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Antagonisten
Von André Wiesler

Rezension erschienen: 04.08.2005, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Pamela Collins, Aaron Dembski-Bowden, Jonathan McFarland, Morgan A. McLaughlin, Deutsch von Martin Pletersek, Verlag: Feder und Schwert, Seiten: 141, Erschienen: Juli 2005, Preis: 24,95 Euro


Wenn man Werwölfen oder Vampiren das Leben schwer machen will, wenn man die Spieler endlich mal wieder schwitzen sehen will, dann muss man in der Welt der Dunkelheit schwere Geschütze auffahren. Ein Klüngel Blutsauger oder ein Rudel Gestaltwandler ist ja nur durch seinesgleichen oder durch mächtige Kreaturen mit mystischen Kräften in Bedrängnis zu bringen - oder?
Das dem nicht so ist, beweist Antagonisten, indem es interessante und gefährliche, dabei aber keineswegs übermächtige Gegner für eine WdD-Gruppe präsentiert. Mit vielen interessanten Hintergrundinformationen und tief greifenden Gedanken zu Motivation und Vorgehensweise der Gegner liefert es dem Spielleiter gleich das passende Handwerkszeug, um diese Bedrohungen umzusetzen.
Auch wenn im Buch gelegentlich anderes behauptet wird, ist es jedoch für Spieler nicht wirklich nützlich - es sei denn, sie möchten sich mögliche Überraschungen verderben.

Zu Beginn werden Untote, Seelenlose und Wiedergänger vorgestellt - verschiedene Arten von Zombies und andere Wesen, die sich einfach weigern, tot zu bleiben, warten darauf, sich auf die Charaktere zu stürzen. Ob es wirklich eines vergleichsweise aufwendigen Generierungsbaukastens für Zombies bedurft hätte, sei dahingestellt - auf der einen Seite liefert er gute Ideen und eine Vorstellung davon, was die "wandelnden Toten" so alles können, auf der anderen Seite sind Vorteile, Aspekte und Schwächen mit diversen Sonderregeln vielleicht dann doch ein wenig zuviel des Guten.

Aber auch "ganz normale Menschen" können unseren übernatürlichen Helden gefährlich werden, wie das folgende Kapitel beweist, das einen Blick auf Normalsterbliche wirft, die sich der Jagd auf Monster aller Art verschrieben haben. Der fatalistisch-tragische Charakter dieser wütenden Menschen ist hier sehr schön eingefangen.

Das Kapitel über Kulte und Sekten ist etwas zu umfangreich geraten und liest sich über weite Strecken auch sehr trocken. Eine so ausgedehnte Schilderung verschiedener Formen der Massenverblendung wäre bei aller Liebe zum Detail nicht nötig gewesen. Trotzdem stecken auch in diesem Kapitel unzählige Ideen.

An dieser Stelle seien die stimmungsvollen und originellen Kurzgeschichten, die sich durch das ganze Buch ziehen, ebenso lobend erwähnt, wie die zahlreichen Abenteueransätze und Beispielcharaktere, die Futter für viele Abende liefern können. In Sachen Spielwert legt "Antagonisten" die Latte sehr hoch.

Das Highlight des Buches stellt ein Kapitel über zehn "Monster" dar, die ausführlich beschrieben werden. Aber keine Angst, hier wird kein Klauenfutter präsentiert - diese Gefahren zeichnen sich durch originelle Ansätze aus und können in den seltensten Fällen einfach in Stücke gerissen werden.

Fazit: Antagonisten ist sein Geld definitiv wert. Jedem WdD-Spielleiter, selbst den "alten Hasen", sei dieses Buch ans Herz gelegt - die Chroniken können davon nur profitieren. Und selbst jenseits der WoD kann es interessante Ideen für horrorbasierte Spiele bieten.




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