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Herr der Ringe: Das Labyrinth
Von Volker Thies

Rezension erschienen: 24.01.2004, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): , Verlag: Ravensburger, Seiten: , Erschienen: 2003, Preis: 29,95 €


"Das verrückte Labyrinth" – ein Kinderspiel? Für die Ursprungsversion stimmt das vielleicht, jedoch gewiss nicht für die "Herr der Ringe"-Ausgabe. Zwar gilt auch hier das bewährte Spielprinzip: Auf einem Spielbrett, das aus verschiebbaren Papp-Quadraten besteht, jagen maximal vier Spieler hinter verteilten Schätzen her. Auf den Quadraten sind Gangabschnitte aufgedruckt, denen die Spielfiguren folgen müssen. Durch das Verschieben verändert sich das Spielfeld andauernd, Wege verschließen sich, neue tun sich auf.
Doch in "Herr der Ringe: Labyrinth" sind noch einige Schikanen eingebaut, die das Ganze deutlich komplexer machen und die Altersangabe "ab neun Jahren" vollauf gerechtfertigt erscheinen lassen. Vor allem müssen die Schatzplättchen, auf denen sich Szenenfotos aus den ersten beiden "Herr der Ringe"-Filmen finden, in einer bestimmten Reihenfolge eingesammelt werden. Diese Reihenfolge ist für alle Mitspieler einsehbar. Das hat zur Folge, dass alle Spieler stets dem gleichen Schatz nachjagen und jeder die anderen durch das Verschieben von Wänden aktiv behindern kann. Im ursprünglichen "Verrückten Labyrinth" war das Verbauen von Wegen für den Gegner eher ein Nebeneffekt. Jetzt wird es zum wichtigen Bestandteil des Spiels, der dementsprechend viel Aufwand an Strategie und Taktik nach sich zieht. Allerdings bleibt noch genügend Raum für den Zufall. Denn vor allem ab drei Spielern lassen sich die Verschiebungen im Labyrinth kaum noch vorhersagen. Die taktischen Überlegungen treten dementsprechend in einer Partie mit drei oder vier Spielern etwas zurück, wohingegen bei zwei Spielern fast schon die Komplexität von Schachpartien erreicht wird.
Wie im alten "Verrückten Labyrinth" gibt es Handkarten, auf denen sich die Schatzsymbole wiederholen. Die Neuerung hier: Wer diese Karte besitzt und das entsprechende Plättchen ergattern kann, bekommt zehn Zusatzpunkte. Wer die Karte nicht hat, erhält nur den Nennwert des Plättchens, kann aber verhindern, dass ein Mitspieler zehn Bonuspunkte einsammelt. Noch komplexer wird das ganze durch die "Zauberstäbe", die im Verlauf des Spiels an jeden Mitspieler verteilt werden. Sie ermöglichen einen Doppelzug, dessen Einsatz man sich aber gut überlegen muss. Schließlich gibt es nur drei Zauberstäbe. Sie werden besonders interessant, weil die Schatzplättchen einen aufsteigenden Punktwert von 1 bis 23 besitzen, und dann noch einmal 30 für das "Auge Saurons". Also teilen sich die Spieler ihre Zauberstäbe meistens ein, was zum Ende hin für ziemlich viel Tempo sorgen kann.
Das Design von "Herr der Ringe: Labyrinth" ist auf die beiden ersten Filme der Trilogie ausgelegt. Fotos von Charakteren aus diesen Filmen sind auf die Schatzplättchen und die etwas dünnen Handkarten aufgedruckt, ebenso wie auf die Spielschachtel, auf der zusätzlich ein großer Ring prangt. Das Labyrinth erscheint mit stilisierten Schlachtenszenen als "Wände" etwas düsterer als das Originalspiel.

Fazit:
"Herr der Ringe: Labyrinth" bietet mehr als nur ein neues Design für den Spieleklassiker. Mit kleinen Regelveränderungen wurde aus dem "Verrückten Labyrinth" ein komplexes und taktisch anspruchsvolles Spiel.





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