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Carcassonne - Die Jäger und Sammler
Von Stefan Sauerbier

Rezension erschienen: 20.11.2002, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Klaus-Jürgen Wrede, Verlag: Hans im Glück Verlags-GmbH, Seiten: , Erschienen: 2002, Preis: 15 €


Im Gegensatz zum klassischen Carcassonne geht es hier nicht darum eine mittelalterliche Landschaft mit Wegen und Städten aufzubauen. Vielmehr müssen die Spieler bei Carcassonne: Die Jäger und Sammler Wälder mit Flüssen, Seen und Wiesen entstehen lassen.
Ganz nach dem bekannten Spielprinzip werden in jeder Runde von jedem Spieler ein Plättchen ausgelegt. Danach hat man die Wahl, ob man noch eine Figur auf dem Plan setzt. Die repräsentieren dann entweder einen Jäger, Sammler oder einen Fischer. Ist ein Landschaftsteil abgeschlossen, so wird festgestellt wer die Figurenmehrheit in diesem Bereich besitzt. Für die Figurenmehrheit in einem abgeschlossenen Landschaftsteil gibt es Punkte. Danach erhält der Spieler seine Figuren zurück.

Neu im Spiel sind die Hütten. Sie werden entweder auf einen Flussabschnitt oder See gesetzt. Im Gegensatz zu den anderen Figuren werden diese erst am Ende des Spiels ausgewertet. Für jeden Fisch in einem Flusssystem gibt es für die Hüttenmehrheit einen Punkt, für jedes Wild auf den Wiesen bei Figurenmehrheit zwei Punkte. Als kleines Hindernis für die Spieler beim expandieren mit den Dörfern gibt es Säbelzahntiger, die den Jägern die Beute streitig machen. Mit jedem Säbelzahntiger verliert man ein Wild und damit einen Punkt. Wiesenpunkte gibt es zusätzlich für Auerochsen und Mammuts. Anders als im Original gibt es also keine Punkte für die Anzahl der Wiesenplättchen, sondern für die Menge des zu jagenden Wilds.

Eine sinnvolle Erweiterung sind die Bonuskarten, die für den Abschluss eines Waldgebietes mit Gold zusätzlich gelegt werden dürfen. Es lohnt sich daher einem Mitspieler beim Abschluss eines Waldes zu "helfen".

Anders als erwartet sind die Jäger und Sammler keine Erweiterung für das klassische Carcassonne, sondern ein eigenständiges Spiel. Das Thema wurde vom Mittelalter in die Steinzeit übertragen. Im Vergleich schneiden die Regelmechanismen bei Jäger und Sammler deutlich besser ab, da man hier taktisch besser agieren kann. So bringen die Wiesen und Flusssysteme Punkte für Tiere, aber schnell ist eine Wiese voller Säbelzahntiger-Konkurrenz oder ein Flusslauf in einem Wald versackt.

Wird das Spiel für sich allein betrachtet, so könnte man es aufgrund seiner einfachen und kompakten Regeln empfehlen. Mehr gefördert wird taktisches Handeln beim Auslegen der Plättchen und Figuren.
Dennoch bleibt ein unangenehmer Beigeschmack. Die wenigen Veränderungen gegenüber dem Original rechtfertigen leider nicht unbedingt ein komplett neues Spiel. Vielmehr wäre es sinnvoller gewesen, diese als Ergänzung zu veröffentlichen.
Die Carcassonne-Variante Jäger und Sammler ist alles in allem sehr gelungen, aber im direkten Vergleich bis auf minimale Unterschiede das Gleiche in grün.




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