Willkommen Gast - LORP.de v2.45.00
LORP.de  
Seite drucken Seite empfehlen Leserbrief schreiben Translate into English with Google
 

Startseite » Rezensionen » Rollenspiel » Cthulhu » Terror Britannicus

Terror Britannicus
Von Markolf Hoffmann

Rezension erschienen: 25.05.2004, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Gerd Hupperich, Glenn Rahman, Wolfgang Schiemichen, Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: 93, Erschienen: Januar 2004, Preis: 12,95 Eur


Als kleinen Vorgeschmack auf die bald erscheinende London-Box veröffentlichte Pegasus Press jüngst den Sonderband »Terror Britannicus«. Zwei CTHULHU-Abenteuer aus der Feder deutscher Autoren finden sich in dem Band, und beide spielen auf den britischen Inseln während der 1920er Jahre.

Die ganz eigene Atmosphäre Großbritanniens kommt in beiden Abenteuern gut zur Geltung. »Die Häupter des Schreckens« von Gerd Hupperich spielt in einem typischen englischen Dorf nahe Londons, wo die Charaktere Gäste der exzentrischen Marchioness of Sinclair sind, die alljährlich auf ihr Landgut einlädt, einem ehemaligen Nonnenkloster. Was sie nicht ahnen: Die Marchioness ist eine wandelnde Tote! Während der französischen Revolution wurde sie (nebst zwei weiteren französischen Adeligen) in Paris auf der Guillotine enthauptet. Dank eines Zaubers überlebten die Köpfe jedoch und benötigen nun in regelmäßigen Abständen neue Körper. Eine faszinierende Idee für ein Abenteuer … leider verknüpft der Autor diese Handlung mit einem weiteren, völlig unabhängig verlaufenden Kriminalstrang um einen mordenden Varietè-Zauberer und verheddert sich zielsicher in dem Versuch, beide Handlungsfäden sinnvoll miteinander zu verknüpfen. Dennoch bietet das Abenteuer einige herrlich morbide Szenen. Um ein sinnvolles Spiel zu ermöglichen, sollte der Spielleiter den Kriminalfall besser weglassen, denn sonst ist die Verwirrung groß.

Die »Geister in Loch Feinn« von Glenn Rahmann und Wolfgang Schiemichen führt die Charaktere hingegen nach Schottland. Hier verschwand ein Archäologe, der dem Mythos der Seedrachen von Loch Feinn auf den Grund gehen wollte. Das Abenteuer bietet allerhand handfeste CTHULHU-Szenen: Ein Dorf mit verblendeten Kultisten, ein schottischer Clan mit düsterem Geheimnis, ein Pentagramm aus uralten Steinen und eine alte, vergessene außerirdische Rasse, die im Verborgenen ihren Ränken nachgeht. All dies wird schön präsentiert, doch Überraschungen sollte man nicht erwarten.

Der Band bietet somit zwei eher durchschnittliche, aber wie immer hervorragend gestaltete CTHULHU-Abenteuer. Vor allem die handgezeichneten bzw. handgeschriebenen Handouts und die grafische Gestaltung aus zeitgenössischen Fotos überzeugt voll und ganz, aber diesen hohen Standard ist man ja allmählich von Pegasus Press gewohnt. Solide Kost zu einem wirklich guten Preis – was will man mehr!




LORP.de Copyright © 1999 - 2019 Stefan Sauerbier, Alle Rechte vorbehalten.