstmals wieder über die Erde herrschen werden. Dann, wenn die dreizehn Auserwählten auf der Erde wandeln und sich Phurams Gesicht verschleiert, wird das Ende seines Reiches gekommen sein.
Jahrhunderte ziehen vorbei. Kleine Zeitspannen für einen Drachen. Endlich ist es soweit. Überall auf der Welt beginnen die Guten sowie auch die Bösen zu spüren, dass die Auserwählten unter ihnen wandeln. Eine Jagd nach ihnen beginnt. Schließlich machen sich von den ursprünglichen Dreizehn Neun auf den Weg in die alte Drachenstadt Luifinlas. Der Weg ist lang und bedrohlich und keiner weiß, ob sie es schaffen werden, aber der Mut der Verzweifelten treibt sie voran.

Nach "Die Orks", "Die Zwerge", "Die Elfen", und "Die Trolle" nun also "Die Drachen". Ich war skeptisch, als ich das Buch das erste Mal in der Hand hielt. Konnte so eine Ansammlung an Titel überhaupt fortgeführt werden, ohne irgendwann seine Qualität zu verlieren? Jetzt nachdem ich "Die Drachen" gelesen habe, bin ich mir da immer noch nicht so sicher. Es ist eine wunderbare Geschichte voller Wunder, mit einem belebten Kontinent und einer wunderbaren Sagenwelt. Aber da liegt leider auch eines der Probleme. Die Welt ist so lebendig, dass man sich mehr als einmal fragt, welcher Drache, Volksstamm oder welches Monster den gerade gemeint war. Auch beschreibt Julia Conrad die Welt so wunderbar schillernd und bunt wie ein wirklicher Drache. Davon könnte manch einer abgeschreckt werden, weil es an einigen Stellen doch an die Grellheit und Lautstärke einer Loveparade erinnert. So kam es mir zum Teil jedenfalls vor.
Dafür lässt sich das Buch aber dann doch erstaunlich flüssig lesen und an manchen Stellen mag man es beinahe schon gar nicht mehr aus der Hand legen, weil es einfach so spannend ist.
Wer also ist mit diesem Buch gut beraten? Auf jeden Fall all die Leute, die Drachen schon immer als die besten Geschöpfe im Fantasy-Bereich ansahen. Außerdem diejenigen, die gerne Geschichten aus Welten lesen, die so neu und so groß sind, das sie unendlich viele Möglichkeiten für neue Geschichten bieten. Alle anderen sollten vielleicht ein wenig in das Buch hineinlesen und dann entscheiden, ob sie mit Julia Conrads Stil zurechtkommen. Den wer damit zurechtkommt, hat ein faszinierendes Buch in der Hand




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