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White Dwarf 127 - Juli 2006
Von Michael Mingers

Rezension erschienen: 08.07.2006, Serie: Zeitschriften, Autor(en): , Verlag: Games Workshop Deutschland GmbH, Seiten: 121, Erschienen: 2006, Preis: 5,95 Euro


Mit diesem White Dwarf beginnt die Sommerkampagne für Warhammer 40.000 um den Untergang der imperialen Welt Medusa V. Im Inneren des Magazins bekommt man neben der neuerdings leider gewohnt chaotischen Aufteilung auch wieder ein Vorwort, das in weiten Teilen nur Werbung darstellt.

Nachdem man sich dann durch elf Seiten Neuerscheinungen geblättert hat, wird man zunächst sich über den verschwendeten Platz ärgern. Eine Doppelseite um fünf Miniaturen aus der Gotrek & Felix-Reihe vorzustellen ist wirklich zu viel des Guten, vor allem, da die Modelle im Heft noch ausführlich vorgestellt werden.

Um die beginnende Kampagne präsentieren, werden zunächst aus älteren Ausgaben bereits bekannte Informationen wiederholt und dann ein erzählerischer Spielbericht vorgestellt. Erzählerisch heißt leider: viele Bilder und wenig Text. Das Szenario um die Rettung von imperialen Offiziellen ist an sich zwar sehr nett, wird aber durch die Aufmachung des Berichtes völlig zerstört. Man kann nicht wirklich nachvollziehen, welche Armee wann wo was getan hat. Das liest sich weder gut, noch kann man daraus etwas lernen.

Im Anschluss erklärt Jervis Johnson dann in der Standartenträger-Kolumne, dass es am wichtigsten ist, Miniaturen von Games Workshop zu sammeln und das Spielen mit den Figuren nur ein Bonus wäre. Um dieser sehr unsubtilen Werbung mehr Gewicht zu verleihen, zieht er sogar seine beiden Kinder als Beispiele heran. Wieder einmal beweist er, dass der Standartenträger die schwächste Artikelserie der White Dwarf-Geschichte ist. Darauf folgt der bereits erwähnte Bericht über Gotrek & Felix. Es wird kurz etwas zu jedem Modell und Charakter gesagt, sowie knappe Bemaltipps für die Modelle gegeben. Am Ende des Artikels gibt es noch einen Werkstattbericht sowie eine Leseprobe aus dem kommenden Roman "Orcslayer". Die nächsten sechs Seiten sind dann als Basteltipps getarnte Werbung für diversen Bastelkram von Games Workshop.

Herr der Ringe-Fans erhalten diesen Monat kaum etwas an neuem Material. Gerade einmal vier Seiten widmen sich den Waldelben und geben taktische Tipps zu dieser Armee. Dann noch einmal vier Seiten Basteltipps für den Eingang in die Höhlen der Spinnenkönigin sowie einige Umbautipps für Spinnenmodelle. Sechs Seiten hat der Artikel über die Bestien des Chaos, der diese Armee wieder ins Gedächtnis zurückrufen soll. Ein unentschlossenes Zwitterding zwischen Schaukasten und Bemalanleitung stellt dann Waldelfenmodelle vor, inklusive Beispielen für jahreszeitabhängige Farbschemas.

Irritierend sind die sechs Seiten über die Zusammenbaumöglichkeiten der Eldar Waffenplattformen sowie der Tau Geist-Kampfanzüge, da so etwas eigentlich Teil der Miniaturenbox sein sollte. Immerhin werden die Regeln für die Miniaturen auch abgedruckt, ebenso wie ein fantastisch bemaltes Modell, welches die Tarnfähigkeit des Geist-Kampfanzuges eindrucksvoll demonstriert.

Das letzte Drittel des White Dwarfs wird von einem Brief des deutschen Chefredakteurs eingeleitet, der dort durch die Blume erklärt, wieso das Magazin so stark nachgelassen hat. Nur noch das hintere Drittel des White Dwarfs werden von der deutschen Redaktion betreut, der Rest wird aus England vorgegeben. Der hintere Teil hat nicht nur ein eigenes Inhaltsverzeichnis, sondern enthält auch die besten Artikel des Magazins. Ein 10.000-Punkte-Schlachtbericht liest sich eigentlich sehr interessant, muss aber leider mit vier kümmerlichen Seiten auskommen. Die Qualität der Photos aus der deutschen Redaktion hat sich aber gegenüber den alten Ausgaben enorm verbessert. Neben den leider sehr zahlreichen Hinweise auf Veranstaltungen von Games Workshop findet sich wieder ein knapper Nachbericht des zweiten Heats des Grand Tournaments sowie ein knapper Bericht über den Geländebau-Hobbytag für Warhammer 40.000 in der Drakenburg. Dok Schraubas Oparazionztisch zeigt dann wie bekannt einige mehr oder weniger ungewöhnliche und aufwendige Umbauten sowie einige passende Basteltipps.

Das große Highlight des ganzen White Dwarf ist aber die umgebaute Armee von Cathay. Auf Basis der Bretonen wurde hier eine komplett neue Armee zu einem bisher noch nicht näher bekannten Volk der Warhammer-Welt geschaffen. Hier stecken so viele gute Ideen und Umbauten drin, dass man sich gar nicht an den Modellen satt sehen kann. Eine wirklich gute Idee und dazu noch glänzend umgesetzt.

Insgesamt können die Armee aus Cathay und der fantastische Maljob am Tau-Geist-Kampfanzug den White Dwarf aber nicht retten. Es gibt wieder zu viel Werbung, zu viele große Bilder statt Texten und zu wenig Material, mit dem man effektiv etwas anfangen kann. Die vom Chefredakteur angesprochene neue Organisationsstruktur des White Dwarf mag für die Zentrale effektiver und billiger sein, aber besser ist sie nicht. Jedenfalls nicht, solange die Inhalte nicht überzeugender werden.




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