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Mephisto #06
Von Gregor Mascher

Rezension erschienen: 07.03.2003, Serie: Zeitschriften, Autor(en): Martin Ellermeier (Hrsg.), Verlag: Verlag Martin Ellermeier, Seiten: , Erschienen: 2000, Preis: k.a.


Ausgabe Nr. 6, die März/April-Ausgabe 2000, verkürzt den Erscheinungsrhythmus des Magazins dunkler Welten von 3 auf 2 Monate.
Die erst kürzlich eingeführte Rubrik für Neuerscheinungen / Ausblicke, benötigt, dank der erfreulichen Beachtung weiterer Verlage neben White Wolf/Feder & Schwert und FASA/FanPro, mittlerweile anderthalb Seiten. Durch die Berücksichtigung dieser Verlage wird Sie damit endlich dem Anspruch, eine News-Rubrik zu sein, gerecht.
Die Artikel decken auch diesmal wieder hauptsächlich die Bereiche World of Darkness und Shadowrun ab.
Paul Beakley setzt sein KULT/World of Darkness-Crossover "Das Gefängnis der Nacht" fort. Diesmal ausgerichtet auf die Weltsicht der Magier (gemeint sind hier natürlich die Hauptfiguren des Rollenspiels Magus: Die Erleuchtung), und erklärt dabei ebenso die Rollen und Kräfte der verschiedenen Magierfraktionen. Er geht darauf ein wie sie sich im "Gefängnis" manifestieren und gewährt auch beunruhigende Einblicke in die bestehenden Machtstrukturen. Leider wird im Text immer wieder auf weitere Teile der Reihe verwiesen, die laut Herausgeber erst in Mephisto Nr. 7 bzw. Nr. 8 erscheinen sollen.
Das Abenteuer "Blutspur" von Klaus Johann versetzt die Spieler in die Rolle von FBI-Agenten, die mit Ermittlungen bezüglich einiger Überfälle auf Blutbanken betraut werden. Auf diesem Weg lernt man auf spannende Weise die Welt der Dunkelheit mal aus einem anderen Blickwinkel kennen. Sehr zu empfehlen!
Für Vampire-Runden, deren Chronik auf deutschem Boden spielt, hat Eva Chapman mit "Schleswig-Holstein bei Nacht" interessantes Quellenmaterial zum nördlichsten Bundesland zusammengestellt und dabei kurzerhand ein paar Figuren der norddeutschen Literatur zu Blutsaugern gemacht. Das Ganze stellt allerdings nur ein Grundskelett dar, das von jedem Erzähler individuell ausgeschmückt werden kann. Der Text löst zwar das eine oder andere Schmunzeln aus, ist aber hinsichtlich des Informationsgehaltes so frei gehalten, dass selbst laufende Chroniken das Material mit wenig Arbeit verwenden können.
Autra Poesis schließt in dieser Ausgabe mit den Reichen Belials und Astaroths die Beschreibung der "7 Bezirke der Hölle" ab. Die bildhaften Beschreibungen machen neugierig auf Beschreibungen einzelner Ort und Persönlichkeiten des Abgrunds.
Der zweite Teil von Guido Hölkers "Gutem Weg zum Bösen Ende" beschert dem Leser nicht nur ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten, dem Scriptor Vulgaris, kurz S.V. genannt (wer früher die WunderWelten gelesen hat, dürfte jetzt anfangen, in Erinnerungen zu schwelgen), sondern befasst sich vor allem mit der Frage, wie man mit den berüchtigten Powergamern und Munchkins umgeht beziehungsweise was angemessene Reaktionen durch Konzerne, auf gegen sie verübte Runs, sind.
Der Nachtschatten-Teil widmet sich diesmal, neben den üblichen Rezensionen aktueller Horrorliteratur und den neu erschienenen Computerspielen (hier besonders zu empfehlen der Artikel über "Planescape: Torment"), vor allem dem deutschen Fantasy-Autor Kai Meyer und liefert eine kurze Bibliographie seiner Veröffentlichungen.
Für Freunde düsterer Filme dürfte Thomas Wagners Abriss des Schaffens von Mario Bavas interessant sein, einem erfolgreichen italienischen Regisseur, dessen Tod sich 2000 zum 20. Mal jährt und dessen Filme für Regisseure wie Martin Scorsese, David Lynch und Quentin Tarantino als Inspiration dienten.
"Projekt Phönix 3.0" von Björn Lippold, ein Shadowrun-Abenteuer, ruft die Spieler zur Rettung einer in der Matrix versklavten Deckerin. Die Idee des ständigen Matrix-Aufenthalts ist seit den Halberstam-Babies zwar nicht neu, aber trotzdem spannend aufgemacht. Abgeschlossen wird die Mephisto 6 dann mit den obligatorischen Rollenspiel-Rezensionen und einer Vorschau auf Nr. 7.
Vom Gesamteindruck her schafft es diese Ausgabe, sich über den Durchschnitt der Fanzines zu heben. Sie bietet mehr als nur Abenteuer- und Quellenmaterial und eben auch Material über Autoren, so wie gute (und vor allem anwendbare) Tipps zum Spielleiten.




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