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Moon Rites
Von Gregor Mascher

Rezension erschienen: 07.09.2004, Serie: Rollenspiel, Autor(en): John Hughes (Hrsg.), Verlag: The Chaos Society - c/o Ingo Tschinke, Seiten: 68, Erschienen: 2003, Preis: 13,00 Eur


Moon Rites stellt den ersten Teil des Jelenkev Varoriums dar. Selbiges ist eine Zusammenstellung von Hintergrund- wie auch Abenteuermaterial über das Lunar Empire von Glorantha.
Das vorliegende großformatige Softcover enthält auf 68 Seiten immerhin 17 Artikel von den verschiedensten Autoren.


Den Anfang macht "Power Greya Two-Eyes", ein Auszug aus Greg Staffords Lunar Novel. Dieser Auszug über eine Priestern des Roten Mondes lässt leider jeglichen Bezug in sich selbst vermissen und liest sich aufgrund der (wohl beabsichtigten) Stückelung schlecht.

Ein besseres Bild liefert dagegen "Broken Pot Country" von Mark Galotti. Die Barbarenstämme der Durnvokings mit ihren Gewohnheiten und ihrer Heimat sind eingehend beschrieben und lassen sich mit leichten Anpassung auch problemlos in andere Settings als Glorantha versetzen.

Ähnlich steht es mit David Millian's "Tales of Creation". Diese Sammlung von Mythen und Legenden des Königreichs von Aggar gibt dem Leser die Möglichkeit, die Geschichte der Aggar farbenfroh auszuschmücken und durch sie dem Land weitere Tiefe zu verleihen.

Ein erfreuliche Abwechslung zu den üblichen Beschreibungen guter und böser Götter im Rollenspiel stellen die "Dirty Little Gods" von Simon Bray dar. Hier finden sich, auf amüsante und leichte Art beschrieben, die Götter des Tempeldiebstahls, der Einbildung und der Selbstbeschmutzung. Wer also ein paar merkwürdige Gottheiten in sein Spiel einbringen will, ist hier gut bedient.

Die "97 Child Missionaries of Raibanth" aus Peter Nordstrands Feder sind ein Sub-Kult der Mondgöttin, der vor allem aus Kindern besteht. Die Ansätze sind zwar ganz gut, aber insgesamt verliert sich der Text in Allgemeinplätzen über diesen Kult und ist somit nicht sonderlich informativ.

"Surgeons of Vitality" von Peter Metcalfe ist eine Mischung aus Medizinern, Alchimisten und Kultisten. Sie sind berühmt-berüchtigt für den Austausch beschädigter Organe durch überlegenes Material. Merkwürdig zwar, aber als sinistre Macht im Hintergrund durchaus verwendbar.

Einer der phantasielosesten Dämonen, die ich bisher als Spielmaterial erlebt habe, ist "The Crimson Bat" und der zugehörige Kult von Roderick Robertson. Eine Fledermaus zum großen, blutsaugenden Dämonen aufzubauschen ist eine der ältesten Ideen für Dämonen, die mir bekannt sind. Wenn diese Idee dann noch so zweidimensional umgesetzt ist kann man sich den Artikel lieber sparen.

"Crime and Punishment in the Empire", ebenfalls von Mark Galeotti, gibt einen recht guten Überblick über Strafverfolgung und Rechtsprechung im Lunar Empire, verbunden mit fiktiven Kinderreimen und Zitaten. Einer der wirklich guten Artikel des Buches!

Ebenfalls in die Kategorie der lesenswerten Artikel würde ich "As the Moon turns" einordnen. Der Text von Stephen Martin, Alex Ferguson und Nils Weinander befasst sich mit den Auswirkungen des Mondkalenders auf Glorantha, während "Lunar Twins" ein Pärchen verfeindeter Zwillinge vorstellt, das eine mysteriöse Herkunft aufweist.

Die Schutzheilige der Kurtisanen von Glorantha ist "Cora of the two appetites" und entstammt, ebenso wie ihr Kult, den Ideen von Oliver D. Bernuetz. Die Idee, den Liebhaberinnen Gloranthas einen eigenen Kult zu geben, ist ganz nett umgesetzt und solides Material.

Eher die andere Seite des Spektrums stellen Bryan Thexton's "Fellowships of the New Wane" dar, eine Rebellengruppe, die sich gegen das übermächtige Empire auflehnt. Auch dieser Artikel weißt allerdings das Manko auf, nur sehr oberflächliche Informationen zu liefern.

Das erste Abenteuer-Szenario des Buches ist James Frusetta's "The Ice Fair of Yolp". Die Aufgabe der Spielercharaktere besteht darin eine Handelsdelegation zu Verhandlungen um das Eis-Monopol begleiten. Eigentlich ein solides Standard-Eskorten-Abenteuer mit nur wenig Besonderheiten.

"The Imperial Society for the Reclamation of Pavis" ist eine Gilde, die sich der Erforschung des zusammengebrochenen Reiches Pavis widmet und somit eine erfreuliche Abwechslung zu den üblichen Plünderern bietet. Das Material bietet durchaus einigen Stoff für Kampagnen und miteinander verwobene Handlungsfäden.

Album Selenis ist der Hauptprotagonist in Gianfranco Geroldis "Encounter with a Dilettante". Er ist ein reicher Adelssohn, der zwar nicht unbedingt der Schlaueste ist, sich aber von der Mondgöttin gesegnet fühlt. Ein Nichtspielercharakter, mit dem man die Spieler in jede Menge Schwierigkeiten ziehen kann.

Fazit:
Insgesamt ist das Buch vernünftig layoutet, weißt aber keine wirklichen Höhepunkte auf. Für mich ist es solide Durchschnittsware im Bereich der Fantasy-Rollenspiele. Wer in Glorantha spielt, kann sich das Buch durchaus zulegen, ein Muss ist es aber nicht.




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