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Coppertwaddle
Von Stefan Sauerbier

Rezension erschienen: 23.01.2003, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Tony Boydell, Alan Paull, Mark Stansfield, Verlag: Surprised Stare Games Ltd., Seiten: , Erschienen: 2002, Preis: 18 €


Coppertwaddle ist ein Kartenspiel für zwei Personen, welches sich thematisch an die klassischen Wohnzimmerspiele der viktorianischen Epoche anlehnt. Die Herausgeber Surprised Stare Games haben sich für dieses Spiel einen geschichtlichen Hintergrund überlegt, welcher dem Spiel noch mehr Atmosphäre verleiht.

Zwei Fürsten versuchen, sich eine Machtstruktur aufzubauen, die aus Adligen (noble) und dem gemeinen Volk (peasant) besteht. Gespielt wird in so genannten Threlms, je einem für die Adligen und einem für das bürgerliche Volk für jeden Spieler. Ein Threlm besteht aus vier Karten. Beide Threlms bilden die eigene Domain.
Ziel des Spieles ist es, in die obere vier "Noble Threlms" und in die untere vier "Peasant Threlms" auszulegen.
Wer zuerst seine Domain fertig aufgebaut hat, ist der Gewinner einer Partie.

Damit das Spiel nicht zu einfach wird, können sich die Kontrahenten angreifen, um damit Adlige oder Bürgerliche zu entführen und in die eigenen Reihen einzufügen.

Die Charaktere im Spiel besitzen Macht, welche starken Einfluss auf Angriffe oder Entführungsversuche hat. Mit Hilfe von speziellen Karten kann man die Machtwerte und die speziellen Fähigkeiten einzelner Karten verändern oder sogar z.B. Adlige in die Bürgerlichen Reihen verbannen.

Die Regeln des Spiels sind bei der Lektüre schwieriger zu verstehen als später im Spiel. Man kann nicht behaupten, dass die Regeln unverständlich wären oder einfach nur schlecht geschrieben seien. Vielmehr haben sich die Entwickler von Coppertwaddle sehr viel Mühe gegeben, dem Spiel Atmosphäre zu verleihen, und genau dies ist auch in die Regeln eingeflossen: es wurden viele unübliche und veraltetet Begriffe verwendet, was besonders bei den Texten auf den Karten ins Auge fällt. Gerade im deutschen Raum können Spieler hier Verständnisschwierigkeiten haben, da das verwendete Englisch nicht an deutschen Schulen unterrichtet wird.
Wer damit Probleme haben sollte, kann sich mittlerweile auch die deutschen Regeln von der Webseite von Surprised Stare Games herunterladen.

Die Gestaltung des Spiels ist sehr gelungen. Die Qualität der Grafiken und des Spielmaterials selber ist sehr hoch. Ansehnlich sind vor allem die mittelalterlich angehauchten Schnitte auf den Karten, welche zur Atmosphäre beitragen. Die Layout der Karten ist vergleichsweise einfach, aber trotzdem stimmungsvoll. Lediglich die gewählte gotische Schriftart kann bei schlechterer Beleuchtung schon mal zu Problemen führen.

Coppertwaddle ist eine interessante Schlacht des Verstands. Zwischen zwei erfahrenen Spielern kommt es oft zu Bluff und Gegenbluff, während man seine Threlms auslegt. Der Mechanismus für das Angreifen und Stehlen gegnerischer Threlms erlaubt viel taktisches Spiel. Das Spiel gewinnt mit jeder neuen Runde mehr und mehr an Tiefe und Spielspaß. Man erkennt erst nach einigen Runden, welch besonderer Edelstein hier wirklich vor einem liegt.




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