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Quest for the Dragonlords
Von Stefan Sauerbier

Rezension erschienen: 18.02.2005, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Robert Johannessen, Jarmo Kaski, Sam Yip, Peter Wolf, Verlag: Dragonlords Inc., Seiten: , Erschienen: 2002, Preis: 50 €


Wenn man »Quest for the Dragonlords« zum ersten mal betrachtet, fühlt man sich gleich an mehrere Strategiespiele erinnert. So hat es nicht nur Ähnlichkeit zum bekanntesten Strategiespiel »Risiko«, sondern weckt auch Erinnerungen an Spiele wie Talisman oder das wunderschöne »Atlantis« von MB, welches seinerzeit durch den Turm mit dem kleinen PC für Furore gesorgt hat.

Mit diesem Basisspiel stehen bis zu vier Spielern unterschiedliche Fantasy-Völker zur Verfügung. Das schon fast als klassisch zu bezeichnende Ziel ist es, die Vorherrschaft über die Welt zu erlangen. Dabei gilt es nicht nur, die gegnerischen Armeen zu besiegen, sondern auch Questen zu bestehen, um wertvolle Artefakte zu erlangen, Vorteile für seine Armeen zu sammeln oder einen Dragonlord als Verbündeten zu gewinnen.
Insgesamt stehen vier Völker zur Auswahl. Neben Zwergen, Elfen und Barbaren kann man auch Orks spielen. Dabei hat jedes Volk einen besonderen Vorteil. So vermehren sich beispielsweise die Orks sehr schnell und sind damit preiswerter beim Aufbau einer Armee. Elfen können Blitzangriffe starten, bei denen der Gegner keine Möglichkeit hat, sich effektiv zur Wehr zu setzen. Barbaren sind zwar teurer in der Anschaffung aber dafür bessere Kämpfer in der Schlacht. Den Zwerge wird wie üblich der Hang zum Gold nachgesagt. Sie sind bessere Goldsucher und können somit die Goldminen im Spiel besser ausbeuten.

Die Welt auf dem Spielbrett ist in insgesamt sechs Reiche eingeteilt. Jedes ist untergliedert in eine Hauptstadt und mindestens fünf weitere Regionen. Neben den Reichen gibt es noch sogenannte Wastelands. Diese Gebiete sind für die Spieler um einiges wertvoller, da es dort mehr Ressourcen gibt und man hier die Questen bestreiten kann.

Das eigentliche Spielprinzip ist einfach und rundenbasierend. Zum Rundenbeginn kauft man von seinem Goldvorrat Truppen, welche aber erst am Ende des Zuges aufgestellt werden. Um seine bestehenden Truppen von einem Kontinent zum anderen zu bringen, können nun Seebewegungen ausgeführt werden. Danach kann die eigene Abenteuergruppe auf eine Queste gehen. Der Ausgang einer Queste kann große Vorteile aber auch verheerende Auswirkungen auf die eigenen Truppen haben.
In der vierten Phase finden die Kämpfe statt, in denen man versucht, gegnerische Territorien zu erobern. Danach können die eigenen Truppen nachrücken. Je nach Anzahl der Territorien im eigenen Besitz erhält man nun einen bestimmten Goldbetrag und kann abschließend noch seine bei Zugbeginn neu erworbenen Truppen aufstellen.

Das Spiel wird immer wieder durch vielfältige "Gimmicks" aufgelockert und die Strategien der Spieler werden durch die Sonderfertigkeiten der einzelnen Völker oder durch errungene Artefakte häufig durcheinandergebracht. Zudem gilt es, stets auf den eigenen König aufzupassen. Denn dieser mischt sich zusammen mit einem Doppelgänger - für die Mitspieler aber nicht bekannt - unter die eigenen Armeen. Sollte der König in einem Kampf bezwungen werden, ist für einen das Spiel verloren.
Insgesamt bleibt so eine Partie »Quest for the Dragonlords« über den gesamten Spielverlauf abwechslungsreich und interessant.

Ein kleiner Wermutstropfen hingegen ist die Spielanleitung. Sie ist vollständig in Englisch und schreckt durch ihren Aufbau und die teilweise sehr umständlichen Sätze ab. Sie hätte auch um einiges einfacher aufgebaut werden können. Zu Gute muss man den Entwicklern aber halten, dass dem Spiel eine CD-Rom beiliegt, auf der die einzelnen Phasen genauer erläutert werden. Online findet man mittlerweile auch verschiedene Übersetzungen der Anleitung in andere Sprachen, unter anderem auch Deutsch.

Die Spielmaterialien sind insgesamt sehr hochwertig. So wird zu einem großen Teil auf Pappplättchen verzichtet und es kommen Plastikfiguren zum Einsatz, auch wenn die vielleicht einer weiteren Qualitätskontrolle hätten unterzogen werden können. Bei unserem Exemplar waren gleich zu Beginn einige Figuren beschädigt oder nur als Klumpen vorhanden.
Das Spielbrett ist ansprechend gestaltet, doch kann man die einzelnen Territorienbegrenzungen teilweise nur schlecht erkennen. Wenn nun noch die unzähligen Truppen aufgebaut werden, fällt dieses zunehmend schwerer.
Ein schöner Gimmick ist die dem Spiel beigefügte "Währung": anstatt dass man Plastik- oder Pappmarker verwendet, kommen hier in Gold eingefärbte Kieselsteine zum Einsatz. Eine feine Sache, auch wenn die Farbe nicht wasserfest ist.

Fazit:
»Quest for the Dragonlords« ist insgesamt gesehen ein sehr schönes Spiel mit rundem Spielverlauf, auch wenn es kleinere Mängel bei den Materialien und der Anleitung besitzt. Wer gerne einmal ein Spiel ausprobieren möchte, das um Einiges abwechslungsreicher als Risiko ist, sollte trotz des vergleichsweise hohen Preises zu »Quest for the Dragonlords« greifen.

Anmerkung:
Mittlerweile gibt es Erweiterungen für dieses Spiel, bei denen die Materialien optisch noch ansprechender sind als beim Basisspiel. Mit diesen Add-Ons kann man auch die Anzahl der Spieler erhöhen. Weitere Informationen finden sich auf der Webseite des Herstellers.




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