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Magician
Von Markolf Hoffmann

Rezension erschienen: 01.07.2000, Serie: Belletristik, Autor(en): Raymond E. Feist, Verlag: Voyager, Seiten: 684, Erschienen: 1997, Preis: £ 7.99

Die Welt Mikedmia wird durch seltsame Eindringlinge aus einer anderen Dimension bedroht. Zauberlehrling Pug und sein Söldnerfreund Thomas, zu Beginn des Romans noch unerfahrene Küchenjungen am Hof des Herzogs von Crydee, geraten unvermittelt in die Ereignisse um den "Spaltkrieg"; Pug gelang gar durch ein Dimensionstor in das geheimnisvolle Kelewan, wo er zu einem der machtvollsten Magier seines Zeitalters aufsteigt.
Nach einem netten Anfang, der einen recht gut in die Welt Mikdemia versetzt, beginnt Ramyond Feist mit Holzhammermethode seine Fantasywelt zusammenzuschustern. Ein Klischee jagdt das andere; Zwerge, Elfen und Drachen werden ohne jeden Enthusiasmus und Originalität geschildert, die Charaktere bleiben flach und unglaubwürdig - man denke etwa an den "guten Squire" Roland, an die Elfenkönigin etc.. Die Geschichte plätschert ruhig vor sich hin; daß ein blutiger Krieg tobt, kriegt man nur am Rande mit, und irgendwann läßt einen das Schicksal der Welt Mikdemia vollkommen kalt. Emotionslos hakt Raymond Feist alle klassischen Elemente der Phantastik ab (Trolle, Dämonenschwerter, Bergwerkdungeons); es tritt ein geheimnisvoller Magier ohne jede erkennbare Funktion auf, ein verräterischer Herzog dirigiert einen Bürgerkrieg, und eine magische Rüstung beschwört ein Dämonenvolk aus vergangener Zeit herauf. Zu diesem Zeitpunkt hat der Leser leider schon jegliches Interesse an der Handlung verloren. Daran ist vor allem die blasse Ausarbeitung der Hauptfigur Pug schuld, dessen Werdegang zum Magier so holzschnittartig verläuft, daß jeder "sense of wonder" verloren geht.
Die huldvollen Lobrpeisungen auf dieses Buch - samt obligatorischen Tolkien-Vergleichen - kann ich nicht nachvollziehen. Raymond Feist zeigt in Schreibstil, Dramaturgie und Inhalt kaum mehr als solides Handwerk, und so ist "Magician" kaum mehr als ein Prototyp jener beliebigen, immergleichen Fantasyliteratur, die immer nur von sich selbst zehrt. Wer bloßen Zeitvertreib sucht, mag an dem Buch durchaus seine Freude haben, solange er bereit ist, die eine oder andere Durststrecke zu bewältigen. Wer von Fantasyliteratur mehr erwartet, sollte jedoch einen sehr weiten Bogen um dieses Buch und andere Werke aus Feists Feder machen.




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