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Im Schatten des Sonnenkönigs
Von Stefan Sauerbier

Rezension erschienen: 30.10.2002, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Alan R. Moon & Aaron Weissblum, Verlag: AMIGO Spiel + Freizeit GmbH, Seiten: , Erschienen: 2002, Preis: 9,50 Eur


Am Hofe von Ludwig XIV herrscht Krieg. Zwischen den Herzögen gedeiht Zwietracht und Neid. Sie streben nach Reichtum und Macht und sind durchaus bereit diese auf Kosten von anderen zu bekommen.

Zu Beginn des Spiels erhält jeder der zwei bis sechs Herzöge eine die gleiche Anzahl von Macht- und Goldchips, sowie eine festgelegte Summe von Eigenschaftskarten, welche offen auf dem Tisch, im sogenannten Machtbereich ausgelegt werden. Hier werden vor Spielbeginn schon unterschiedliche Vorraussetzungen geschaffen, so erhält der erste Spieler zum Beispiel im Spiel mit sechs Spielern nur zwei Karten, der sechste Spieler hingegen vier Karten.

Es gibt insgesamt fünf verschiedene Eigenschaften im Spiel: Kampfkraft, Macht, Reichtum, Etikette und Intrige. Das wichtigste Ziel eines Herzogs ist es die Kartenmehrheit in einer oder mehr Eigenschaften innerhalb einer Spielrunde zu erlangen. Zu Beginn einer Runde werden die Karten überprüft und festgestellt, wer die Majorität in den einzelnen Eigenschaften besitzt. Dieser genießt dann besondere Privilegien. So kann man beispielsweise bei einer Mehrheit an Kampfkraft anderen Spielern Machtchips entwenden oder bei Reichtum darf man seinen Goldvorrat um einen Chip aufstocken.

Bei der zweiten Phase deckt jeder Herzog ein bis drei Karten auf. Eine dieser Karten darf er davon in seinen Machtbereich legen. In dieser Zugphase dürfen auch Aktions- und Sonderkarten verwendet werden. Die Auktionskarten können von den Spielern ersteigert werden und bringen dem Besitzer bis zum Ende des Spiels zusätzliche Vorteile. Sonderkarten können andere Spieler Schuldscheine anhängen, die dann abbezahlt werden müssen, oder es kommt zur Intrige. Wer die Mehrheit bei den Intrigenkarten besitzt, darf entweder zwei beliebige Chips aus dem Vorrat nehmen oder die oberste Karte des Spielstapels in seinen Machtbereich holen.

In der dritten und letzten Phase kann man durch Bezahlung von Goldchips Aktionen durchführen die seinen Gegnern schaden. So kann man beispielsweise den anderen Spielern Karten oder Machtchips wegnehmen. Das kann im Spiel schwere Folgen haben, denn wer nicht genügend Machtchips besitzt, scheidet aus dem Spiel aus, da er den Verpflichtungen am Hofe nicht nachkommen kann.

Das Spiel endet, sobald die Sonderkarte Ludwig XIV, die im unteren Bereich des Spielkartenstapels eingemischt wurde zum zweiten Mal erscheint. Der Sieger des Spiels ist der, welcher die meisten Macht- und Goldchips im Spiel besitzt.

Fazit:
Das Spiel verspricht von den Regeln her ein interessantes und abwechslungsreiches Spiel zu werden. Doch der Schein trügt. Gerade beim Spiel zu zweit ist Im Schatten des Sonnenkönigs nur Spielern zu empfehlen, die ein ruhiges Gemüt haben. Denn das Konzept des Spiels führt dazu, dass man immer wieder gegen seinen Mitspieler angeht, was auf Dauer den Spielspaß erheblich trübt.
Bei mehr als vier Spielern kommt es häufig zu einem Patt beim feststellen, wer die Mehrheit bei den Eigenschaften besitzt. So hat keiner wirklich viel Einfluss und der Reiz des Spiels geht abhanden. Störend wirken sich auch die vielen kleinen Regeldetails auf den Spielfluss aus, da man immer wieder nachschlagen muss.
Das Spiel selber enthält viel Potential, was aber durch die Regeln nicht gut umgesetzt wurde.




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