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Gipf
Von Stefan Sauerbier

Rezension erschienen: 07.02.2004, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Kris Burm, Verlag: Don & Co N.V., Seiten: , Erschienen: 1996, Preis: 24,95 Eur


GIPF ist das erste von insgesamt fünf Spielen, das als Ausgangspunkt Spielern die Möglichkeit geben soll, verschiedene Spiele zu kombinieren.

Das Standardspiel wird auf einem sechseckigen Plan mit Dreieckraster gespielt, das insgesamt 36 Schnittpunkte aufweist. Die einzelnen Schnittkanten heißen Punkte und die äußeren Felder heißen Tupfen. Zu Beginn des Spieles werden die Außenkanten des Spielfeldes abwechselnd mit je drei Steinen von jedem Mitspieler besetzt.

Im Spiel selber versuchen die Spieler mit vier von insgesamt 18 Steinen einen geschlossene Reihe zu bilden. Gelingt dies, werden die vier Steine, sowie sämtliche an diese Reihe anschließenden Steine vom Plan genommen. Eigene Steine werden wieder zu der eigenen Reserve hinzugefügt, die des Mitspielers sind aus dem Spiel. Man gewinnt das Spiel, sobald der andere am Zug ist und keine Steine mehr nachlegen kann.

Die einzelnen Spieler bringen abwechselnd jeweils einen Stein ins Spiel. Dazu wählen sie sich einen Tupfen aus und schieben dann den Stein um ein Feld entlang der Linien ins Spielfeld. Sollte das gewählte Feld bereits besetzt sein, verschieben sich sämtliche Steine in der Reihe, sofern mindestens noch ein Feld frei ist. Im Gegensatz zu dem bekannten Abalone dürfen hier die Spielsteine nicht aus dem Spielfeld geschoben werden. So kurz und einfach die Grundregel ist, so komplex und fordernd ist das Spiel, das hieraus entsteht.

Zusätzliche zu dem Standard-Spiel bietet GIPF noch eine wesentlich anspruchsvollere Variante mit drei Doppelsteinen (GIPF-Steine), sowie eine Turniervariante.
Die Variante mit den Doppelsteinen erinnert stark an Dame. Dafür werden anstelle der drei Startspielsteine drei Doppelsteine zu Beginn in das Spielfeld gesetzt. Im Unterschied zum Basisspiel hat man hier nun die Wahl, ob man die sogenannten GIPF-Steine aus dem Spiel nimmt (sie werden dann zu zwei normalen Steinen) oder ob man sie auf dem Spielfeld belässt. Besonders interessant wird es, wenn diese Steine im Schnittpunkt von zwei Viererreihen stehen, denn hat man die Möglichkeit beide Reihen zu schlagen. In dieser Variante endet das Spiel auch, sobald die drei GIPF-Steine des Gegners geschlagen worden sind.
In der dritten Variante, der Turnier-Variante, beginnt man mit einem leeren Spielbrett. Zu Beginn werden nur GIPF-Steine eingesetzt. Der erste Basisstein beendet diese Möglichkeit für den Ausspielenden.

So schlicht und abstrakt die Aufmachung von GIPF sein mag, so herausfordernd und spannend ist das Spiel an sich. Wer viele Steine im Spiel hat, kann aus einem breitem Spektrum von taktischen Möglichkeiten wählen. So kann es durchaus lange Zeit scheinen, dass man gewinnt, doch nur mit einem Zug kann sich die gesamte Situation verändern.
Das einfache Design ist im Zeitalter der bunten Spiele, welche oft mit vielfältigem Zubehör daherkommen, zudem angenehm erfrischend und hilft dabei den Überblick zu behalten.
GIPF ist ein sehr bemerkenswertes Spiel im Bereich der taktischen Zwei-Personen-Spiele. Wer nach neuen Herausforderungen sucht, ohne sich gleich in den endlosen Tiefen wie bei einem Schachspiel verlieren zu wollen, sollte GIPF auf jeden Fall ausprobieren.

Die Qualität dieses Spieles hat inzwischen auch einen großen Verlag überzeugt. GIPF erscheint in Deutschland mittlerweile unter dem Label Schmidt-Spiele.




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