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Der Krieg der Spinnenkönigin 2: Empörung
Von Stefan Sauerbier

Rezension erschienen: 24.07.2005, Serie: Belletristik, Autor(en): Thomas M. Reid, Verlag: Feder und Schwert, Seiten: 431, Erschienen: Januar 2004, Preis: 10,95 Eur


Empörung ist der zweite Teil der auf sechs Bände angelegten Vergessene Reiche-Saga "Der Krieg der Spinnenkönigin". Jeder der sechs Bände wurde von unterschiedlichen Autoren verfasst.

Was bisher geschah: Nachdem die Spinnenkönigin Lolth verstummt ist und ihre Priesterinnen ohne jegliche magische Macht zurückgelassen hat, wurde eine Drow-Delegation aus Menzoberranzan beauftragt, in die Hauptstadt Ched Nasad zu reisen um dort den Grund für ihre Schweigen herauszufinden. Geführt wird die Gruppe von der strengen Hohepriesterin Quenthel. Sie wird begleitet von ihrem dämonischen Neffen Jeggred, dem eitlen und redseligen Magier Pharaun, der immer eine spitze Bemerkung auf der Zunge hat, sowie dem Waffenmeister Ryld, der Botschafterin Faeryl und dem Späher Valas Hune. Jeder einzelne dieser illustren Reisegruppe bekleidet in Menzoberranzan ein hohe Amt.
Unter andauernden Streitereien erreicht die Gruppe schließlich die Stadt der schimmernden Netze. Doch bevor die Gesandten dazu kommen, weitere Nachforschungen anzustellen, werden sie erneut in Ränkespiele und Intrigen der adligen Häuser verwickelt. Während der Machtverlust der Drow-Priesterinnen bei den niederen Völkern, den unzufriedenen Sklaven der Drow, zu Aufständen führt und dazu, dass sich die Lage auf den Straßen von Tag zu Tag verschärft, beginnen die Adelshäuser Ched Nasads einen erbitterten Krieg gegeneinander zu führen. Schon bald durchziehen Terror und Verwüstung die Stadt. Die kleine Gruppe aus Menzoberranzan wird unfreiwillig in dieses Chaos hineingezogen und sieht sich mit Mächten konfrontiert, denen sie nur wenig entgegenzusetzen hat...

Der ersten Teils Zerstörung der Romanreihe Krieg der Spinnenkönigin legte bereits die Messlatte sehr hoch, doch sein Nachfolger Empörung kann locker mit ihm mithalten und zeigt sich als eine äußerst gelungene Fortsetzung. Nach dem sehr kampflastigen ersten Teil konzentriert sich der Autor Thomas M. Reid in diesem Band vielmehr auf die Intrigen der einzelnen Drow-Häuser untereinander und deren Auswirkungen auf das Reich der Dunkelelfen. Zwar präsentiert sich der Roman in klassischer Drow-Manier weiterhin recht kampfreich, doch ist das Verhältnis zwischen Kämpfen und der Geschichte an sich weitaus ausgewogener. Konnten die Charaktere bei Zersetzung mit ihren Kampftechniken glänzen, so verleiht ihnen der Autor im zweiten Teil mehr Tiefe. Auch wenn die Drow allesamt bösartig sind, so wird der arrogante, feingeistige Pharaun immer mehr zum Sympathieträger. Man kennt es ja schon: Jeder aus dieser Drow-Gemeinschaft, sofern man diese so nennen kann, ist meist nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht, was allerdings im Gegensatz zu den vielen üblichen Helden-Epen der Fantasy-Literatur der Mittelklasse eine schöne Abwechslung darstellt.

Wie jeder der einzelnen Bände vom Krieg der Spinnenkönigin baut dieser auf seinen Vorgänger auf und hat eine in sich abgeschlossene Geschichte, die sich wunderbar in den bisherigen Gesamtkontext einfügt. Jedenfalls bleibt es spannend und das Geheimnis um die schweigende Spinnenkönigin Lolth wird vorerst nicht gelüftet.

Fazit: Dieser Roman ist noch spannender und interessanter als sein Vorgänger. Wenn die Entwicklung der Serie diesen Standard beibehält, wird Der Krieg der Spinnenkönigin sich mit großer Sicherheit noch zu einem echten Juwel der Fantasy-Literatur entwickeln.




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