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Princes of the Renaissance
Von Stefan Sauerbier

Rezension erschienen: 01.11.2003, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Martin Wallace, Verlag: Warfrog, Seiten: , Erschienen: 2003, Preis: 30 Eur


Wie der Name des Spiels bereits erraten lässt, befinden wir uns in der Zeit der Renaissance, um genau zu sein im Italien des 15. Jahrhunderts (1470 – 1500). Die vermögenden Condottieri (Anführer) in den zahlreichen italienischen Splitterstaaten finanzierten sich ihren Lebensunterhalt, indem Sie für einzelne Staaten Krieg führten.
Jeder Spieler übernimmt die Rolle eines Condottieri und hat die Aufgabe den Lebensunterhalt seiner Familie zu sichern. Jede dieser Familien verfügt über eine besondere Eigenschaft. Erwartungsgemäß ist das Ziel dieses Spiels am Ende über das beste Ansehen und den größten Reichtum zu verfügen: Nur so kann man schließlich den Ruhm seiner Familie steigern und sie zur mächstigsten in ganz Italien machen.

Der erste Blick in den Spielekarton lässt schon eine große Komplexität erwarten: Es finden sich unzählige Plättchen aus Pappe für die jeweiligen Familien, Truppen, Verräter, Ereignisse und Städte und zu guter Letzt sogar eines für den Papst. Um das aktuelle Spielgeschehen festzuhalten, gibt es zahlreiche Counter für Einfluss, Gold und natürlich die erstrebten Siegpunkte. Den Spielplan hätte man deutlicher strukturieren sollen und die Counter fallen sehr schlicht aus. Die Spielsteine für die Städte, die "Kriegsanzeiger" sowie die Würfel bestehen - anders als der Rest - sogar aus Holz. Das Spielmaterial ist robust, die Plättchen sind optisch sehr ansprechend und zweisprachig gestaltet: Ihre Vorderseite ist jeweils in Englisch beschriftet, die Rückseite auf Deutsch. Die Counter hingegen fallen sehr schlicht aus.

Da »Princes of the Renaissance« ein sehr komplexes Strategiespiel ist, würde es den Rahmen dieser Kritik sprengen auf sämtliche Regularien genau einzugehen.
Zu Beginn eines Spiels wird der Plan aufgestellt, die Counter und Plättchen verteilt und der Anfangsstatus jeder Stadt wird auf einer Leiste markiert. Die Ereignisplättchen für die erste Dekade, den ersten Spielabschnitt, werden ausgelegt. Im Gegensatz zu anderen Strategiespielen geht die Vorbereitung ziemlich schnell vonstatten und man kann zügig beginnen.

Während des Spiels dürfen die einzelnen Spieler miteinander verhandeln, sich zusammenschließen, bestechen oder absprechen. Als Bezahlung dürfen sie aber nur Gold und Einfluss verwenden. Interessant hierbei ist, dass diese Counter von den Spielern verdeckt gehalten werden, so dass andere nur die Gesamtzahl an Counter überblicken können.

Trotz seiner Komplexität ist das Spiel durch seinen schnellen Rundenverlauf (jeder hat nur eine Aktion) sehr schön kurzweilig. Es gibt unzählige Strategien wie man den Sieg erringen kann. Insbesondere die vielfältigen Interaktionsmöglichkeiten verleihen dem Spiel viel Tiefe. Die Begrenzung der möglichen Kriege auf vier bis fünf pro Dekade lässt »Princes of the Renaissance« nicht zu einem Kriegsspiel verkommen. So haben Spieler, die sich nicht auf eine Kriegs-Spielstrategie festlegen, ebenfalls eine Chance den Sieg davonzutragen. Man sollte sich die Regeln mit all ihren Möglichkeiten auf jeden Fall erst in einem Testspiel ansehen, um dann später richtig zu spielen.
Unnötige Übersetzungsfehler und die teilweise großen Lücken in den Regeln erschweren das Spiel und mindern den Spaß. So wurden auch die wichtigen Startpositionen der Städte nachträglich mit einem Aufkleber auf die Verpackung geklebt. Eine Übersicht der Errata befindet sich auf der Warfrog Webseite.

Fazit:
Die im Spiel verwendeten Materialien sind schön stabil, und man hat auf unnötiges Plastik verzichtet. Die Plättchen sind sehr ansprechend, die Counter und der Plan wirken hingegen schlicht und unausgereift. Ein großer Vorzug ist aber in jedem Falle die Zweisprachigkeit. Die Regeln sind sehr komplex und daher eignet sich das Spiel nicht für mal zwischendurch. Jeder, der Strategiespiele mit vielen Kombinationsmöglichkeiten, mit Versteigerungen und hohem Konfliktpotential mag, ist mit »Princes of the Renaissance« gut beraten.




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