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Dungeons & Dragons
Von Stefan Sauerbier

Rezension erschienen: 07.02.2004, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): , Verlag: Parker Spiele, Seiten: , Erschienen: Juli 2003, Preis: 39,99 €


Zur dritten Edition des bekannten Rollenspielklassikers Dungeons & Dragons hat nun Parker ein passendes Brettspiel entwickelt. Das Ergebnis ist beachtenswert, vor allem was den äußerst positiven ersten Eindruck des Spiels angeht. Beim Öffnen der Spielbox findet man unzählige schön und detailliert modellierte Figuren mit stechenden Farben, verschiedene Spielbögen, Spielkarten, zusammsetzbare Pappaufsteller für Fässer, Säulen und Bäumen, verschiedene Marker und eine bunte Auswahl an Spezialwürfeln.
Schnell ist ein Dungeon aus den frei zusammsetzbaren Einzelteilen aufgebaut. Jetzt können sich die Spieler einer der vier verschiedenen, bereits vorgefertigten Charaktere aussuchen: es gibt einen Krieger, einen Kleriker, eine Schurkin und eine Magierin. Diese sind schnell mit Waffen, Zaubern und Gegenstände ausgerüstet und schon kann es losgehen.

Ein Spieler übernimmt die Rolle des Spielleiters. Dieser führt die Abenteurer in ihre neue Aufgabe ein und übernimmt das Führen der Monster. Die Auswahl ist beachtenswert: es stehen zahlreiche Goblins, Grufschrecken, Trolle und Skelette zur Verfügung.
Die Spieler übernehmen die vier Abenteurer. Mit Hilfe ihrer Spezialfähigkeiten und ihrer Ausrüstung gilt es nun, die Verliese zu erkunden. Sie suchen nach Fallen, bewzingen Monster und bergen unzählige Schätze.

Für den Spielleiter ist der Einstig ebenfalls recht einfach: so stehen 12 vorgefertigte Abenteuer zur Verfügung, die er ohne großartige Vorbereitung direkt verwenden kann. Nach dem Erreichen eines Missionsziels kann er die Charaktere in neue Abenteuer führen.

Regeltechnisch lehnt sich das Brettspiel an das Rollenspiel an. Jeder Charakter besitzt einen eigenen Charakterbogen, auf dem die wichtigsten Eigenschaften und Fähigkeiten stehen. Für die Ausrüstung finden Tornister Anwendung, in denen der Held seine Errungenschaften verstauen kann.
Da eine vollständige Umsetzung des Rollenspiel als Brettspiel nicht möglich ist, beschränkt man sich auf vereinfachte, grundlegende Regeln des Systems.
Gespielt wird das stark an den Klassiker Hero Quest erinnernde Spiel mit Würfeln. Über Erfolg und Misserfolg entscheiden die zwei Aktionen einer Spielfigur pro Runde. Abhängig von Zaubern, eingesetzter Ausrüstung und Waffen kommen die zahlreichen Spezialwürfel ins Spiel, was leicht zu Würfelorgien führen kann.

Die Anleitung lässt zu Beginn des Spiels nicht viel zu wünschen übrig. Sie ist ansprechend gestaltet und enthält zudem zahlreiche Beispiele zu den einzelnen Regeln. Im Laufe des Spiels tauchen aber immer wieder Regellücken auf, auf die man keine Antwort findet.

Aufgrund der sehr einfach gehaltenen Regeln bleiben die Charaktere zwangsläufig sehr eindimensional. Es bleibt nicht viel Freiraum zum Ausgestalten der Spielfiguren und das Spiel verkommt zu einem immerwährenden "Seek & Destroy".
Nachdem der erste Spielplan durchlaufen ist, erkennt man die sehr einfache Struktur: Räume durchsuchen, Fallen entschärfen, Monster besiegen und Schätze einsammeln. Die schön gestalteten Karten, Spielpläne und Figuren können diesen Nachteil nur schwerlich ausgleichen.

Trotz dieses schweren Mankos muss man dem Hersteller lassen: das Spiel bietet einen runden Einstieg in die Welt von Dungeons & Dragons. Die Regeln sind zwar nur in stark vereinfachter und rudimentärer Form vorhanden, aber bieten doch einen funktionierenden Mechanismus.
Für Einsteiger ins Rollenspiel, die D&D einmal auf eine andere Weise kennen lernen möchten, ist Dungeons & Dragons - Das Fantasy-Abenteuerspiel durchaus zu empfehlen.




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