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Die Werwölfe von Düsterwald
Von Stefan Sauerbier

Rezension erschienen: 21.10.2002, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Philippe des Pallieres, Herve Marly, Verlag: Asmodée Editions, Seiten: , Erschienen: 2002, Preis: 7,5 €

Das Grauen geht um in dem kleinen Dorf am Rande des Düsterwaldes: Nacht für Nacht streifen die Werwölfe durch das Dorf, fallen über die schlafende Bevölkerung her und raffen einen Dorfbewohner dahin. Am nächsten Morgen entdecken die Dörfler dann das entsetzliche Verbrechen. Sie schreiten zur Tat und lynchen einen Tatverdächtigen. Ob dieser dann wirklich ein Werwolf war entscheidet sich in der Folgenacht.
Somit gibt es zwei Gruppen, deren Ziele klar definiert sind: die Werwölfe wollen alle Bewohner des Dorfes fressen, diese wiederum wollen die Bestien zur Strecke bringen um ihr eigenes Leben zu schützen.

Zu Beginn des Spiels entscheidet sich durch den Zufall der Charakterkarten, welche Rolle im Spiel durch den einzelnen Spieler verkörpert wird. Hierbei gibt es die normalen Dorfbewohner, die keine besonderen Fähigkeiten besitzen. Die Werwölfe leben tagsüber unerkannt unter den Menschen, was es dadurch schwierig macht, diese zu finden. Unter den Dorfbewohnern haben manche noch Sonderfähigkeiten: So darf der Jäger im Falle seines Todes noch einen anderen mit ins Verderben reißen oder die Seherin kann geheim Informationen über die Identität von Dorfbewohnern erfahren. Des weiteren gibt es noch einen Dieb, der seine Identität zu Beginn des Spiels wechseln kann, einen Armor, der zwei Dörfler sich ineinander verlieben lässt, das kleine Mädchen, das des Nachts durchs Dorf streift und die Werwölfe sehen kann und schließlich noch die Hexe. Ihr besondere Fähigkeit besteht darin, einmal im Spiel jemanden heilen oder einen Dorfbewohner vergiften zu können.

Ein Spielleiter, der selbst nicht am eigentlichen Spiel teilnimmt, regelt das Spiel und ruft Tag- und Nachtphasen aus: Nachts müssen alle bis auf die Werwölfe, die sich auf ein Opfer einigen, die Augen schließen. Tagsüber wird diskutiert, wer ein Werwolf ist und schließlich abgestimmt, wen man nun als solchen lyncht. Da niemand die Identität des anderen kennt, wird in dieser wichtigen Phase verdächtigt, argumentiert und gedroht. Die Werwölfe versuchen hierbei, den Verdacht von sich abzulenken.

Es wird im Spiel jedem sehr schnell deutlich, dass Die Werwölfe vom Düsterwald besonders auf Kommunikation setzt. Spieler, die lieber über ihre Verdachte nachsinnen, werden zunächst nicht ihre Freude am Spiel finden. Positiv zu bemerken ist hierbei, dass dieser auf kurz oder lang ebenfalls in die Diskussion einsteigen, was sich letztendlich kommunikationsfördernd auf die Spieler auswirkt.
Wer nicht gleich zu Beginn des Spiels gesteinigt oder gefressen wird, hat seine Freude an dem Spiel, welches durch seine sehr einfachen Regeln und Spielstruktur glänzt. Wenn man in einer größeren Gruppe ist bietet das Spiel mit einer durchschnittlichen Spieldauer von 30 Minuten eine schöne Kurzweil.

Ein kleiner Wehrmutstropfen ist die recht hohe Anzahl an Mitspielern. Bei üblichen Spielrunden kommt man normalerweise nicht häufig auf über acht Spieler, was dazu führen kann, dass das Spiel nur selten hervorgeholt wird. Empfehlenswert ist dieses Spiel nicht nur für jung und alt, man kann es auch mal zwischendurch mit Grundschulklassen spielen.
Es macht nicht nur einen Heidenspaß, sondern ist auch pädagogisch wertvoll.




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