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Ehre der Samurai
Von Stefan Sauerbier

Rezension erschienen: 30.10.2002, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Scott Kimball, Verlag: AMIGO Spiel + Freizeit GmbH, Seiten: , Erschienen: 2002, Preis: 9,50 €


Im feudalen Japan des 15. beschützten Samurais ihre ehrenwerten Daimyos. Für jeden Samurai war dies eine große Ehre. Den Erfolg des Samurais konnte man messen an der Zahl seiner Krieger, ob er verheiratet war und vor allem daran, dass sein Daimyo am leben war. Starb der Daimyo, so verlor der Samurai all seine Ehre und wurde zu Ronin. Einzig allein ein neuer Daimyo, welcher ihm sein Leben anvertraute, konnte den Ronin wieder zu einem ehrenwerten Samurai machen.

So wie die Samurai streben die Spieler auch nach Ehre. Sie erlangen Ehre und Anerkennung, wenn ihr Samurai eine Okugata (eine ehrenwerte Gemahlin) heiratet, sich mit ehrenwürdigen Besitztümern umgeben oder ihrem Daimyo dazu verhelfen Shogun zu werden und vor allem auch zu bleiben.

Die gesamte Gestaltung des Spiels ist einfach gehalten, aber dennoch stilvoll. Die Spielkarten sind wegen ihrem dezenten Design sehr übersichtlich und wirken nicht überladen. Schön anzusehen sind die Illustrationen, die durch eine unglaubliche Detailverliebtheit der Zeichner glänzen.
Der einzige Wermutstropfen sind die Spielchips aus Pappe für die Ehrenpunkte. Plastikchips in verschiedenen Farben für die unterschiedlichen Ehrenpunktestufen hätten sicherlich mehr zum Flair des Spiels beigetragen.

Die Regeln für Ehre der Samurai werden in einem kleinen 12-seitigen Heft erläutert. Hilfreich für das Verständnis der komplexen Regeln sind die zahlreichen Beispiele. Jüngere Spieler mögen sicherlich die Menge der zu beachtenden Regeln abschrecken, zumal man in den ersten Spielen immer wieder nachschauen muss. Eine Regelübersicht zum nachschauen während des Spiels für einen leichteren Einstieg nach längerer Abstinenz fehlt vollends.

Auf den Spielkarten gibt es drei Werte: Ehre, Ki, und Stärke.
Die Werte der Ehre aus beiden Häusern eines Spielers werden zu Beginn seines Zuges zusammengezählt. Die Summe erhält jeder Spieler in Form von Ehrenpunkten, sofern er kein Ronin ist.
Die Ki bestimmt, wie viele Kartenaktionen ein Spieler während seines Zuges machen darf.
Für Kämpfe zwischen zwei Häusern ist die Stärke relevant. Sie entscheidet, wie viele Würfel einem Haus zum Angriff oder zur Verteidigung zur Verfügung stehen.
Ziel des Spieles ist es 400 Ehrenpunkte zu erreichen.

Zu Beginn eines Zuges erhält ein Samurai Ehrenpunkte. Entsprechend seiner Ki darf er jetzt Kartenaktionen durchführen. So kann er beispielsweise Karten ziehen, eine Karte ausspielen oder eine Karte ohne, dass sie Wirkung auf das Spielgeschehen hat, ablegen.
Mit diesen Karten versucht der Spieler seine beiden Häuser, die des Samurai und des Daimyo auszubauen und zu verbessern. Er kann alternativ auch Karten dazu verwenden um anderen Spielern zu schaden. So hat er unter anderem die Möglichkeit Ninjas zu entsenden um wertvolle Gegenstände zu stehlen oder einen Daimyo oder Samurai zu töten. Dieser kann sich nur mit Hilfe von Leibwache dagegen sinnvoll schützen. Hat der Ninja Erfolg, so verliert der Gegenspieler das gesamte Daimyo-Haus, mit seinen Kriegern, wertvollen Gegenständen, sowie der Okugata und einer eventuell vorhandenen Burg.

Anschließend darf der Spieler eine Erklärung abgeben. So kann er beispielsweise seinen Daimyo zum Shogun erklären, sich mit anderen verbünden oder Bündnisse auflösen.
Als Shogun erhält ein Spieler viele Ehrenpunkte, wird aber auch zum Angriffsziel aller anderen Mitspieler.
So darf er ein Haus eines anderen nur angreifen, wenn der Daimyo dieses Hauses Shogun ist oder eine Burg besitzt.

Kommt es zu einem Kampf, so verliert der Unterlegende der Auseinandersetzung sein vollständiges Daimyo-Haus inklusive Hausherrn. Der Samurai dieses Hauses wird dann zum Ronin.
Als Ronin sollte man ein Bündnis mit einem anderen Spieler, der einen Daimyo besitzt, eingehen. Denn nur so gelangt er an Ehrenpunkte. Das hat aber auch den Nachteil, dass man dem fremden Daimyo dienen muss. Falls dieser in einem Kampf verliert, verliert der eigene Samurai auch sein gesamte Haus.

Fazit:
Beim ersten Spiel wirken die Regeln sehr komplex und man muss häufig nachschlagen. Durchschaut man einmal die Möglichkeiten, die einem dieses Spiel bietet, so kann man sein Hause mit Hilfe von Bündnissen, Entehrungen anderer, geschickt ausgespielter Ninja-Karten näher an den Sieg heranführen.
Nachteilig ist das Kampfsystem. Denn mit einem Wurf entscheidet sich, wer in einem Zweikampf als Sieger hervorgeht. Dies hat zur Folge, dass man zunächst in Führung liegen mag, gleich weit nach hinten geworfen wird und sich langsam wieder hocharbeiten muss. Das Gefälle zwischen Gewinn und Niederlage ist hierbei einfach zu groß.
Alles in allem ist Ehre der Samurai aber dennoch ein schönes Spiel mit ausgeprägtem Bezug zur Geschichte, dass sich zu spielen lohnt.




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