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Nocturne
Von Stefan Sauerbier

Rezension erschienen: 01.07.2000, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): n.b., Verlag: Terminal Reality Inc., Seiten: n.b., Erschienen: 1999, Preis: ca. 80 DM


Um einen groben überblick über die Art des Spieles zu geben kann man am Besten auf Grusel-Klassiker wie "Alone in the Dark" verweisen. Man schleicht durch alte Gebäude, durchsucht finstere Keller, Schiffswracks und Geisterstädte. Finsteren Mächten muß Einhalt geboten werden und wer wäre da besser geeignet als der namenlose Held "Stranger" der sein Leben lang gegen das Böse kämpft.
Bei Nocturne befinden wir uns im Jahr 1933. Es ist ein Reich der Schatten in dem das Böse kreucht und fleucht: Werwölfe, Vampire diverse unbeschreibliche Monster und natürlich menschenfressende Zombies. Wer seid "Alone in the Dark" seinen PC stark aufgerüstet hat, kann durchaus seine helle Freude an Nocturne haben.

[img=left]http://www.lorp.de/images/cover/Computerspiele/noc01.jpg[/img]Ich möchte an dieser Stelle zuerst ein wenig mehr zum Inhalt des Spieles sagen.
Ende der Zwanziger bzw. am Anfang der Dreißiger Jahre wurde in den USA die Geheimorganisation "Spookhouse" gegründet, um den überhandnehmenden übersinnlichen Aktivitäten auf die Spur zu kommen und das übel auszulöschen. Dazu rekrutierte "Spookhouse" neben Menschen auch Halbvampire oder abtrünnige Dämonen, die gemeinsam mit ihren menschlichen Partnern das Böse bekämpfen. Einen dieser Agenten übernimmt der Spieler, den wahrscheinlich mysteriösesten überhaupt: Stranger. Mit Sonnenbrille, Trenchcoat und Schlapphut führt der Spieler ihn durch die insgesamt vier Abschnitte des Spiels, die wiederum in mehrere Level unterteilt sind. Die einzelnen Spiele weißen in der Reihenfolge der einzelnen Kapitel eine chronologische Zeitlinie auf, können aber völlig unabhängig voneinander gespielt werden.

[img=right]http://www.lorp.de/images/cover/Computerspiele/noc02.jpg[/img]So gilt es z. B. Ende der 20er Jahre, in Deutschland im Schwarzwald den Vorkommnissen in einem Dorf nachzuspüren, das augenscheinlich von einem Vampir welcher sich in der nahegelegenen Burg befindet, unterdrückt wird. Der zweite Akt führt Stranger einige Jahre später nach Texas, wo ihn ein rachsüchtiger Werwolf-Clan und eine mysteriöse "Hautkrankheit" erwarten. Bandenkriege in einem typischen 30er Jahre-Chicago, das allerdings von Zombies verseucht ist, bereiten im dritten Akt Kopfzerbrechen. Schließlich muß Stranger der ehemaligen Nr. 1 der Geisterjägergemeinschaft helfen, in Frankreich einen Friedhof und seine Umgebung von Untoten zu säubern. und im Finale dreht sich alles um das Hauptquartier "Spookhouse".

Das Spiel läuft aufgrund voreingestellter Szenen und Kameraeinstellungen fast genau wie in dem Klassiker "Alone in the Dark" ab, aber mit einem Unterschied: die Grafik ist viel ausgefeilter, was sich mit den besseren technischen Möglichkeiten leicht erklären läßt. Die Umgebung ist detailliert gestaltet, die Perspektiven sind häufig filmszenenartig gewählt. Die sehr finstere, meist in dunklen Farben gehaltene Grafik sorgt für angenehmes Gruseln, und nimmt mit jedem Akt an Qualität zu. Die Spielfiguren aus 3D-Polyonen sind überwiegend sehr schön animiert was sich bis zu einem flatternden Mantel von Stranger oder seiner Partnerin aus dem ersten Akt reicht. Die deutsche Sprachausgabe weiß zu einem großen Teil auch zu gefallen. Strangers Synchronsprecher ist übrigens der gleiche wie von Bruce Willis. Eine großartige Wahl zumal es für einen schönen überaschungseffekt am Beginn des Spieles sorgt.

[img=right]http://www.lorp.de/images/cover/Computerspiele/noc03.jpg[/img]Ein großer Kritikpunkt ist für mich die Steuerung welche einiges an Gewöhnung und übung erfordert und mehr als einmal für einen vorschnellen Tod sorgt (Wer ich mich jemals daran gewöhnen?). Das man zwischen einer Steuerung über Tastatur, Maus und Gamepad auswählen kann ist heute bereits Standart. Das gesamte Spiel über ist der Bildschirm zu einem großen Teil sehr dunkel und man kann teilweise gar nichts erkennen. Es gibt zwar eine Gammakorrektur und die Einstellungsmöglichkeiten am Monitor selbst, aber im Endeffekt bringt das Verändern nicht viel, da die dunklen Teile auch sehr dunkel programmiert sind. Wenn man das Spiel längere Zeit spielt, strengt dies die augen in zunehmenden Maße an. Hat man einen Computer mit Platz an einem Fenster, so ist es teilweise nicht möglich etwas auf dem Monitor zu erkennen, es sei den man läßt das Rollo runter. Lobenswert ist, daß man jederzeit und überall abspeichern kann (außer in Filmszenen). Musik gibt es keine (außer bei der Installation, wo mindestens 500MB lang das gleiche dissonante Stück hoch und runter gespielt wird), aber daß ist auch durchaus positiv zu sehen. Das Spiel ist darauf angelegt, den Spieler längere Zeit zu fesseln und nicht mit Musik die irgendwann zum 100sten mal gehört wird zu entnerven (Ich erinnere mich gut an DSA, gleich welcher Teil. Irgendwann wußte man einfach, daß genau dieses oder jenes Stück kommt.).

Die Hardwareanforderungen für Nocturne sind recht hoch angesetzt. Ein Pentium II-266 mit 64 MB RAM soll für einen ordentlich laufenden Software-Modus in 640x480 Pixeln Auflösung angeblich reichen. Eine 3D-Karte ist unbedingt anzuraten, erfordert dann aber mindestens 96 MB RAM! Die Grafik ist aber auch bei kleinerer Auflösung sehr ansehnlich, so daß meines Erachtens auch Spieler mit "kleineren" Rechnern ihren Spaß haben sollten. Computer mit einer langsameren Festplatte oder CPU lassen den Spieler beim Laden des Spieles oder Spielstandes schon einmal warten. Deshalb ist anzuraten, mindestens eine CPU von 400 Mhz aufwärts zu haben, sowie mehr als 64 MB RAM.

Alles in allem ein sehr stimmungsvolles Spiel mit wirklich ansprechender und detaillierter Grafik. Das düstere Element kann störend wirken wenn man den PC direkt neben einem Fenster hat oder es strengt die Augen nach längerem Spielen an.
Für eingefleischte Spielefreaks sicherlich empfehlenswert, nicht unbedingt für Anhänger der WoD (Ich beziehe mich da speziell auf Vampire und Werwölfe), da dies die gegnerische Seite darstellt.




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