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Mephisto #16
Von Gregor Mascher

Rezension erschienen: 02.11.2004, Serie: Zeitschriften, Autor(en): Martin Ellermeier (Hrsg.), Verlag: Verlag Martin Ellermeier, Seiten: 82, Erschienen: 2001, Preis: 4,5 EUR


Die 16. Ausgabe der Mephisto erschien im November 2001, direkt nach der SPIEL `01, der größten Spielemesse Europas, und war insofern besonders hinsichtlich der Neuerscheinungen von Interesse.
Bevor das Heft sich allerdings den Neuigkeiten widmet, gibt es ein paar kurze visuelle Eindrücke vom Messestand der Mephisto und das immer wieder amüsante Wortgemetzel aus der Feder von Boris Koch. Dieser wird diesmal von der spitzen Zunge des Schriftstellers Christian von Aster unterstützt und gemeinsam nehmen die beiden genüsslich Steven Spielbergs Film "A.I." auseinander.
Direkt im Anschluß findet sich der prall gefüllte Newsbereich mit Infos zu Neuerscheinungen nicht nur aus dem Bereich der Rollenspiele sondern auch zum ersten Teil der Herr der Ringe-Verfilmung und zu anderen Themen der phantastischen Szene, unter anderem Romane und PC-/Videospiele. Eine positives Novum ist die Vorstellung von Neuerscheinungen durch Angehörige der jeweiligen veröffentlichenden Verlage, genaugenommen Frank "Crazy" Werschke für FanPros "Shadowrun" und Oliver Wolf für das von Beutelsend vertriebene Tabletop "Confrontation".
An die News-Sektion schließt sich das erste Interview des Heftes an, in diesem Fall mit Rob Boyle, dem amtierenden Line Developer für Shadowrun. Hier erfährt man sowohl einiges über Robs Einstieg bei Shadowrun wie auch - und das ist wohl für die meisten Leser der interessantere Part - über die geplante Weiterentwicklung der Shadowrun-Welt.
Einen kurzen Werkstattbericht und erste Auszüge aus dem Engel-Quellenbuch "Traumsaat" liefert Oliver Graute.
Ein Werkstattbericht zu einem gar nicht so unähnlichen Thema stammt von Boris Koch und verschafft dem Leser erste Eindrücke von Marko Djurdjevics ambitioniertem Comic-Projekt "Angelion", dessen erster Band 2002 erscheinen soll.
Die französische Vampire: Die Maskerade-Chronik "Ein Hauch von Gehenna" setzt sich auch in diesem Heft fort und konfrontiert die Spieler mit einem Gegner, der sich bisher sehr bedeckt gehalten hat; nämlich den Kuei-Jin. Diese asiatischen Vampire haben beschlossen, dass Kainiten als kosmische Abartigkeiten beseitigt werden müssen, und machen sich sogleich mit Feuereifer an die Arbeit. Natürlich werden die Spieler von den untoten Herren von Paris in diesen Krieg mit hinein gezogen und müssen schon bald um ihr physisches und politisches (Un-)Leben kämpfen.
Guido Hölker reißt mit seinem von Klaus Scherwinski illustrierten Shadowrun-Artikel "Sex und Erotik im Jahr 2062" ein vielfach von offizieller Seite totgeschwiegenes Thema im Rollenspiel an. Dabei fragt er nicht nur nach der Praktikabilität von Cybertorso und Co., sondern nimmt auch die 2062er Version von Cybersex in all seinen Formen unter die Lupe. Auch die magisch Begabten sollen natürlich nicht zu kurz kommen und so ist wird auch der Bereich der magisch unterstützten Lust mit Informationen versorgt.
Dazu passend hat Björn Lippold mit "SinCity" gleich das entsprechende Szenario entwickelt. Diese virtuelle Stadt bietet ihren Bewohnern nämlich die Möglichkeit, so ziemlich alle Gelüste virtuell auszuleben, ohne sich selbst in der realen Welt offenbaren zu müssen. Dummerweise ist wohl bei der Programmierung so einiges schief gegangen und so müssen mal wieder Runner einspringen, um den Karren aus dem Dreck zu ziehen.
Die beiden Artikel eröffnen kreativen Spielleitern einen völlig neuen Aspekt der Matrix, der bisher nie so ausgeführt wurde und ist definitiv mehr als nur ein flüchtiges Lesen wert.
"Der Herr von Kersalamad" ist ein von Carsten Schmitt und Jörg Bartscher-Kleudgen geschriebenes Abenteuer für das Call of Cthulhu Rollenspiel, das die Spieler in die Bretagne und auf die Spur dreier Druiden führt. Erfreulicherweise jagt man diesmal nicht irgendwelchen Dienern der Großen Alten hinterher, sondern verfolgt Spuren zu einer Möglichkeit, seine Lebensspanne erheblich zu verlängern.
Das letzte Abenteuer für diese Ausgabe nennt sich "Hochzeitsmarsch" und wurde von Stefan Ohlerich für das Endland RPG geschrieben, lässt sich aber mit wenig Aufwand auf jedes andere Endzeit-Szenario umschreiben. Die Entführung der Braut ist zwar eine altehrwürdige Tradition, aber so wie die Mitglieder des Verbat-Clans das praktizieren war es wohl nicht gedacht...
Das zweite Interview des Heftes führte Boris Koch mit dem bekannten und etablierten Cyberpunk-Autor Bruce Sterling, wobei sich dem Leser die Sichtweise des Autors auf seine eigenen Werke eröffnet und man einen neuen Einblick in die Hintergründe der Cyberpunk-Bewegung erlangt.
Zu dem obligatorischen Bereich der Test und Kritiken ist wohl nichts weiter zu sagen, schließlich funktionieren diese nach einem grundlegend gleichen Schema. Erfreulich hierbei ist allerdings, dass die Musikrezensionen aufgestockt wurden.

Fazit: Aus der Zusammenstellung der Artikel ist eine der besten Mephisto-Ausgaben entstanden, die ich bisher gelesen habe; aus diesem Grund eine absolute Kaufempfehlung.




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