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Der Lord der Clans
Von Gregor Mascher

Rezension erschienen: 16.11.2004, Serie: Belletristik, Autor(en): Golden, Christie, Verlag: Panini Verlags GmbH, Seiten: 300, Erschienen: 2003, Preis: 9,95


»Der Lord der Clans« ist der zweite Band aus der Reihe der WarCraft-Romane, die den Hintergrund der Welt des PC-Spieles WarCraft III erweitern sollen.

Der junge Ork Thrall wird von Lord Blackmoore, einem jungen Adligen und Offizier, im Wald gefunden und mit auf dessen Feste genommen. Das Orkbaby ist das Kind Durotans, des Anführers des Clans der Schneewölfe und seine Eltern wurden ermordet, weil sie sich gegen Gul`Dan und seine Hexer stellten.
Der Kleine wird von Blackmoore Thrall getauft, was soviel bedeutet wie Leibeigener. Er hat kein leichtes Leben unter den Menschen, sehen ihn diese doch bestenfalls als Kuriosum und schlimmstenfalls als Ziel ihres Hasses gegen die Orks. Blackmoore hat allerdings ganz eigene Pläne mit der jungen Grünhaut und so lässt er den Ork zum Gladiator ausbilden. Thrall soll in der Arena gegen die verschiedensten Bestien kämpfen, um den jungen Adligen und seine hochgestellten Freunde zu unterhalten.

Doch es gibt auch jemanden, der sich für Thrall um seiner selbst willen interessiert: Taretha, die Tochter eines Dieners, kümmert sich um den verschüchterten Ork und so lernt er neben dem Umgang mit Waffen auch Lesen und Schreiben. Langsam stellt sich heraus, dass Blackmoore größere Pläne mit Thrall hat, als es schien, denn der Ork soll seine Stammesbrüder unter dem Banner Blackmoores gegen das Reich der Menschen führen.

Das Taschenbuch sticht mit dem hervorragend passenden Cover von Sam Didier, das Thrall so zeigt, wie man ihn aus dem PC-Spiel kennt, sofort ins Auge. Die Übersetzung des Textes stammt von Claudia Kern und ist erfreulicherweise ohne grobe Schnitzer zu lesen. Die Originalnamen wurden beibehalten und nicht krampfhaft übersetzt, wobei der Text insgesamt recht flüssig zu lesen ist.

Das Buch ist insgesamt in einem guten Stil geschrieben und obwohl es viele Kämpfen gibt, die im Buch beschrieben werden, wird mit dem Gemetzel nicht übertrieben.

Die Orks werden nicht bloß als tumbe Schlächter dargestellt, sondern haben eine eigene Motivation und eine ganz eigene Kultur. Das wird zwar auch im Computerspiel deutlich, aber das Buch geht auf einige Details ein, die im PC-Spiel untergehen würden.

Die 19 Kapitel sind gut durchkonzipiert und die beiden Elemente der Geschichte, Thralls Suche nach seiner Vergangenheit und seine Zuneigung zu dem Mädchen Taretha, das für ihn wie eine kleine Schwester ist, machen die Hauptfigur erst interessant.

Aber nicht nur Thrall wurde von der Autorin Christie Golden mit nachvollziehbaren Motiven ausgestattet, auch die Handlungsweise der verschiedenen Nebenfiguren ist sinnvoll aufgebaut.

Es ist deutlich zu spüren, dass sich die Autorin mit den Spielentwicklern von Blizzard abgestimmt hat und auch das Lektorat der deutschen Übersetzung ist zufriedenstellend.

Fazit:
Von besonderem Interesse ist das Buch vor allem für die WarCraft-Fans, die wissen wollen, wie es zu den Ereignissen in WarCraft II kam. Das Buch führt Thralls Geschichte nämlich fast bis zu dem Punkt, an dem das Computerspiel beginnt. Gerade der Bogen, der dadurch zwischen dem zweiten und dem dritten Teil der WarCraft-Spieleserie geschlagen wird, macht dieses Buch eigentlich zu einem Pflichtkauf für alle Fans der Welt von WarCraft.




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