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Sichtschirm für die Erzählerin
Von Stefan Moriße

Rezension erschienen: 10.02.2004, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Steven S. Long, Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: 16 (+8), Erschienen: Oktober 2003, Preis: 14,95 €


Bestandteil eines jeden halbwegs erfolgreichen Rollenspielsystems ist der fast schon obligatorische Sichtschutz für den Spielleiter. Da möchte auch das Herr der Ringe-Rollenspiel keine Ausnahme machen. So ist nun mit etwa einjährigem Abstand zum Regelwerk der Sichtschirm für die Erzählerin erschienen, der zusätzlich noch einige Charakterblätter sowie ein kurzes Abenteuer als Auftakt einer größeren Kampagne enthält, auf die im Regelbuch bereits kurz eingegangen wurde.

Doch zunächst zum Sichtschirm selbst, der wie üblich auf der den Spielern zugewandten Seite ein farbiges Motiv zeigt und auf der anderen, nur für den Spielleiter bzw. der Erzählerin sichtbaren Seite eine Auflistung wichtiger Tabellen aufweist.
Das Bild zeigt Minas Tirith aus der Weit-Sicht sowie deren malerische Landschaftsumgebung, wobei auf der linken Seite im Hintergrund der brodelnde Schicksalsberg zu erkennen ist. Leider erscheint das Szenario in einigen Teilbereichen ein wenig unscharf. Vor allem Gondors weiße Stadt wirkt leicht schwammig und farblos, obwohl es im Grunde den zentralen Blickfang des Schirmes darstellt. Hier hätte man durchaus einen stimmungsvolleren oder opulenteren Ausschnitt wählen können.
Die Tabellen auf der Innenseite entschädigen wieder für dieses Manko. Alle relevanten und nützlichen Daten und Werte wurde gut strukturiert platziert; eine nebenstehende Seitenzahl verweist auf weitere Informationen im Regelwerk. Ausgehend von Bewegungsmodifikatoren über soziale und akademische Aktionswürfe wird der Hauptteil der Platzes für Kampfregeln und eine Waffentabelle eingenommen. Die Tabellen entsprechen bereits der überarbeiteten Errata und sollten im Zweifelsfall den Listen aus dem Regelbuch vorgezogen werden. Unglücklicherweise unterlief Pegasus bei der Produktion des Schirmes der Fehler, die alte Waffentabelle heranzuziehen, die nicht der im aktuellen Errata entspricht. Dennoch, dank der übersichtlichen Anordnung macht das Ganze einen guten Gesamteindruck.

Das Abenteuer Margils Haus, welches den zweiten Schwerpunkt der Bündels darstellt, kommt als dünnes, sechzehnseitiges Heftchen daher. Das Abenteuer ist perfide ausgearbeitet und nimmt angehende Erzählerinnen an die Hand. An markanten Stellen sind hilfreiche Tipps zur Gestaltung des Abenteuers vorzufinden. Das Szenario lässt sich locker an einem Abend durchspielen und bietet solide Kost, welche die Spieler näher mit Mittelerde (wenn auch einem zunächst nur kleinen Gebiet davon) vertraut macht. Margils Haus ist in sich abgeschlossen, kann aber als Grundlage für eine größere Kampagne aufgebaut werden. Als Einstieg in Tolkiens magische Welt ist es auf jeden Fall empfehlenswert. Verwunderlich erscheint da nur das Cover des Heftes, auf dem nicht der Name des Abenteuers, sondern erneut die Bezeichnung Sichtschirm für die Erzählerin zu lesen ist.

Zu guter letzt liegen dem Schirm noch sechs doppelseitig bedruckte Charakterblätter bei, die ebenfalls im Vergleich zu der fast identischen Vorlage aus dem Regelbuch an die neuste Errata angepasst sind. Des weiteren ergänzen zwei Zaubertabellen das Bündel, auf der alle Zauber sowie Hexenwerke (Zauber, welche die dunkle Seite nutzt) mit den wichtigsten Daten versehen sind. Die komplette Errata vom Mai 2003 wurde auf die Rückseite gedruckt und kann als Einlegeblatt für das Regelwerk herangezogen werden.

Fazit:
Der Sichtschirm für die Erzählerin hinterlässt einen gemischten Eindruck. Während das Abenteuer und die Tabellen auf dem Sichtschutz gut gelungen sind, so trübt doch die graphische Gestaltung ein wenig den Gesamteindruck. Sicher ist zumindest, dass es nicht an die wundervollen Hardcoverbände heranreicht, die bisher von dem Herr der Ringe-Rollenspiel auf dem Markt erhältlich sind. So wirkt die Umsetzung des Schirmes eher ein wenig lustlos. Auch die beigegebenen Charakterblätter verstärken den Eindruck, dass damit lediglich der Inhalt aufgefüllt werden sollte, um den recht stolzen Preis zu gerechtfertigen. Wer im Eifer des Gefechtes schnell auf die benötigten Regeln zurückgreifen will, der ist mit dem Schirm gut beraten. Auch das Abenteuer kann für Erzählerinnen, die sich noch nicht an eine eigene Geschichte heranwagen, interessant sein. Von einer unentbehrlichen Spielhilfe, wie es auf dem Klappentext allerdings heißt, kann aufgrund der nicht vollkommen zufriedenstellenden Umsetzung jedoch keine Rede sein.




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