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Der Herr der Ringe - Sauron-Erweiterung
Von Stefan Sauerbier

Rezension erschienen: 20.10.2002, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Reiner Knizia, John Howe, Verlag: Kosmos Verlag, Seiten: , Erschienen: 2002, Preis: ca. 19 €

Die Ära der Herr der Ringe-Serie bei Kosmos bekann mit einem kooperativen Brettspiel, welches erst um "Die Feinde" erweitert wurde und den Spielern das Leben wesentlich schwerer machten. Im Basisspiel geht es darum, dass die Gemeinschaft des Ringes die Abenteuer der Hobbits überleben und den einen Ringe vernichten. Bislang trat das Spielsystem als Gegner auf, was schon schwer genug war. Jetzt kommt ein weiterer Spieler zum Zug: mit der Erweiterung Sauron übernimmt ein Spieler die Rolle von Sauron und heizt den Spielern richtig ein.

Als Mittel stehen dem Sauron-Spieler zwei Möglichkeiten zur Verfügung: die Sauron-Karten und die Nazgul-Karten, von denen er zu Beginn je zwei bekommt. Die Sauron-Karten hält er während des Spiels verdeckt, die wesentlich unangenehmeren Nazgul-Karten werden offen ausgelegt, so dass die Hobbits genau wissen, was auf sie zukommen kann. Unterstützung erhält Sauron auf der Finsternisanzeige von einer weiteren Figur: dem Schwarzen Reiter. Zu Beginn eines jeden Abenteuers steht der schwarze Reiter auf dem letzten Feld der Finsternisanzeige. Er versucht, den Ringträger zu erreichen und danach wieder auf Startfeld zurückzukehren.

Das Spielprinzip bei Herr der Ringe ändert sich hierbei nicht wesentlich. Jetzt greift Sauron vor jedem Zug eines Hobbits in das Spielgeschehen ein oder anstelle eines Würfelwurfs wird in fast allen Fällen Sauron aktiviert.
Sauron kann bei jeden Spielzug den Hobbits Steine in den Weg legen indem er entweder eine Sauron-Karte oder eine Nazgul-Karte ausspielt. Möchte er davon keinen Gebrauch machen, kann er auch eine Sauron-Karte nachziehen. Eine Sauron-Karte zeigt ein bis drei Symbole, die alle negative Auswirkungen auf die Hobbits haben, wie zum Beispiel Karte ablegen, ein Feld in die Finsternis vorgehen oder Lebensplättchen ablegen. Neu ist das auf vielen Karten vorhandene Symbol, dass den Schwarzen Reiter vorwärts ziehen lässt. Der aktive Spieler wählt, eventuell nach einer Beratung mit den anderen Hobbits, eines der Symbole aus und erfüllt die Bedingung. Symbole, deren Bedingung er nicht erfüllen kann sind tabu. Eine Nazgul-Karte ist wesentlich effizienter. Sie enthält zum einen ein Symbol, das den aktiven Spieler betrifft. Hier hat er keine Auswahl und muss die Bedingung erfüllen. Zusätzlich enthält die Karte einen Text, der weitere Auswirkungen auf das Spielgeschehen beschreibt.

Häufig bewirken die Sauron- oder Nazgul-Karten, dass der schwarze Reiter aktiviert wird. Dieser reitet dem Ringträger entgegen. Der entscheidende Moment ist das zusammentreffen mit dem Ringträger. In jedem Fall bleibt der schwarze Reiter dann stehen und reitet auf der Finsternisanzeige zurück zum letzten Feld. Wenn er das letzte Feld erreichen sollte, hat Sauron sofort gewonnen.

Zusätzlich wird Saurons Macht noch durch vier neue Ereigniskärtchen gestärkt, die unter die bisherigen gemischt werden. Die Karten können entweder Sauron aktivieren oder ihn auf der Finsternisanzeige vorrücken.

Damit das Spiel nicht derart einseitig verändert wird bekommen die Hobbits auch neue Möglichkeiten sich vor der dunklen Seite zu schützen. Jeder Hobbit erhält eine Sondereigenschaft die er einmal pro Spiel nutzen kann. Zusätzlich gibt es zwölf Lichtplättchen. In den ersten drei Abenteuern werden je vier dieser Plättchen ausgelegt. Diese Plättchen bringen Heilungen, Schilde und Sonderkarten. Auch Gandalf bietet zwei weitere Hilfen an. Optional einsetzbar sind zwei neue, blaue Karten die es erlauben Sauron drei Felder zurückzuschicken oder es gestatten den einen Ring einmal im Spiel beliebig an einen anderen Hobbit abzugeben.

Neben diesen schon umfangreichen Möglichkeiten liegt der Sauron-Erweiterung noch eine neue Variante für das Basisspiel bei, die aber auch mit allen anderen Erweiterungen spielbar ist: auf 23 Ereigniskärtchen sind negative Auswirkungen auf die Hobbits abgebildet. Diese Kärtchen werden inklusive der Sauron-Ereigniskärtchen mit den bisherigen Ereigniskärtchen gemischt. Das Spiel läuft wie das Basisspiel ab, jedoch mit einer Ausnahme. Wenn ein Ereigniskärtchen gezogen wird, kann es abgelehnt werden. Dann wird sofort ein neues Kärtchen gezogen, das nun nicht mehr abgelehnt werden darf. Sollten noch weitere Kärtchen gezogen werden müssen, darf man immer dann ein Kärtchen ablehnen, wenn man das vorherige Kärtchen nicht abgelehnt hat.

Die Sauron-Erweiterung bietet den Spielern viele neue Möglichkeiten und stellt sie vor ganz neue Herausforderungen. Das Böse ist nun nicht mehr imaginär, sondern wird durch einen Spieler verkörpert was es den Hobbits zusätzlich noch schwerer macht. Denn dieser Spieler kann auf die Aktionen der Hobbits eingehen und seine Handlungen danach planen.
Wenn man die Regeln liest kann der Eindruck entstehen, dass Sauron stark an Spielgeschehen beteiligt wird. Dieser Schein trügt. Den Hobbits stehen weitaus mehr Mittel und Wege zur Verfügung sich gegen die Attacken von Sauron zu wehren. Beide Spielparteien besitzen einen nicht unerheblichen Glücksfaktor, sowohl durch Karten wie auch durch Ereignisplättchen.
Dadurch gelingt es das Spiel immer wieder unterschiedlich und nicht einseitig ablaufen zu lassen. Sauron ist stark und er hat jetzt einen Verbündeten, aber er ist, wenn auch schwer, besiegbar.

Die Variante mit den neun Ereigniskärtchen stellt dazu eine gelungene Alternative dar. Wer nach einigen Kämpfen gegen menschliche Saurons endlich wieder komplett miteinander spielen möchte, findet hier eine Erweiterung des Basisspiels, die genau das bietet, was man sich immer gewünscht hat: endlich den Ereigniskärtchen nicht mehr total ausgeliefert sein. Auch hier sollte man aber nicht erwarten, dass es für die Hobbits einfacher wird, den Ring zu vernichten.

Die Erweiterung besticht zudem mit ihren umfangreichen Kombinationsmöglichkeiten und begeistert durch diese Vielseitigkeit. Jedem Fan des Basisspiels sei die Sauron-Erweiterung wärmstens empfohlen.




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