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Netz der Mörder
Von Stefan Sauerbier

Rezension erschienen: 01.07.2000, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Ralf Hlawatsch, Verlag: Fantasy Productions GmbH, Seiten: 56, Erschienen: 1999, Preis: 19,95 DM


Das "Netz der Mörder" spielt in der Großstadt Gareth, dem Herz Aventuriens. Bei diesem Abenteuer besteht die Möglichkeit es im Anschluß an das Soloabenteuer "Schwarzer Druidenwald" zu spielen. Dem Spieler wird zu Beginn ans Herz gelegt, einen Charakter zu wählen, der sich auf die hohe Kunst des Stehlens versteht (also einen Dieb etc.).
Unser 'Held' erreicht die prachtvolle Großstadt Gareth. Schnell wird er in einen Mordfall verwickelt und als Täter zum Tode verurteilt. Natürlich ist er sich keiner Schuld bewußt und nach der Flucht aus Gareth's Gefängnissen, mit Hilfe der Alten Gilde versucht er selber, den Fall aufzuklären. Er erfährt im Verlauf des Abenteuers, daß es verschiedene, mafiaähnliche Organisationen gibt und lernt schnell auch die dunkle Seite von Aventuriens Hauptstadt kennen. Er gerät in ein Netz aus Korruption, Verbrechen und Diebstahl.

Der Komplexitätsgrad des Abenteuers ist eher gering und man erkennt schnell den roten Faden, den man während des ganzen Abenteuers nicht wirklich verlassen kann. Es gibt selbstverständlich Möglichkeiten, den Hauptstrang zu verlassen, doch sind es keine wirklichen Alternativen. Egal ob man sich für oder gegen etwas entscheidet, man gelangt doch immer wieder zum roten Faden zurück.
Auffallend ist die Tatsache, daß der Spieler des Abenteuers viel Zeit mit dem Blättern zwischen den einzelnen Abschnitten verbringt. Es wirkt schnell lästig, wenn man sechs Abschnitte hintereinander ließt, welche sich teilweise auf ein bis zwei Sätze beschränken, und man keine Entscheidungsmöglichkeiten hat, außer zum nächsten Abschnitt zu blättern. Viele der einzelnen Abschnitte hätte man zusammenfassen können.
Wenn man sich beim "Netz der Mörder" nicht ständig notiert, welche Abschnitte man in welcher Reihenfolge gelesen hat, so gelangt man schnell an Probleme. Ralf Hlawatsch verweist des öfteren einfach darauf, daß man zu dem Abschnitt, von dem man kam, zurückkehren und sich dort anders entscheiden soll. Hat man sich diesen aber nicht notiert, daß sitzt man im Schlamassel. Desweiteren wird sollte man kenntlich gemachten Passagen notieren, da das Abenteuer sonst nicht mehr spielbar ist. Der Author geht davon aus, daß es Schummler unter den Solo-Spielern gibt und möchte mit Hilfe eines 'speziellen' Schutzes dieses verhindern. Im "Netz der Mörder" kommen Abschnitte vor in denen Zahlen (Hausnummern, Aktennummern, etc.) erwähnt werden, die dann später auf einen weiterführenden Abschnitt verweisen. Ich empfinde es als einen Schlag ins Gesicht, daß der Autor dem Spieler vorschreiben will, wie er sich zu verhalten hat.

Mit ein wenig mehr als einer Stunde Spielzeit kann einen das Abenteuer wirklich nicht lange fesseln. Wenn man das jetzt mit einer richtigen Spielsitzung vergleicht, die doch mindestens sechs Stunden dauert, oder mit einem Buch, welches zudem meistens auch besser geschrieben ist, dann fällt die Meinung zu diesem Abenteuer nicht besonders gut aus.
Sprachlich gesehen leistet das "Netz der Mörder" auch nicht viel. Teilweise wird dort eine Sprache verwendet, die man vielleicht an einem Rollenspieltisch vermutet, aber nicht in der Welt des Schwarzen Auges. Die Idee dieses Abenteuers ist wie die Innenillustrationen sehr dürftig und die Umsetzung ebenso schlecht.

Zusammengefaßt kann man sagen, daß das Cover-Bild mehr verspricht als der Band tatsächlich bietet. Wenn man doch knapp zwanzig Mark für ein Abenteuer ausgibt, sollte man doch etwas mehr erwarten können, als ein Abenteuer wie das "Netz der Mörder".




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