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Wo ist Jack the Ripper
Von Stefan Sauerbier

Rezension erschienen: 01.11.2003, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Anja Menon, Patrick Menon, Verlag: Krimsus Krimskramskiste, Seiten: , Erschienen: 2003, Preis: 6,50 €


Ein Kartenspiel für 2-5 Spieler ab 10 Jahren. Spieldauer 45-60 Minuten.

London im Jahr 1888. Die nebelverhangene Industriestadt ist entsetzt über die Welle von Serienmorden im Rotlichtmilieu. Die Polizei und Scotland Yard tappen im Dunkeln. Neben ihnen sind aber noch eine handvoll wissensdurstiger Reporter unterwegs, immer auf der Suche nach der besten Story.
Bei diesem Spiel übernehmen die Spieler die Rollen von Reportern. Ihre Passion liegt im Veröffentlichen von Zeitungsartikeln, die natürlich so sensationell wie nur irgend möglich sein sollten. Und gibt es da ein aktuelleres und sensationelleres Thema als die Taten des "Jack the Ripper"?

Ziel der Spieler ist es im richtigen Augenblick die passenden Karten für die aktuell ausgeschriebene Story zu haben. Dabei gilt es nicht nur sich selber einen Vorteil zu verschaffen, sie sollten zudem auch nach Möglichkeit die Nachforschungen der anderen Spieler behindern.

Die Spielkarten sind unterteilt in Recherche-, Story und Aktionskarten. Die Recherchekarten sind zusätzlich in Zeugen, Beweisstücke und Nachforschungen untergliedert. Die Anforderungen für die jeweiligen Zeitungsartikel werden durch Zahlen auf der aktuellen Storykarte verdeutlicht. Sie stehen für die Anzahl an notwendigen Beweisen, Zeugen oder Nachforschungen. Die Aktionskarten dienen dem Spieler dazu sich Vorteile zu verschaffen oder alternativ die Mitspieler bei ihrer Arbeit zu behindern.

Zu Spielbeginn werden zwei Storykarten ausgelegt. Das Spiel basiert auf dem herkömmlichen Rundensystem und ein beliebiger Spieler beginnt das Spiel.
Der aktive Spieler hat nun die Wahl zwei der folgenden Recherchemöglichkeiten auszuführen: er darf eine Recherchekarten offen vor sich ablegen, eine neue Recherchekarte ziehen oder eine Story drucken. Dabei gilt es zu beachten, dass ein Spieler niemals mehr als sechs Karten auf der Hand halten darf. Sobald ein Spieler eine Story drucken lassen möchte, muss er die für die erste der beiden offenliegenden Zeitungsartikel notwendigen Vorraussetzungen an Beweisen, Zeugen und Recherchen mit seinen offen ausliegenden Karten erfüllen. Erfüllt er diese darf er sich die Storykarte nehmen, muss aber die "verwendeten" offenliegenden Karten auf den Ablagestapel legen. Alle anderen Mitspieler müssen dann ebenfalls eine ausliegende Karte ablegen.
Nach den Recherchen muss er nun eine Aktion durchführen. Dazu kann er entweder eine Aktionskarte ausspielen oder eine neue nachziehen. Mehr als zwei Aktionskarten sind aber nicht erlaubt. Aktionskarten ermöglichen dem Spieler sich Vorteile zu verschaffen oder seine Mitspieler zu sabotieren. So kann man beispielsweise zwei, anstelle von drei Recherchen durchführen oder man darf einen Mitspieler bestimmen, der in dieser Runde seine Story nicht drucken lassen darf.

Das Spiel endet, sobald sämtliche Zeitungsartikel veröffentlicht wurden. Die einzelnen Spieler addieren nun die Punkte auf den Storykarten. Der Spieler mit den meisten Artikeln erhält zudem zwei Zusatzpunkte. Wer die meisten Punkte sammeln konnte gewinnt das Spiel.

Fazit:
Das Spiel widmet sich dem sehr ungewohnten Thema "Jack the Ripper". Allein schon der Titel weckt Neugierde, welche noch durch die rundum gelungenen Grafiken gefördert wird. Diese unterstützen den mystischen Charakter des Themas und lassen den Spieler in die Welt der Reporter eintauchen. Störend hingegen wirken die hellblauen Rückseiten der Karten, die es dem Spieler durch Ihre Kontrastlosigkeit schwer machen die einzelnen Kartentypen zu unterscheiden.
Regeltechnisch gestaltet sich das Spiel sehr einfach und basiert auf einem simplen Nachzieh- und Ablegeprinzip mit einem sehr starken Glücksfaktor. Die Aktionskarten bieten den Spielern von »Wo ist Jack the Ripper« ein wenig Interaktion und machen das Spiel etwas interessanter.
Je größer die Gruppe ist, desto unübersichtlicher gestaltet sich ein Spiel. War bei drei Spielern das Spiel halbwegs planbar, so führt es hier zu einem vollständigen Planungsverlust und es kommt keine Spannung mehr auf.
Hier spätestens gilt es zu sammeln, Recherchekarten möglichst schnell auszuspielen um hoffentlich doch noch vor jemand anderem eine Storykarte erhaschen zu können. Das Glück hat seine Hand stark im Spiel und der eigene Spieleinfluss bleibt oft vollkommen auf der Strecke.
Hinter dieser reizvollen Fassade steckt ein kleines Spiel für Zwischendurch, was mehr aber auch leider nicht hergibt.




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