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Tradetalk #6
Von Stefan Sauerbier

Rezension erschienen: 15.02.2001, Serie: Zeitschriften, Autor(en): Ingo Tschinke (Hrsg.), André‚ Jarosch (Hrsg.), Verlag: The Chaos Society - c/o Ingo Tschinke, Seiten: 46, Erschienen: 2000, Preis: 8,60 DM


Die Tradetalk ist eine etwas unbekanntere Zeitschrift, die fünfmal im Jahr mit einem Bezugspreis von 43,- DM erscheint. Als Fanzine mit starkem Bezug zu RuneQuest, Hero Wars und der Welt Glorantha kann man Tradetalk schon als Fachzeitschrift bezeichnen die von der Chaos Scociety veröffentlicht und auch in übersee vertrieben wird. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass Tradetalk in englischer Sprache erscheint.
Diese Ausgabe hat seinen Schwerpunkt auf das Diebesvolk und seine Organisation. Außerdem findet sich der vierte und letzte historische Artikel zu "Kingdom of Night" von Shannon Appel, einer bekannten Persönlichkeit aus dem Hause Chaosium. Und wer sich für Regeln zur Alchemie auf der Welt von RuneQuest interessiert, wird hier sicherlich fündig.
Das Magazin legt seine Schwerpunkte auf gute Informationen und nicht auf ein schickes Design. Drei Grafiker sind an der Illustration dieser Ausgabe beteiligt und die Grafiken sind schlicht und einfach, teilweise wirken sie, als wären sie nur mit simplem Paintprogrammen gezeichnet. Wer Vierfarbdruck sucht, ist hier völlig fehl am Platz. So schlicht die Bilder sind, so schlicht ist auch das Layout der Zeitschrift. Hingegen inhaltlich ambitioniert sind die Artikel, die umfangreiche Fachkenntnis der Autoren vermitteln.
Nach einem kurzem themenspezifischen News-überblick folgt der vierte und letzte Teil des "Kingdom of Night", einem Artikel über die Geschichte Kerofinelas von Shannon Appel. Für einen Kenner der Welt hat die Beschreibung des dritten Zeitalters von Kerofinela viel zu bieten. In einem zeitlichen Rahmen werden die verschiedenen Ereignisse dieses Zeitalters übersichtlich und detailliert geschildert.
Der nächste Artikel befasst sich mit Regeln zur Anwendung von Alchemie in RuneQuest. Nach einer interessanten Einleitung in der es um die Intention der Autoren für diese Regeln geht wird der Leser in die grundlegenden Regeln zur Alchemie eingeführt. Das plausible System, das hier zugrunde liegt, lässt sich leicht auch auf andere Rollenspielsystem übertragen und ist somit nicht nur für RuneQuest-Spieler von Interesse. Im Anschluss werden noch drei Seiten mit Vorschlägen für Elixiere angeboten. Von Giften, Lösungen bis hin zu einfachen Substanzen wie Rauchbomben wird hier eine reichhaltige Auswahl präsentiert.
Nachdem man nun der Beitrag über Alchemie den Leser langsam in das Titelthema eingeführt hat, so taucht er nun mit "Lanbril - King of Thieves" endgültig in die Welt der Diebe und Mörder ein. Stephen Martin berichtet, was es mit Lanbril, dem König der Diebe auf sich hat, erzählt dessen geschichtlichen Hintergrund und warum er in Diebeskulten verehrt wird. Nach der geschichtlichen Darlegung behandelt Martin noch Themen wie Iconographie, dem Leben nach dem Tod, welcher Art die Gefolgsleute von Lanbril sind, welche Wege sie verfolgen um ihre Ziele zu erreichen und stellt Diebesfertigkeiten sowie deren Anwendungsmöglichkeiten im Spiel. Aber wie wird man Mitglied eines Diebeskultes und was muss man nach seiner Aufnahme beachten? Hat ein magisch begabter Dieb besondere Fähigkeiten und kennt er spezielle Zauber? All diese Fragen werden hier ausführlich behandelt. Und damit der Spielleiter auch weiß, wie ein solcher Kult strukturiert ist gibt es auch gleich noch eine Einführung in den strukturellen Aufbau. Wer seine Abenteuer in Pavis spielen möchte, für den hat Stephen Martin später im Heft im Artikel "Notes on the Cult of Lanbril in Pavis" noch einige Tipps auf Lager.
Natürlich ist der Diebeskult um Lanbril nicht der einzige, den es gibt. In "Thief Cults of Kethaela and Kerofinela" werden viele verschiedene Kulte vorgestellt, die es in den beiden Ländern gibt. Die Beschreibungen bauen auf den vorherigen Artikel auf. So werden nur die einzelnen Gilden wie die "The Black Fang Brotherhood" und "The Secret Guild of Alchemists" an sich vorgestellt, ihre Untergruppen und, sofern vorhanden, deren spezifische Fertigkeiten, welche die einzelnen Gilden und Kulte charakterisieren und hervorheben. Insgesamt werden hier 17 verschiedene Gilden und Diebeskulte vorgestellt.
"The Tower of Xud" ist eine Gebäudebeschreibung des Turm von Xud, der sich in Krustia befindet. José Ramos stellt die Geschichte des Turms in Kombination mit seiner physischen Beschreibung dar. "Istakax" ist hingegen eine Ortsbeschreibung in der sich die ein oder anderen Abenteuer abspielen können. Ein Ortsplan und Beschreibungen von wichtigen örtlichkeiten und Personen liegen bei.
Zum Abschluss gibt Shannon Appel noch einige Tipps und Anregungen für Abenteuer in Bakshaan. Er stellt verschiedene NSC's und interessante Orte vor, basierend auf dem "Atlas of Young Kingdoms, Volume I: The Northern Continent".

Erstaunlich ist bei diesem Fanzine die geringe Anzahl an Werbung, was aber wahrscheinlich der Grund für den recht hohen Preis ist. Diese Ausgabe stellt das Thema Diebeskulte umfassend und ausführlich vor. Die einzelnen Artikel bauen aufeinander auf und sind stellenweise auch übergreifend, so dass sich ein harmonisches Miteinander bildet. Sieht man von den manchmal auftretenden Stil einer trockenen Fachzeitschrift ab, so ist "Tradetalk" nicht nur eingefleischte "RuneQuest"-ler interessant, da man abgesehen von den Regionalbeschreibungen die Inhalte leicht auch auf andere Systeme übertragen kann.


Preis/Leistung: 6/10
Idee: 8/10
Layout: 5/10
übersichtlichkeit: 8/10
Gesamt: 7/10




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