Willkommen Gast - LORP.de v2.45.00
LORP.de  
Seite drucken Seite empfehlen Leserbrief schreiben Translate into English with Google
 

Startseite » Rezensionen » Belletristik » Fantasy » Die Nacht der Schlange. Ein aventurischer Kriminalroman.

Die Nacht der Schlange. Ein aventurischer Kriminalroman.
Von Markolf Hoffmann

Rezension erschienen: 01.05.2001, Serie: Belletristik, Autor(en): Bernhard Hennen, Verlag: Wilhelm Heyne Verlag, Seiten: 300, Erschienen: 2000, Preis: 32 DM

Dies ist Bernhard Hennens zweiter Roman, der in den verruchten Gassen Al'Anfas spielt - jener großartigen Metropole im Süden Aventuriens, die dank ihrer Dekadenz und ihres auf Sklaverei beruhenden Reichtums zu den faszinierendsten Städten des Rollenspiels 'Das Schwarze Auge' zählt. "Das Gesicht am Fenster", Hennens erster Al'Anfa-Roman, war ohne Zweifel einer der besten Bände der DSA-Reihe und wurde zurecht von den Fans bejubelt. Kein Wunder also, dass Hennens neuer Roman nun als Hardcover erscheint.
Worum also geht es in "Die Nacht der Schlange"? Zunächst steht der Mord an einem Wächter der Stadtgarde im Vordergrund der Handlung. Da es sich nicht - wie es zunächst scheint - um einen simplen Raubmord handelt, werden die wortkarge Commadanta Olibano und der ehrgeizige Weibel Ilian Nandor mit der Aufklärung des Falles betraut; und natürlich führen ihre Ermittlungen sie in die höchsten Kreise.
Gleichzeitig breitet sich in Al'Anfa eine geheimnisvolle Seuche aus. Verzweifelt versucht der Patriarch, die Krankheit einzudämmen, die an eine einstige Katastrophe gemahnt: An die Seuche, die der Todesgott Boron über Al'Anfa sandte, um die Stadt für ihre Dekadenz zu strafen. Stecken etwa die Heptarchen, die Erben des Dämonenmeisters Borbarad, dahinter?
Bevor dieses Geheimnis gelüftet wird, wartet eine spannende, kriminalistischen Spurensuche auf die Leser. Ein Fantasy-Krimi also, der von der Stimmung Al'Anfas lebt, die Bernhard Hennen wieder einmal sehr gut einzufangen vermag (wenn auch nicht ganz so meisterlich wie in 'Das Gesicht am Fenster').
Leider verrennt sich die Handlung bald in unzähligen Nebensträngen; Hennen gestattet sich immer häufiger "Seitenblicke" auf Randfiguren (wie den Gardisten Rondarion, die Hure Ines, den Patriarchen Amir Honak, den intriganten Magier Ischan Perval, den obersten Stadtkommandanten Oboto Floris etc. etc.). Dies wäre bei einem voluminösen, tausendseitigen Fantasy-Schinken kein Problem - doch im vorliegenden Fall lenkt es von der eigentlichen Haupthandlung ab. Letztlich erscheint die Auflösung des Falles recht banal, ein abrundender Höhepunkt fehlt. Dennoch: Unter den DSA-Romanen ist 'Die Nacht der Schlange' ein Ausnahmefall - ein spannender, gutgeschriebener Kriminalroman, der es vermag, Aventurien zum Leben zu erwecken, anstatt es nur als Abziehfolie für 0/8/15-Fantasy zu verwenden. DSA-Fans sollten ohne Bedenken zugreifen ... und Bernhard Hennen weitere Al'Anfa-Romane schreiben.




LORP.de Copyright © 1999 - 2019 Stefan Sauerbier, Alle Rechte vorbehalten.