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Der grosse Baccanaq
Von Stefan Sauerbier

Rezension erschienen: 15.02.2001, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Ralf Hlawatsch, Verlag: Fantasy Productions GmbH, Seiten: 48, Erschienen: 2000, Preis: 19,95 DM


Wir befinden uns im Dschungel Südaventuriens. Unser Held hat den Auftrag erhalten ein seltenes Artefakt aus Echsenpyramide zu besorgen. Als er nun endlich das Artefakt in seinen Händen hält, setzt das Abenteuer "Der Grosse Baccanaq" von Ralf Hlawatsch ein. Wie die Beschreibung auf der Coverrückseite bereits ahnen lässt, ist dies nur der Anfang und dient, wie sich später noch deutlich zeigt, nur als Rahmenhandlung. Mit nur gerade einmal 48 Seiten und knapp 215 Abschnitten verspricht dieser Abenteuerband nur ein kurzweiliges Vergnügen. Unser Held, nachdem der nur mit Glück dem Grabmal entkommen konnte, schliddert im wahrsten Sinne des Wortes ein eine, weitaus abteuerlichere Mission hinein. Mit seinem Artfakt in den Händen macht er sich auf nach Al'Anfa um sich seinen Lohn zu holen, doch es kommt natürlich anders als erwartet: er wird von blutrünstigen Affen verfolgt, von Straßenbanditen bis aufs Hemd ausgeraubt und landet fast in der Sklaverei. Natürlich wird sich jeder Held auf die Suche nach dem Räubern machen, doch zuvor muss er sich um einen Sklavenaufstand kümmern, denn die Sklaven eines großen Gutes halten ihn für den Heiland, den Retter, der sie in die Freiheit führen wird. Ob ihm dies gelingt oder ob er die Sklaven in ihr Verderben rennen lässt, bleibt dem Spieler dieses Solos vorbehalten. Natürlich entscheidet sich hier auch der weitere Verlauf des Abenteuers. Es bleiben viele Möglichkeiten um sein Ziel zu erreichen, das Artefakt wiederzufinden und abzuliefern oder vielleicht noch etwas weitaus Heldenhafteres zu tun. Die Alternative zu Sterben bekommt wird aber von Hlawatsch sehr oft, fast schon zu oft berücksichtigt, so dass der Held von einem Abschnitt zum Nächsten stirbt, ohne, dass der Leser etwas dagegen tun kann, außer neu zu beginnen oder zurückzublättern.
"Der grosse Baccanaq" ist ein gutes Abenteuer für Zwischendurch. Mit seiner niedrigen Komplexität und seinen Stufenanforderungen (2.-4. Stufe) kann sich der ein oder andere Held die ein oder anderen Abenteuerpunkte holen. Jedoch sollte man sich bei derart niedrigen Anforderung nicht allzu große Hoffnungen machen: ungefähr 130 Abenteuerpunkte sind durchschnittlich drin und ein oder zwei nette Gegenstände.
Im Vergleich mit dem "Netz der Mörder" findet man hier kein großes Abschnittswirrwarr vor. Das Abenteuer ist übersichtlich strukturiert und Ralf Hlawatsch hat hier auf das Vermeiden von "Mogeleien" durch verschiedentlich Techniken verzichtet, auch wenn an zwei Stellen der Autor sein Wort indirekt an die Spieler selbst richtet und ihn darauf hinweist, dass "Mogeln" unfair ist. Man sollte sich hierbei überlegen, ob es der Spielatmosphäre zuliebe nicht besser wäre, derartige Passagen vollständig außen vor zu lassen und einfach darauf zu vertrauen, dass der Spieler eines Solos den rechten Weg nicht verlässt.
Die Idee des "grossen Baccanaq" ist für ein Soloabenteuer stößt aber vom Konzept her bereits an die Grenzen des Realismus. Es ist unwahrscheinlich, dass ein einzelner Held nur durch wenige Abschnitte einen ganzen Sklavenaufstand bekämpfen, bzw. die Sklaven befreien kann. Eine Gruppe von Helden hätte dabei sicher größere Chancen. Im Anhang dieses Solo findet sich auf drei Seiten das Abenteuer als Gruppenszenario kurz skizziert. Das "der grosse Baccanaq" auch als Gruppenabenteuer vorgestellt wird, ist eine gute Idee, leider mangelt es ein wenig in der Umsetzung, so hätte man diesem Teil des Heftes mehr Platz einräumen sollen, zumal die Geschichte besser für eine Gruppe geeignet ist als als Solo.

Für alle Abenteurer, die es kurzzeitig in den Dschungel zieht oder in der Gegend von Al'Anfa gerade an potentieller Langweile leiden, sei dieses Solo auf jeden Fall empfohlen. Erweiterungen wie "Al'Anfa und der tiefe Süden" sind hier nicht von Nöten, das Solo ist völlig Unabhängig spielbar.

Mit 19,95 DM weist "der grosse Baccanaq" aber für ein doch recht dünnes Heftchen mit magerem Inhalt einen stolzen Preis auf. Daher sollte man sich vor dem Kauf überlegen, ob dieser Preis mit der kurzweiligen Lektüre von ein bis zwei Stunden für einen selbst vereinbar ist.


Preis/Leistung: 5/10
Idee: 5/10
Layout: 6/10
übersichtlichkeit: 6/10
Gesamt: 6/10




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