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Feind meines Feindes
Von Stefan Sauerbier

Rezension erschienen: 30.09.2005, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Christian Lonsing (dt. Redaktion) u.a., Verlag: Fantasy Productions GmbH, Seiten: 164, Erschienen: September 2005, Preis: 23,00 Euro


Bislang konzentrierte sich Shadowrun vor allem auf die einflussreichen Mächte in den Schatten, die Megakonzerne, Verbechersyndikate, Drachen, usw. Es gibt allerdings noch eine ganze Reihe kleiner Organisationen, die in der Welt von Shadowrun ebenfalls eine Rolle spiele und denen sich die Runner aufgrund ihres besonderen Hintergrunds viel eher verbunden fühlen können. Und wie ein arabisches Sprichwort sagt: "Der Feind meines Feindes ist mein Freund".

Im Quellenband Feind meines Feindes werden Organisationen, deren Betätigungsfelder sich nicht selten über den gesamten Globus erstrecken vorgestellt, welches sich sowohl als Widersacher als auch als Unterstützer eignen. Der 164-seitge Softcover-Quellenband ist sowohl für die Shadowrun 3.01D als auch für die aktuelle Version 4.01D geeignet.

Der Band gliedert sich in zwei große Bereiche, welche in sich weiter untergliedert sind. Der erste Teil beschreibt die einzelnen Gruppen und Teil zwei betrachtet ihre Verwendungsmöglichkeiten im Spiel.
Insgesamt werden fünf verschiedene Gruppentypen unterschieden: Bei den Politischen Agitatoren werden Umweltaktivisten wie "Globewatch", "Awakened Liberation Front" (ALF) aber auch die extreme "GreenWar" vorgestellt. Neben diesen Regenbogenkrieger finden sich aber auch moderne Anarchisten, Neo-Kommunisten, metafeindliche und –freundliche Gruppen, Policlubs und Faschisten aller Art ihren Platz.
Der zweite Bereich In den Händen der Elite beschreibt die "Vereinten Nationen" (UNO) und geht näher auf ihre Ziele und Struktur ein. Die "Aristokratische Kabale" und ihre Hintergründe werden vorgestellt, sowie der einzige echte Konzern, den man im Feind meines Feindes finden wird: Die "Aegis Consultants". Hier werden seine Wurzeln, die Niederlassungen weltweit und die die Art seiner Dienstleistungen vorgestellt und welche Komplikationen dabei entstehen können, wenn man sie in Anspruch nimmt
Mystische Geheimnisse beschreibt schatzsuchende, arkano-archäologische Gruppen ganz im Stile Indiana Jones und Lara Croft. Gruppen wie die "Atlantean Foundation" suchen weltweit nach mächtigen Relikten oder betreiben wie das "Dunkelzahn Institute of Magical Research" magische Forschung.
Die Hüter des Glaubens geht auf verschiedene religiöse Gruppen ein, angefangen bei der "Vigilia Evangelica" und den "Geheimen Gewölben des Vatikans" bis hin zu den drei mächtigsten islamischen Gruppen im Mittleren Osten: "Islamic Unity Movement", "New Islamic Jihad" und der "Isamic Renaissance Movement".
Do-it-yourself-Kriminalität stellt einige Schattenorganisationen vor, die sich völlig neue Betätigunsfelder erschlossen haben. Beispiele sind unter anderem die "Organhändler von Tamanous" oder "Brokerage X". Letztere sammelt Informationen über den Aktienmarkt unter Zuhilfenahme von Runnern und verwendet dieses Wissen bei Börsengeschäften.
Der letzten 30 Seiten und damit der zweite große Teil des Quellenbandes widmet sich den Spielleiterinformationen und beinhaltet neben den regeltechnischen Aspekten auch Informationen über Verwendungsmöglichkeiten der Organisationen im Spiel.

Das Konzept für diese Quellenband geht voll uns ganz auf: Was für erfahrene Spielleiter kein Problem darstellen dürfte, ist für andere oft eine Herausforderung: Die Verwendung von Gruppierungen im Shadowrun-Universum abseits der großen Konzerne. Feind meines Feindes stellt viele dieser Gruppierungen vor und bietet damit eine umfassende Grundlage für endlos viele neue Abenteuer.
Das angebotene Material ist informativ und wird kurzweilig präsentiert, was auf jeden Fall durch den umfassenden Shadowtalk gefördert wird. Die vorgestellten Gruppen sind dabei nicht alles Global Player, was auch ein gänzlich anderes Licht auf die Welt von Shadowrun wirft und sie dreidimensionaler macht. Man muss sich nicht immer gleich mit den "Großen" einlassen um spannende Runs erleben zu können. Die Organisationen werden dabei zwar umfassend vorgestellt, doch bleibt immer genug Platz für eigene Ideen.

Fazit: Leider zeigt sich in Feind meines Feindes mal wieder Fehlen eines ordentlichen Lektorats, was den Gesamteindruck doch erheblich trübt. Aber Feind meines Feindes ist aufgrund seiner Materialdichte gerade für Spielleiter und für alle, die sich für die Welt von Shadowrun interessieren sehr interessant. Es vermittelt kurzweilig und kompakt eine ganz neue Seite von Shadowrun und eröffnet einer Spielrunde viele neue Möglichkeiten. Gerade bei der Vorbereitung von Abenteuern und Kampagnen entfaltet dieser Quellenband seine großen Nutzen. Wer über das schlechte Lektorat dieses Bandes hinwegsehen kann, der hat mit Feind meines Feindes ein wirklich gutes und vor allem für Spielleiter nützliches Buch.




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