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Monster-Set
Von Volker Thies

Rezension erschienen: 07.03.2003, Serie: Rollenspiel, Autor(en): , Verlag: AMIGO Spiel + Freizeit GmbH, Seiten: 304, Erschienen: 2002, Preis: 29,99 Euro


Mit dem Monster-Set hat Amigo nach langer Wartezeit endlich den dritten und letzten Teil des D&D-Grundregelwerke herausgebracht. Das Set umfasst in einer Pappbox das Monster-Handbuch und eine Handvoll Counter, mit denen man Miniaturen ersetzen kann. .
Der Band enthält Spielwerte zu fast 400 Monsterarten, was damit ein Muss für alle Spielleiter ist. Beim Durchblättern fällt auf, dass eine große Zahl extraplanarer Wesen beschrieben werden. In früheren D&D-Versionen waren sie für höherstufige Abenteuer vorbehalten und bevölkerten dementsprechend vor allem Erweiterungsbänden. Schwächere Formen kommen jetzt schon von Anfang an vor.
Die meisten Monster werden mit einer Sammlung ihrer Spielwerten und kurzen Texten mit Schwerpunkt auf ihre Kampfeigenschaften beschrieben. Für fast jede Kreatur gibt es außerdem eine bunte Zeichnung.
Die Darstellung normaler Tiere und Rieseninsekten fallen allerdings aus diesem Schema heraus. In diesen Fällen finden sich lediglich die Spielwerte und sehr knappe Beschreibungen ohne Grafiken. Diese Aufteilung macht auch Sinn, da jedem bekannt sein sollte, wie Ponys, Kröten und Skorpione aussehen. Dadurch ist der Platz für die exotischen Wesen größer.
Einige Schablonen, mit denen Geister, Lykanthropen oder Vampire aus allen humanoiden Wesen gemacht werden können, schließen die Monsterbeschreibungen ab.
Das Buch gibt außerdem Aufschluss über die Regelmechanik spezieller Fähigkeiten der Wesen und darüber, wie der Spielleiter Kreaturen verstärken kann, die über keine Charakterstufen verfügen.
Doch das Buch hat einige Schwachstellen. Besonders ärgerlich ist die knappe Beschreibung der Monster. Informationen darüber, wie die Wesen leben, was die Beweggründe für ihr Handeln sind und wie sie sich gegenüber ihrer Umwelt verhalten, fehlen vollkommen. Im Monsterhandbuch der vorangegangenen (A)D&D-Auflage waren diese Angaben noch vorhanden und boten wichtige Hinweise für den Einbau der Kreaturen in eigene Kampagnen und Abenteuer. Dieses aus der englischen Vorlage übernommene Manko sticht besonders ins Auge, weil die Macher des Buches sich an vielen Stellen sichtlich darum bemühen mussten, den vorhandenen Platz zu füllen. Trotzdem stößt der Leser auf viel weißes Papier und immer wiederkehrende "Platzhaltergrafiken". Hier wäre der Raum gewesen für die detaillierteren Beschreibungen.
Weitere Kritikpunkte fallen eher unter die Kategorie "Geschmacksfragen". So lässt sich darüber streiten, ob einzelne Übersetzungen gelungen sind, "Modernder Schlurfer" statt "Watschelnder Komposthaufen" etwa oder die Beibehaltung der englischen Namen für einige Feenwesen. Die Übertragung der beschreibenden Texte ist aber insgesamt sehr gut geworden.
Auch über die Zeichnungen kann man geteilter Meinung sein. Sie gleichen mehr Comic-Zeichungen als die im AD&DII-Monsterbuch und stellen die Kreaturen weniger exakt dar. Einige Zeichnungen sind ganz klar misslungen. Dazu gehören unter anderem der Lindwurm, der eher einer geflügelten Wildsau mit Stachel ähnelt oder die nur aus Wirbelsäule und Tentakeln bestehende Täuschungsbestie (ehemals Tentakelkatze). Wenn mehrere Kreaturen unter einer Beschreibung zusammengefasst werden, dann fehlen leider meistens die dazugehörigen Zeichnungen. Hier sind nur Dämonen, Golems oder Elementare als Beispiel genannt.
Auch das Tabellenmaterial ist sehr knapp ausgefallen. Eine Aufteilung der Kreaturen nach verschiedenen Klimaregionen fehlt vollkommen.

Fazit:
Ohne das Monster-Set kommt wohl kein Spielleiter auf Dauer aus. Mit seiner breiten Palette garantiert es spannende Kämpfe und Abenteuer. Mehr Details in den Monsterbeschreibungen hätten seinen Wert allerdings noch erhöht.




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