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Shadowrun: Im Fadenkreuz
Von Michael Mingers

Rezension erschienen: 12.10.2005, Serie: Belletristik, Autor(en): Petra Prinz, Verlag: Fantasy Productions GmbH, Seiten: 296, Erschienen: September 2005, Preis: 9,00 Euro


Es ist schwierig die Geschehnisse des Shadowrun-Romans wiederzugeben. Grundsätzlich geht es um Industriespionage. Ein Team ist im Besitz von Forschungsobjekten eines Konzerns und ein anderes Team soll diese wieder beschaffen. Bei der Übergabe am Ende kommt es zum Showdown. Hört sich langweilig an und ist es leider auch.
Der Debütroman der Autorin Petra Prinz spielt in Berlin, einige Jahre nachdem Konzerntruppen die dort herrschende Anarchie beendet haben. Während des ganzen Romans geschehen "Dinge". Da greifen die Ökoterroristen GreenWars das Konzerngelände Atzechnologys mit Magier, Helikoptern und Zepplin an, da wird wiederholt darauf hingewiesen, dass sich die magischen Wesen des Parks ungewöhnlich aggressiv verhalten oder dem letzten anarchistischem Viertel Berlins wird ein Besuch abgestattet. Nichts von dem ist wichtig für die Handlung oder macht die erlebte Welt lebendiger. Es sind schlicht lose Handlungsstränge, die zwar hingeworfen werden, aber zu denen es keine Auflösung gibt. Vielmehr durchstreifen die beiden Gruppen quasi ganz Berlin und nehmen den Leser auf eine Sight-Seeing-Tour mit, der sich ohne Ortskenntnis völlig hilflos vorkommt. Es mag für einen Berliner zwar interessant sein, wie dieser und jener Stadtteil bei Shadowrun im Jahr 206X aussehen wird, der Rest der Leser fragt sich aber, wann endlich mal wieder etwas passiert.
Die Charaktere bleiben allesamt blass und flach, während sie sich durch die kaum vorhandene Handlung bewegen. Auf der einen Seite gibt es Spider, einen Rabenschamanen, und Ali, einen Rigger. Der letztere der beiden verliert durch Spider seine Wohnung, seine Werkstatt und sein U-Boot namens titanic. Dabei bleibt er ziemlich cool, ja hilft Spider sogar noch. Auf der Gegenseite haben wir einen snobistischen Magier, eine hübsche Decker-Elfe, einen Straßensamurai sowie einen Troll. Die Auslassung eines Adjektivs bei den letzten beiden ist Absicht. Der Magier nervt mit seinen hochgestochenen Formulierungen bereits nach den ersten, übrigens recht langen Kapiteln und die Deckerin ist definitiv eine sehr attraktive Matrix-Elfe zuviel im Shadowrununiversum. Das einzige, was bei den Charakteren in Erinnerung bleibt, ist ihr Dusch-Fetisch. Jeder der Charaktere duscht mehrmals während des Romans. Das ist auffallend oft. Dadurch treten auch weitere Fragen auf, etwa wie groß das U-Boot Alis nun wirklich ist. Es passt durch Abwasserkanäle, hat aber genug Raum für eine Kochnische, zwei Sitze, eine Koje und eine Dusche. Der Frischwassertank des Boots muss gewaltig sein, da Spider und Ali tagtäglich duschen.

Der Titel Im Fadenkreuz hat keinen Bezug zum Roman und wurde wohl, wie bei der BattleTech-Reihe, durch einem Zufallsgenerator für martialische Buchnamen erstellt. Das Cover stammt ebenso aus dem Recycling und ist ein bearbeiteter Ausschnitt des alten Shadowrunabenteuers DNA/DOA.

Im Fadenkreuz ist nur etwas für Shadowrunfans aus Berlin. Alle anderen können den Roman ignorieren.




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