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InSpectres
Von Hendrik Ebbers

Rezension erschienen: 29.09.2005, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Jared A. Sorensen, Verlag: Keine Angabe, Seiten: 71, Erschienen: 2003, Preis: 15€

"InSpectres ist das erste weltweit lizensierte und agierende Unternehmen im Bereich Paranormale Investigation und Terminierung." Auf Deutsch: In diesem Rollenspiel dürfen Sie Geisterjäger spielen.

Das rund 70 Seiten dicke Regelwerk von Inspectres, das bei Disaster Machine Productions erschienen ist, beinhaltet die Charaktererschaffung, die Regeln und einige Einblicke in ein typisches Insprectres-Abenteuer. Schöne Comiczeichnungen bebildern dabei das humorvolle Spiel. Die Charaktererschaffung ist ziemlich einfach. Jeder Geisterjäger besitzt die vier Eigenschaften Wissen, Athletik, Technik und Umgang. Auf diese Eigenschaften dürfen neun Punkte verteilt werden. Zusätzlich kann man eine Spezialfähigkeit wie Schwimmen oder Schießen angeben, in der der Charakter besonders gut ist. Jetzt noch schnell Name und Beschreibung ausdenken und fertig ist der Charakter. Bei der Wahl des Charakterhintergrunds sind einem alle erdenklichen Freiheiten gegeben. Wir hatten z.B. bereits Rapper, Pornostars oder FBI-Agenten in unserer Gruppe. Zusätzlich zu den "normalen" Charakteren kann man auch einen Ü-Agenten spielen. Dies sind Übernatürliche Agenten, von denen pro Gruppe einer dabei sein sollte. Sie haben verschiedene übernatürliche Fähigkeiten, die sie mit Hilfe von Coolness-Punkten anwenden können. Die Wahl des Ü-Agenten und dessen Sonderfertigkeiten liegen ebenfalls in der freien Hand der Spieler. Im Buch werden einige Beispielhaft gezeigt, theoretisch ist aber von Papa Schlumpf bis zum Werwolf alles erlaubt. Will man wirklich eine InSpectres-Kampagne spielen, kann man sich zuletzt auch noch ein eigenes Unternehmen bauen.

Jetzt muss sich noch schnell einer der Spieler eine möglichst bescheuerte Hintergrundstory ausdenken, und es kann losgespielt werden. Ein Meister wird bei InSpectres nicht unbedingt benötigt, da die Spieler nach erfolgreichen Proben die Geschichte selbst weitererzählen dürfen. Sind beispielsweise Geister zu bekämpfen, kann ein Spieler mit einem erfolgreichen Wissenswurf einfach bestimmen, dass diese enorme Angst vor Mineralwasser haben. Lediglich für den Start ins Abenteuer und für die Beschreibung von Räumlichkeiten sollte sich die Spielgruppe auf eine Person einigen. Diese kann aber ohne Probleme ebenfalls einen Charakter spielen. Jedem der Spieler steht pro Abenteuer ein Spotlight zur Verfügung. Hierbei darf er in einem Monolog Zukunft, Vergangenheit oder Gegenwart verändern. Zum oben genannten Beispiel wäre möglich, dass ein Spieler sein Spotlight nutz, und sagt: "Zum Glück habe ich heute morgen eine Kiste Mineralwasser gekauft, die noch draußen im Kofferraum steht." Genauso gut ist aber auch eine Aussage wie "Zu diesem Zeitpunkt wussten wir leider noch nicht, dass die Geister alle von einem wilden Vampir beschworen wurden." möglich. Schaffen es die Spieler dann in ihrer Geschichte wirklich noch einen Vampir einzubauen, gibt es Extrapunkte. In besonders haarigen Situationen müssen die Charaktere Stressproben ablegen, durch die ihre Werte geschwächt werden können.

InSpectres ist ein Rollenspiel der anderen Art. Die paar Regeln, die es gibt, hat jeder innerhalb von drei Minuten verstanden. Wie im Storytellersystem wird viel mehr Wert auf das Rollenspiel gelegt. Allerdings nicht auf schaurige und gruselige Szenen, sondern mehr auf Slapstick, Humor und Ironie. Je verworrener und lustiger die Geschichte ist, desto mehr Spaß macht das Spielen. Ein wirklich vorbereitetes Abenteuer ist nicht nötigt, da jeder Spieler seinen Senf zur Geschichte dazugeben kann. Für Rollenspieler ist dieses Regelwerk das perfekte Objekt, um ein paar lustige Abende zu verleben.




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