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Die Welt im Zorn
Von Jeanette Wette

Rezension erschienen: 30.09.2002, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Bruce Baugh, Chris Campbell, Jackie Cassada, Nicky Rea, Adam Tinworth, Verlag: Feder und Schwert, Seiten: 150, Erschienen: 2002, Preis: 25,80 €

"Es besteht kein Zweifel, dass die Apokalypse unmittelbar bevorsteht. Seit Jahrtausenden beschützen wir dieses Land, haben wir versucht, dem Menschen seinen angestammten Platz in der Ordnung der Welt aufzuzeigen und ihn dazu zu bringen, Mutter Gaia zu ehren. Doch nun hat sich der Wyrm an den Grenzen jenes Landes, das wir unsere Heimat nennen, eine Festung errichtet, wie wir sie uns in unseren schlimmsten Alpträumen nicht hätten ausmalen können.
Wappnet euch, meine Schwestern. Wir müssen an der Seite der anderen Stämme kämpfen, um das Land ein für allemal vom Wyrm zu befreien. Wenn wir scheitern, dann war all die Arbeit unzähliger Generationen vergebens!"

Kelonoke Wildhaar, Philodox der schwarzen Furien
Balkan


Mit diesem Buch wird der engagierten Erzählerin praktisch die ganze Welt zu Füßen ausgebreitet - sie muss sich jetzt nur noch aussuchen, an welchen geheimnisvollen Schauplatz sie ihr Rudel am nächsten Spielabend führen will.
Das Buch erschien zunächst unter dem Titel World of Rage bei White Wolf und wurde dann von Feder und Schwert in einer recht passablen Übersetzung für den deutschsprachigen Markt aufbereitet. Inhaltlich hat man es hier mit einer Zusammenstellung aus sämtlichen Werewolf Regional-Hintergrundbüchern zu tun, die jeweils um neuere weltpolitische Entwicklungen erweitert wurden.
Die Welt im Zorn nimmt für sich in Anspruch, wirklich die ganze Welt zu behandeln und den löst sie auch recht gut ein.

Beginnend mit Amerika (Kanada über Nordamerika bis hin zum Amazonasgebiet), über Eurasien (mit einem großem Kapitel über Russland), geht es nach Afrika (schöne Geschichte über Simba in Tansania), in den mittleren Osten (für amerikanische Verhältnisse überraschend gut ausgearbeitet), nach Asien (inklusive Tibet!) und Indien bis schließlich zu so wenig bespielten Regionen wie Australien oder der Südsee. Und wem das alles noch zu normal ist, dem sei ein kleiner Trip in die Antarktis empfohlen, um sein Mütchen zu kühlen!

Zu allen behandelten Regionen wird zunächst eine kleine allgemeine Einführung gegeben (was für eine Art Menschenkultur hat sich dort entwickelt? Was sind bedeutende regionale Prägungen, Konflikte der jüngeren und älteren Vergangenheit, welche Sprache spricht man dort?), dann wird die Region mehr aus Sicht der Garou ins Auge genommen: Welche Stämme leben hier? In welchem Verhältnis stehen sie zueinander? Gibt es Blutsgeschwister? Dominierende Konflikte im Kampf gegen den Wyrm?
Dann werden, je nachdem, was die Region hergibt, bestimmte Geheimnisse und Ereignisse (zum Beispiel der Amazonaskrieg oder die russische Hexe Baba Yaga) ausführlicher beschrieben und wichtige NPC-Protagonisten der Konflikte vorgestellt.
Das Buch bietet eine ganze Menge Stoff, um Geschichten daraus zu weben, allerdings sei darauf hingewiesen, dass es sich hier lediglich um die Grundlage handelt, das ganze in Form einer Chronik bringen muss die Erzählerin schon selbst, doch mit ein bisschen Phantasie und gutem Willen lässt sich mit diesem Buch bestimmt Stoff für einige hundert Spielstunden kreieren.

Die Übersetzung ist recht gelungen und auch, wenn man nicht gerade händeringend nach einer Idee für ein Abenteuer sucht, macht es Spaß, über den großen Krieg des Zorns zu lesen.
Das Buch deckt einen viel größeren Bereich ab als Einzelpublikationen über bestimmte Regionen, die preislich ungefähr mit diesem gleichauf liegen.
Der Preis dafür besteht natürlich in der Ausführlichkeit: viele Hintergründe und Meisterpersonen, die die Einzelpublikationen mitliefern, muss die Erzählerin sich hier selbst ausdenken. Wem das keine Probleme bereitet, der bekommt hier sicherlich mehr Ideen für sein Geld als mit einem bestimmten Regionalband. Wer dagegen eher ausführlichere Informationen liebt oder gar eine ganz bestimmte Region zum Spielen bevorzugt, für den ist das Buch weniger geeignet.



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