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Finstere Flure
Von Stefan Sauerbier

Rezension erschienen: 22.06.2004, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Friedemann Friese, Verlag: 2F-Spiele, Seiten: , Erschienen: 2003, Preis: 18 €


Zu Beginn des Spieles bekommt jeder Spieler je nach Spieleranzahl 3 oder 4 Spielsteine. Eine bestimmte Anzahl muss man von diesen in Ziel bringen um zu gewinnen. Hört sich einfach an, ist es aber nicht. Denn auf der anderen Seite des Spielplans lauert das schreckliche Monster, welches Fürst Fieso auf die Spieler loslässt, just genau am Ziel.

Das Monster kann man nach eigenem Gutdünken zusammenbauen und so aus unterschiedlichen Modeltypen verschiedenste Monster kreieren. Alleine das macht schon viel Spaß und ist den ein oder anderen Lacher wert. n lassen!

Im Spiel gibt es als Gruppen die »Familie«, »Feuerstühler«, »Fachhochschüler«, »Freunde«, »Fans«, »Frommen« und das »FBI«. Die einzelnen Spielsteine haben jeweils eine Vorder- und eine Rückseite, die mit verschiedenen Zahlen versehen sind und in ihrer Summe immer 7 ergeben. Wird ein Spielstein bewegt, so dreht man ihn um und beim nächsten mal, kann er sich den Rest seiner 7 Schritte bewegen. So hat er zum Beispiel zu Beginn die Bewegungsreichweite von 3, dann kann er sich in der nächsten 4 Felder weit bewegen. Am Anfang ist dies ein wenig verwirrend, aber das legt sich schnell. Hierbei muss man aber acht geben und im Voraus planen, denn man muss seine Bewegungen so timen, dass man nicht vom Monster gefressen wird. War man unachtsam, so kann es vorkommen, dass man den Klauen des Monsters einfach nicht mehr entkommt.

Nachdem alle Spieler ihre Figuren gezogen haben ist das Monster an der Reihe. Wie es sich für ein gutes Monster gehört, ist es nicht ganz helle und geht deshalb einfach immer planlos schnurstracks geradeaus, es sei denn es erblickt links oder rechts ein potentielles Opfer. Dabei geht es – je nach Bewegungskarte – zwischen fünf und zehn Felder weit oder bis es ein oder zwei Opfer gefunden hat.

Hört sich chaotisch an? Ist es auch. Aber hinter all dem Chaos steckt System. So können Mitspieler durch die bloße Anwesenheit ihrer Figuren das Monster so lenken, dass es buchstäblich in die Spielfiguren der Gegenspieler reinläuft.
Zusätzlich können die Spieler ihre Figuren hinter Steinen verstecken oder diese verschieben, auf Blutlachen durch die Gegend schliddern oder sich im toten Winkel hinter dem Monster bewegen. In der erweiterten Version gibt es zudem noch Teleporter und einige Felsblöcke geben an, in welche Richtung das Monster umgelenkt wird. Kristalle haben denselben Effekt wie Steine, durch sie kann das Monster aber durchblicken. So ist es durchaus schon vorgekommen, dass eine Figur durch einem vom Monster an die Wand geschobenen Kristall zerquetscht wurde!
Wird eine Figur getötet, beginnt sie wieder am Ausgangspunkt oder scheidet ab einer bestimmten Spieldauer aus dem Spiel aus.

Der Zufall ist in diesem Spiel ein wichtiger Aspekt, welcher durch verschiedenste zusätzliche Abhängigkeiten (z.B. unterschiedliche Bewegungsweiten des Monsters) noch verkompliziert werden kann. Trotzdem macht das Spiel einen Mordsspaß. Allein die Blutlachen sind schon eine geniale Idee!
Trotz Glücksfaktor kann man aber immer noch taktieren und seine Spielzüge geschickt planen.

Das Spielmaterial besticht durch seine von 2F-Spiele gewohnte Qualität. Die Spielsteine sind aus Holz, der Spielplan, das Monster und alle weiteren Materialien aus starkem, robusten Pappkarton.
Sämtliche Grafiken, sowie die optische Gestaltung des Spielplatz sind äußerst liebevoll und mit lustigen Details gestaltet und sind für jung und alt ein Hinkgucker.

Fazit: So manch' ein Veteran von »Robo Rally« wird Parallelen zu diesem Spiel erkennen können. Für jeden, der schon damals gerne Roboter durch gefährliche Labyrinthe gelenkt hat ist dieses Spiel wärmstens zu empfehlen.

»Finstere Flure« besticht durch sein erschreckend einfaches Spielprinzip, seine ausgewogene Mischung von Glück und Taktik und seinen mehr als moderaten Preis.
Das Spiel vom kleinen Verlag »2F-Spiele« ist ein absolutes Muss und schon was Besonderes zwischen all den Massen von Mainstreamspielen auf dem deutschen Markt.




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