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Gehenna
Von Oliver Schönen

Rezension erschienen: 17.08.2004, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Bof, Björn T.; Feldstein, Travis-Jason; Kobar,Christopher; Shomshak, Dean, Verlag: Feder und Schwert, Seiten: 224, Erschienen: Juli 2004, Preis: 32,95 €


Gehenna. So wird im Neuen Testament der Strafort für die Gottlosen nach dem Endgericht - kurz, die Hölle - bezeichnet. Dieses Werk soll dem werten Erzähler ein Werkzeug an die Hand geben, um Gehenna – die vampirische Apokalypse - in seiner Runde umzusetzen.

Wie üblich, wird auch dieses Buch mit einer Geschichte eingeläutet, die recht Stimmungsvoll ist und mit gutem Schreibstil aufwartet.
Das erste Kapitel beschäftigt sich mit einigen Erläuterungen zu Begrifflichkeiten und Namen, wie z.B. "Der rote Stern", "die Vorsintflutlichen" oder "das Welken". Auf nur 28 Seiten wird diese Thematik jedoch nur angeschnitten und nicht in der notwendigen Ausführlichkeit behandelt.
Die folgenden vier Kapitel liefern verschiedene Szenarien, wie Gehenna aussehen könnte. Sie sind durch die Bank recht lesenswert geschrieben; die Ideen darin sind in verschiedenen Bereichen aber extrem schwer umzusetzen, bzw. mit so vielen Einschränkungen bedacht, daß das Einbinden in die Story sehr schwer wird. Spieler, deren Erzähler daraus schöpfen möchte, sollten die Szenarien eher nicht vorher lesen.
Im folgenden ein grober Überblick über die Szenarien:
Im ersten Szenario sind gänzlich alle Vampire dem endgültigen Tod anheim gefallen. Nur wenige, auserwählte existieren noch und bekommen von Gott eine weitere Chance.
Um zu überleben muss der Charakter also ,gut’ werden. Weiterhin ist für diese Abfolge von Ereignissen Sekundärliteratur oder aber sehr viel Fantasie notwendig.
Interesse daran, wie Lilith Rache an Kain nimmt? Dann ist wohl eher Kapitel Drei der Weg der Wahl. In Form verschiedener Vorstellungen und Vorgehensweisen von Nichtspielercharaktern wird dem Erzähler hier Material an die Hand gegeben. So läßt sich dann ein recht offenes, aber stimmungsvolles Gehenna bereiten.
Berühmte Vampire begehen einen Maskeradenbruch! Das bildet den Hintergrund für das dritte Szenario und auch diese Form der Gehenna hat ihre interessanten Aspekte. Nicht jedem wird es aber gefallen, daß ein Engel sich der Vorsintflutlichen annimmt und ihnen ein allzu rasches Ende bereitet.
Die Vorsintflutlichen erwachen im fünften Kapitel im Besitz ihrer vollen Kräfte und auch hier wird die Maskerade gebrochen. Das wahre Chaos bricht aus und die Vorsintflutlichen errichten Reiche und tragen ihre Kämpfe aus. Der Erzähler hat auch hier offene Hand, wie er es letztendlich enden lässt; allerdings ist dieses Ende bestimmt von einigen epischen Schlachten geprägt.
Kapitel Sechs enthält einige Vorschläge an den Spielleiter,um verschiedenste Situationen in den Griff zu bekommen. Ob das notwenig ist, hängt von der Fantasie der Erzähler ab; wirklich Neues findet man hier nicht.
Das letzte Kapitel ist, wie gewohnt, gefüllt mit Beschreibungen verschiedener, wichtiger Persönlichkeiten und deren Daten.

Fazit: Sicher findet man hier die ein oder andere wirklich gute Idee. Die verschiedenen Szenarien sind gut geschrieben und auch die Zeichnungen und Grafiken sind wieder gut gelungen. Ein Erzähler mit der entsprechenden Chronik hat dieses Buch aber nicht wirklich nötig. Meines Erachtens ist die Welt der Dunkelheit hier in die Maschinerie der Geldmacher abgerutscht.




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