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Grabräuber aus dem All
Von Stefan Sauerbier

Rezension erschienen: 19.06.2004, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Stephen Tassie, Verlag: Mario Truant Verlag, Seiten: , Erschienen: 2003, Preis: 12,50 Eur


Mit »Grabräuber aus dem All« hat der Truant Verlag den 2001 erschienenen Geheimtipp »Grave Robbers from Outer Space« vom amerikanischen Spielehersteller Z-Man Games nach Deutschland geholt. Das B-Movie-Kartenspiel beinhaltet 120 geniale Spielkarten mit noch genialeren Sprüchen und alles davon hat man mindestens schon einmal in irgendeinem klassischen B-Movie der 50er und 60er Jahre gesehen. Aber worum geht es eigentlich?

Jeder der zwei bis sechs Spieler verkörpert einen Regisseur, der die glorreiche Aufgabe hat einen Film zu drehen. Das Budget ist knapp und man greift gerne auf alles zurück was man bekommen kann. Zusätzlich gilt es, die Arbeit seiner Konkurrenz zu sabotieren.
Zu jedem Film gehören Darsteller wie beispielsweise die "nymphomanische Cheerleaderin" oder die "Streberin ohne Freund", Drehorte wie ein "Hauptquartier der Aliens" oder ein "Mädcheninternat", die guten alten Requisiten wie Kettensägen, Taschenlampen und Flammenwerfer und natürlich – ganz wichtig – die Monster. Diese treten in unterschiedlicher Form auf und jedes kennt man aus einem bestimmten Film.

Der Spielablauf: Zu Beginn des Films gilt es zunächst sich einen passenden Filmtitel zu überlegen. Dafür zieht man eine bestimmte Anzahl von Karten, auf denen jeweils ein Filmwort steht. Mit diesen bildet man einen passenden und möglichst nach B-Movie klingenden Filmtitel. Dann kann es losgehen.

Durch ausspielen seiner Handkarten kann sich jeder Spieler nach und nach seinen Film aufbauen. Mit ein wenig Glück hat er schon bald vor sich seinen Drehort, hoffentlich mit ein, zwei Darstellern liegen sowie vielleicht ein paar Requisiten. Diese ergeben zusammen einen bestimmten Verteidigungswert. Auf der Hand hat er zudem noch weitere Karten, wo sich neben anderen Drehorten, Darstellern und Requisiten auch Monster tummeln. Um die Dreharbeiten seiner Konkurrenz zu sabotieren, kann man seine eigenen Filmmonster auf sie hetzen. Diese haben einen bestimmten Angriffwert. Ist das Monster mächtiger als der Verteidigungswert des gegnerischen Films, so kommt ein Darsteller um und seine Requisiten fliegen ebenfalls raus.
Um dem ganzen noch ein wenig mehr Pepp zu verleihen, können noch Spezialeffekte eingesetzt werden, die man jederzeit ausspielen kann. Diese können den Verlauf eines Filmes total verändern oder sogar die eigenen Monster gegen einen aufbringen.
Im Spiel gibt es ein paar Karten, die derart mächtig sind, dass dadurch ein großes Ungleichgewicht entstehen kann. So kann es zum Beispiel soweit kommen, dass ein Spieler für seinen Film keine Darsteller einsetzen kann, da diese sofort wieder auf dem Friedhof landen, weil ein anderer Spieler ein Monster regelmäßig ausspielen und wiederbeleben kann.

Gespielt wird solange bis von einem Spieler eine Abspannkarte gezogen wird. Sobald diese liegt ist jeder noch einmal an der Reihe und dann endet der Film.
Sieger ist, wer die meisten Punkte gesammelt hat. Hierfür wird der Verteidigungswert der ausliegenden Karten seines Films zusammengezählt. Sollte man dort Karten in seinem Besitz haben die Teile des Filmtitels beinhalten gibt es zusätzliche Bonuspunkte. So kann sich selbst zum Schluss das Blatt noch gewaltig wenden.

Fazit: Das Spiel basiert auf einem sehr einfachen und dadurch äußerst gängigen Spielprinzip. Die Karten sind durch die Darstellung der Charaktere oder allein schon durch deren Filmzitate viel mehr als nur die Summe ihres Verteidigungswertes. Einige Spieler verfielen beim Testspiel immer wieder in minutenlanges Gekicher. Das Spiel lebt von seiner (B-)Stimmung. Beim Spiel kann unglaublich viel Atmosphäre aufkommen, besonders wenn man die Karten regelrecht vorträgt und mit ihrer Hilfe einen ganzen Film erzählen kann.
Noch nie hat es soviel Spaß gemacht einen schlechten Film zu drehen!




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