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Das Buch der Minderen Clans
Von Oliver Schönen

Rezension erschienen: 09.08.2004, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Bush, Bach; Butler, Michael; Goodwin, Michael A.; Klünder, Jacob; Marmell, Ari; Roark, Sarah; Trautwetter, Janet, Verlag: Feder und Schwert, Seiten: 214, Erschienen: Juli 2004, Preis: 32,95 €


Den minderen Clans war es nicht vergönnt sich einen Platz in der Adelsstruktur zu sichern. Doch sind auch sie nicht minder mächtig.
Wie wohl jedes Buch zur Welt der Dunkelheit eröffnet eine Geschichte auch dieses Spielerhandbuch zur Alten Welt. In einem feinen Schreibstil wird beschrieben, wie ein Vampir aus den minderen Clans sich erhebt und an Angehörigen der hohen Clans gütlich tut. Welchem Clan er angehört soll hier nicht verraten werden; schließlich ist es eine Überraschung...
Die Minderen Clans knüpfen ein feines Netzwerk von Intrigen und Plänen, das dem der hohen Clans in nichts nachsteht.

Das erste Kapitel enthält eine Beschreibung der minderen Clans, ebenfalls in gutem Schreibstil. Man erfährt die Ursprünge der Assamiten, Gangrel, der Jünger des Set, der Malkavianer, Nosferatu, Ravnos und der Tremere ebenso wie ihren historischem Hintergrund und die Geschichte der Clans. Hierbei wird jedem Clan auf mehreren Seiten Platz gegeben, um seine Ursprünge, seine Entwicklung und seine Ziele darzustellen. Zudem finden auch Gruppierungen, die innerhalb der Clans eine wichtige Rolle spielen, hier Erwähnung. Dieser Abschnitt eignet sich gut dazu, dem Leser einen Überblick über die Clans zu verschaffen und ihm eine Auswahl zu erleichtern.
Dazu sind auch die "Baukästen für Spieler" gedacht, die einem Spieler Ideen und Ansätze präsentieren, um dem gewählten Clan mehr Tiefe und ein Ziel zu geben, was dann das Rollenspiel interessanter gestaltet. An diese Beschreibungen fügt sich ein weiterer Teil des ersten Kapitels, der zwar nette Ideen und Anregungen enthält, aber nicht wirklich notwendig gewesen wäre; insbesondere wenn man bedenkt, dass Rollenspiel schließlich die Fantasie der Spieler fordern soll.
Ein weiteres Unterkapitel stellt dar, wo sich Angehörige der minderen Clans niederlassen. Dabei werden verschiedene Orte in Europa beschrieben, jedoch so kurz, dass es nicht wirklich reicht; zudem wird dann auf die Publikation "Vampire aus der Alten Welt: Europa" verwiesen.
Der Schluß dieses Kapitels beschäftigt sich mit den Traditionen (und Perversionen) der Clans. So wird hier nicht nur über clanspezifische Traditionen, sondern auch über Aberglauben und religiöse Richtungen innerhalb der Clans gesprochen. Durch diese Ausführungen werden verschiedene Handlungsweisen der Clans nachvollziehbarer, was den Abschnitt für jeden Spieler lesenswert macht.

Im zweiten Kapitel wird dann näher auf die Trennung zwischen minderen und hohen Clans eingegangen - natürlich aus dem Blickwinkel der Minderen Clans, wobei wieder jeder Clan zu Wort kommt. Desweiteren werden hier Krankheiten und Seuchen, Nahrungsmangel, Steuern, Zufluchten und so weiter erkärt. Falls man sich nicht bereits mit dem dunklen Zeitalter beschäftigt hat, sind dies sicherlich interessante Informationen. Andererseits ist dieser Teil des Kapitels für jeden nicht wirklich relevant, der diese Epoche bereits kennt und schon seine Vorstellung zu diesen Themen hat.
In jedem Fall interessant ist der Punkt ‚Entwicklung’ der einzelnen Clans. Hier wird beschrieben, wie sie sich ihrer Bedeutung klar werden und natürlich diese auch zu vergrößern versuchen - auch die minderen Clans wollen schließlich ihre Macht mehren.

Das dritte Kapitel dieses Buchs beschäftigt sich mit verschiedenen Blutlinien: Anda, Gargylen, Laibon, Lhiannan, Noiaden und Telyavelische Tremere sind hier - mit Instruktionen über die Verwendung als Spielcharaktere - beschrieben. Die Beschreibungen sind leider recht knapp gefasst und im letzten Absatz wird stets auf weitere Literatur verwiesen. Den Abschluß des Kapitels bildet ein Versuch zu erklären, wie die minderen Clans entstanden sind. Zusammenfassend ist dieses Kapitel einfach zu kurz gefasst um wirklich tiefgehende Information zu liefern, auch wenn es gut geschrieben ist.

Im vierten Kapitel finden sich schließlich auf 48 gut gefüllten Seiten Informationen über Clansdisziplinen, Vorzüge und Schwächen, sowie etwas mehr Information über die Assamiten-Hexerei und deren Rituale.

Im letzten Kapitel werden abschließend einige Stereotypen und wichtige Persönlichkeiten aufgeführt. Wie immer ist ein solche Auflistung von Daten ein zweischneidiges Ding.

Fazit: Sicherlich ist »Das Buch der Minderen Clans« ein schönes Buch mit sehr gutem Schreibstil in einem gewohnt guten Design, dem man die eine oder andere gute Idee entnehmen kann. Es enthält jedoch nichts, was man sich nicht hätte selbst ausdenken können. Somit bleibt die Frage, ob man dafür 32,95 Euro ausgeben möchte.
Meine Note: Durch das Preis/Leistungsverhältnis eine 4 von 10; wäre es günstiger würde ich 6 von 10 Punkten vergeben.




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