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Malleus Monstrorum
Von Markolf Hoffmann

Rezension erschienen: 14.09.2003, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Scott David Aniolowski, Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: 200, Erschienen: 2003, Preis: 29,80 Eur


Der hohe Standard des deutschen Cthulhu-Rollenspiels sollte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Auch der neuste Hardcover-Band von Pegasus besticht durch seine überragende Qualität; denn 'Malleus Monstrorum' ist weit mehr als eine bloße Übersetzung des amerikanischen "Creature Companion" von Chaosium. Die deutsche Redaktion hat das Kreaturenbuch, in dem die verschiedenen Götter, Dienerrassen und sonstigen Wesen des Cthulhu-Mythos beschrieben werden, nicht nur durch weitere Kreaturen aus der Feder deutscher Horrorautoren ergänzt, sondern auch sämtliche Einträge stark erweitert. Neben den obligatorischen Werten und Beschreibungen der Wesen findet sich jeweils ein einleitendes Zitat aus einer Kurzgeschichte, die sich auf das jeweilige Monster bezieht – mal von dem großen Meister Lovecraft persönlich, mal von einem seiner zahlreichen Epigonen. Zusätzlich findet sich bei jeder Kreatur eine Art "Polizeibericht", der den Fund eines typischen Opfers der Wesenheit schildert. Auf diese Weise wird die Gefährlichkeit der Mythos-Kreaturen besonders plastisch beschrieben.

Die eigentliche Sensation dieses Buches sind die meisterlichen Illustrationen der geschilderten Kreaturen. Statt die peinlichen "realistischen" Zeichnungen aus dem Hauptbuch zu übernehmen, hat die deutsche Redaktion zahlreiche historische Archive durchforstet, um tatsächliche Bilder der unterschiedlichen Mythos-Wesen aufzuspüren. Und sie sind fündig geworden: Alte Landkarten und Münzen, Wandteppiche und Vasen, Werbeplakate und Bronzestiche, Höhlenzeichnungen und Statuen – überall entdeckten sie merkwürdige Abbildungen, die ohne Zweifel die grässlichen Wesen des Mythos zeigen. Nicht jedes dieser Bild überzeugt in gleicher Weise, doch der Ansatz ist faszinierend, und die Illustrationen können problemlos als Quellenmaterial oder Aufhänger für ein Cthulhu-Abenteuer verwendet werden. Vor allem vermitteln sie hervorragend das unheimliche Flair dieses Rollenspiels und verdeutlichen, dass der menschliche Geist die Kreaturen des Mythos niemals vollständig erfassen, sondern höchstens bruchstückhaft erkennen kann.

Auch die eingestreuten Abenteuerideen und Tagebucheinträge eines Mythos-Forschers überzeugen und heben den Wert des Buches. Da dies alles zu einem angemessenen Preis angeboten wird, kann eine klare Kaufempfehlung an alle Cthulhu-Rollenspieler und Lovecraft-Fans ausgesprochen werden. Die redaktionelle Leistung, die sicher viel Zeit in Anspruch genommen hat, ist wirklich beeindruckend! Manch anderer Rollenspiel-Entwickler sollte sich eine dicke Scheibe von diesem Konzept abschneiden.




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