Willkommen Gast - LORP.de v2.45.00
LORP.de  
Seite drucken Seite empfehlen Leserbrief schreiben Translate into English with Google
 

Startseite » Rezensionen » Gesellschaftsspiele » Brettspiele » King Arthur

King Arthur
Von Stefan Sauerbier

Rezension erschienen: 20.11.2003, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): , Verlag: Ravensburger, Seiten: , Erschienen: 2003, Preis: k.a.


Die Artus Sage wurde vielfach verfilmt und zahlreiche Bücher drehen sich um sie. Wer an König Artus denkt, der denkt unweigerlich an Druiden, Ritter, Kämpfe und das berühmte Schwert im Stein. Diese Elemente bilden beim Spiel King Arthur die Kulisse. Jeder Spieler zieht als Ritter durch die Lande auf der Suche nach Ruhm, Ehre und ganz nebenbei seiner Ausrüstung.

Das Interessante an diesem Spiel ist die Verwendung neuartiger Spielmaterialien und der Einsatz eines Spielcomputers. Das Spielbrett ist durchzogen von elektrischen Leiterbahnen und enthält Kontakte für die Spielfiguren. Dadurch kann das Spielbrett jedoch nicht gefaltet werden, was letztendlich zu der großen Spielbox geführt hat. Der Computer ist fest auf dem Spielbrett montiert.
Optisch hat das Spiel einiges zu bieten, was unter anderem bereits durch die Auswahl der Illustratoren zu begründen ist. Boris Vallejo und Franz Vohwinkel haben die Thematik hervorragend auf das Spielbrett umgesetzt. Die Spielfiguren, Marker und Karten sind hübsch anzusehen und solide verarbeitet. Die Klangqualität der Sprachausgabe mittelmäßig und verbesserungswürdig.
Die Spielregeln sind sehr ausführlich dokumentiert und leicht verständlich.

Während des gesamten Spiels begleitet der Computer die Spieler. Am Anfang des Spiels stellt jeder Spieler seine Figur vor das Schwert im Stein (in dem sich der Computer verbirgt). So weiß der Computer, wie viele Spieler und welche Figuren von der Partie sind.
Zu Beginn kann man sich zudem entscheiden, ob man das Einführungsspiel oder das normale Spiel spielen möchte. Bein Einführungsspiel werden weniger Ausrüstungsgegenstände und Ruhmespunkte benötigt. Dadurch ist diese Partie erheblich kürzer.

Jeder Spieler beginnt das Spiel mit Zehn Ruhmespunkten sowie einem Schwert, einem Schild und einem Proviantpaket. Merlin stellt am Anfang zwei Orte zur Wahl, an denen man weitere Güter oder Ruhmespunkte bekommen kann. So zieht man zu Beginn nicht planlos umher. Die Spieler sind dann reihum am Zug.
Ziel des Spieles ist es die drei begehrten Ausrüstungsgegenstände zu bekommen, die einen echten Ritter ausmachen: Ross, Rüstung und Lanze. Wer alle drei Gegenstände gefunden und ausreichend Ruhm gesammelt hat, kann zu Merlin zurückkehren und hat das Spiel gewonnen.

Der aktive Spieler kann entscheiden, ob er stehen bleiben oder zum nächsten Ort weiterziehen möchte. In beiden Fällen kann er dann nichts tun oder seinen aktuellen Aufenthaltsort erkunden. Danach teilt ihm Merlin mittels des Sprachcomputers mit, was geschieht. Dabei gibt es Ereignisse, die eine Redaktion erfordern, andere erfordern keine.
Jederzeit besteht die Möglichkeit, einem der 48 Charakteren zu begegnen, die um das Spielfeld herum angeordnet sind. Die Ziffernanzeige des Computers zeigt einem, wen man gerade trifft. Nachdem das Ereignis akustisch untermalt worden ist, muss der aktive Spieler sich entscheiden, wie er handeln möchte. Ein Spieler kann auf fünf Arten auf die Ereignisse reagieren: Er kann zeigen, dass man dem Charakter freundlich gesonnen ist, ihn bekämpfen, ihn ignorieren, fliehen, oder Gegenstände geben indem man handelt.
Kommt es zu einem Kampf, kann man eine Schwertkarte abgeben und hat dann bessere Chancen im Kampf. Je nachdem wie man sich entschieden hat, verläuft die Geschichte weiter. Dabei kann ein Ritter immer wieder Ruhmespunkte gewinnen aber auch verlieren. Die einzelnen Handlungen eines Ritters "merkt" sich dabei der Computer, was auch den Fortgang des Spiels auch bei späteren Ereignissen beeinflusst. So kann es einem passieren, dass wenn man nicht ritterlich gehandelt hat, man keinen Zutritt mehr zur Abtei bekommt. Erlegt man jedoch mutig einen Drachen in einer Burg, so kann man einen Schatz finden.
Dabei muss man aber immer Hinterkopf behalten, dass man, wenn man erfolgreich sein möchte, die drei Ausrüstungsgegenstände benötigt, die einen Ritter ausmachen: Ross, Rüstung und die Lanze. Diese kann man mit zuvor gesammelten Gütern bezahlen, aber auch erkämpfen. Wer jetzt noch genügend Ruhmespunkte während seiner Laufbahn als umherziehender Ritter gesammelt hat, ist würdig, das Schwert aus dem Stein zu ziehen. Dazu kehrt man zu Merlin zurück und gewinnt damit das Spiel.

Das Spiel ist äußerst vielfältig und lässt sich daher nur schlecht beschreiben, ohne zuviel über die einzelnen Geschichte zu verraten. Gerade diese Geschichten machen, trotz schlechter Soundqualität, einen wichtigen Reiz dieses Spieles aus. So können die eigenen Taten Auswirkungen späteren Ereignisse haben, was dazu führt, dass man auf kurz oder lang darüber nachdenken wird, wie man handelt. Nach einigen Runden lernt man die Orte und ihre Besonderheiten kennen und kann dadurch abschätzen, in welchen Orten des Königreiches die Chance auf einen Kampf höher ist, oder wo man eher interessante Ausrüstungsgegenstände entdecken kann. Mit dieser Lernkurve steigt auch der Erfolg im Spiel. Langweilig wird King Arthur auf keinen Fall, da jedes Spiel mit Sicherheit anders verlaufen wird und die Spannung so erhalten bleibt.
King Arthur ist vom Typ her ein klassisches Familienspiel: Die Regeln sind einfach und der Einstieg ist sprichwörtlich kinderleicht. Das Einführungsspiel hilft dabei, das Spiel schnell kennen zu lernen und die Anleitung lässt sich auf zwei Elemente konzentrieren: Man sollte nur wissen, wie die Elektronik funktioniert und man sollte die Eigenschaften der Güter kennen. Interessant ist auch, dass es eine Ein-Spieler-Variante gibt, wobei fraglich sein dürfte, wie hoch der Spielspaß auf Dauer alleine sein wird. Das ist aber von Person zu Person unterschiedlich und sollte daher jeder für sich selber entscheiden.
Nachteilig fallen hierbei die immer wiederkehrenden Textpassagen auf, die zwangsläufig nach mehreren Partien vorkommen werden. Was sich auf den Erwachsenen störend auswirken kann, ist für Kinder eher nachrangig, da sie sich vielmehr am akustischen Element des Spiels erfreuen.

Bei vielen Spielen ist es möglich, dass man sich kurzfristig noch umentscheidet. Bei King Arthur gibt es diese Möglichkeit nicht. Wenn einmal eine Aktion ausgelöst wurde, dann lässt sie sich nicht mehr rückgängig machen. Zudem sollte man immer darauf achten, mit vollen Batterien zu spielen. Es ist mehr als nur ärgerlich, wenn dem Computer der "Saft" kurz vor dem Sieg ausgeht.

Fazit: King Arthur präsentiert ganz neue Möglichkeiten für Gesellschaftsspiele. Die Vernetzung von klassischem Brettspiel und Elektronik in dieser Form ist innovativ, interessant, hat aber auch seinen Preis. King Arthur ist eines der ersten Spiele dieser Art und dadurch zeigen sich noch kleinere technische Mängel bei den Kontakten und der Sprachausgabe was aber durchaus verschmerzbar ist. Das Spiel macht allen Altersgruppen Spaß und lässt in der Regel gute Laune und Kurzweil aufkommen.




LORP.de Copyright © 1999 - 2019 Stefan Sauerbier, Alle Rechte vorbehalten.