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Hyperborea
Von Stefan Sauerbier

Rezension erschienen: 26.09.2002, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Croc, G.E.Ranne, Verlag: Mario Truant Verlag, Seiten: 214, Erschienen: 2001, Preis: k.a.

Die Welt von Hyperborea ist hart, wild, gnadenlos und erinnert bei der Lektüre ein wenig an die Welt von Conan. Sie kreist um zwei verschiedene Sonnen und erfährt einen immer wiederkehrenden Evolotionszyklus, welcher vom Hintergrund interessante Aspekte beinhaltet, sich aber zu keinem Zeitpunkt auf das Spiel auswirkt.

Vieles in dem System ist bereits aus anderen Systemen bekannt und man kann einige Vergleiche ziehen. Neu hingegen ist aber, dass die Götter der Welt irgendwann einmal zu den Menschen herabgestiegen sind und sich in magische Waffen inkarniert haben. Menschen die eine solche Waffe erlangen, werden zu sogenannten Waffenträgern, denen durch die Götterwaffen besondere Fähigkeiten zu Teil werden. Und genau diese Waffenträger verkörpert der Spieler später im Spiel. Die Herausforderung besteht darin, sich nicht von den beseelten Waffen so beeinflussen zu lassen, dass man zu einer Marionette wird. Sie versuchen immer wieder den Waffenträger ihren eigenen Willen aufzuzwingen, da es ihnen nach den Gefühlen der Menschen dürstet. Die Person, der Träger ist dabei nur zweitrangig und kann bei Bedarf ersetzt werden.

Das Regelwerk bietet dem Leser alles was zum Spielen in dieser Welt benötigt wird.
Neben den grundlegenden Regeln, Kampf, Charakterschaffung und Anwendung der Fertigkeiten bietet es gleichzeitig einen runden Überblick über die Welt Hyperboreas ohne gleich den Leser mit Informationen derart zu überfrachten, dass kein Platz mehr bleibt für Phantasie.
Ein besonderer Bereich sind die Regeln zur Erschaffung der beseelten Waffen, die genau wie ihre Träger Vor- und Nachteile besitzen.
Das Buch selber ist in drei Bereich untergliedert: die Regeln, der Hintergrund über die Welt und die Anhänge. Wo man neben einem umfangreichen geschichtlichen Hintergrund einiges über die Völker und Rassen im zweiten Teil des Buches erfährt, so lernt man in den Anhängen Zauber, Monster und weitere Tiere der Welt kennen.
Abgeschlossen wird das Buch von einem kleinen Kurzabenteuer, so dass man gleich mit dem Spiel starten kann, ohne auf andere Erweiterungen oder Abenteuer zurückgreifen zu müssen.
Der Charakterbogen befindet sich auf der letzten Seite des Buches und überzeugt mit seiner Kompaktheit und einer schlichten Übersichtlichkeit.

Der Band ist in Softcover gebunden, was nach einigen Spieleabenden bereits die ersten Auswirkungen zeigt, da dadurch das Buch schnell verschleißt. Auf seinen 214 Seiten präsentiert sich das Buch in einem klar strukturierten Layout, mit ansprechenden, stark fantastischen aber eher spärlichen Bildern. Sie zeugen vom wilden und brutalen Flair der Welt von Hyperborea und bringen dies dem Leser sehr gut herüber. Zwischendurch werden die zahlreichen Regeln und Statistiken immer wieder von kurzen Geschichten aufgelockert, die ebenso ihren Teil zum Gesamtwerk beitragen. Der Leser hat so die Möglichkeit Stück für Stück langsam in die Welt einzutauchen.
Das Regelsystem wirkt sehr ausgeglichen und durch seine einfache Struktur übersichtlich.

Die Welt von Hyperborea bietet mit seinen Seelenwaffen einen interessanten Aspekt. Wer es leit ist immer auf die gleichen, bekannten Monster einzuschlagen, der wir auf dieser Welt ganz neue Erfahrungen sammeln können.
Aufgrund ihrer extremen Brutalität und der Verherrlichung von Gewalt und Zorn liegt Hyperborea nicht jedem. Wer aber einmal selber ein wenig von Conan erleben möchte und bereit ist, sich der Herausforderung zu stellen, welche die Götterwaffen mit sich bringen, der sollte Hyperborea auf jeden Fall mal ausprobieren.
Das Buch selber ist qualitativ anspruchsvoll und präsentiert sich mit einem ansprechenden, aber schlichtem Layout.




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