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Ordensbuch Gabrieliten
Von Jeanette Wette

Rezension erschienen: 15.06.2003, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Verena Stöcklein, Verlag: Feder und Schwert, Seiten: 104, Erschienen: 2003, Preis: 17,95


Gekleidet in das Schwarz des Todes den sie bringen, strenge und ernste Mienen zur Schau tragend, sind die Gabrieliten vielleicht die aus der Schar der Engel, die die Menschen am meisten fürchten - und verehren! Denn wie viele Male schon eine Gabrielitenschar eine längst aussichtslose Schlacht für die angelitische Kirche zum Besten gewendet hat, wie oft schon ein Gabrielit den Traumsaatkreaturen, die die Menschen in den entlegenen Dörfern bedrohen, den Garaus gemacht hat, das vermag niemand mehr zu sagen.
Auch, wenn die Menschen die Todesengel fürchten, so suchen sie doch ihren Schutz und das führte dazu, dass Tausende von Menschen den Exodus auf sich nahmen, um am Fuße des Himmels der Gabrieliten in Nürnberg zu siedeln. So viele Menschen kamen, dass sie lang nicht mehr mit dem Nötigsten versorgt werden konnten. Das veranlasste Äbtissin Susat, die Vorsteherin des gabrielitischen Himmels, strenge Gesetze zu erlassen, die das Betreten und das Siedeln in der Stadt der Gabrielsengel nur noch einer sehr kleinen und ausgewählten Menschengruppe gestattet, allen anderen aber bei drakonischen Strafen verbietet. Hart setzen die Templer das Gesetz durch und gerade diese Härte gegenüber den Menschen, gegenüber allen Feinden, vor allen Dingen aber gegen sich selbst, die ist es, was einen Engel der Gabrieliten ausmacht.

Und so ist auch die Ausbildung dieser Engel gekennzeichnet von einer unglaublichen Härte, die es den Engeln erlauben soll, später, wenn sie im Auftrag des Herrn und der Kirche ihren Dienst tun, hart genug zu sein, um mit allen Gefahren, die auf sie warten, fertig zu werden.
Die Ausbildung der Engel ist daher auch ein Teil des vorliegenden Buches, dem sehr viel Aufmerksamkeit geschenkt wird. Sei es die wirklich harte Flugausbildung, die täglichen Exerzitien mit der Waffe oder aber die sehr detaillierte Darstellung der Zeichnungen, die den Körper der Todesengel verzieren, all dies wird mit viel Liebe zum Detail geschildert und die Kenntnis dieses Teils erlaubt es Spielerinnen, den Hintergrund ihrer Gabrieliten genauer auszuarbeiten.

Natürlich darf auch in dem zweiten der Engelsordensbücher die Darstellung des Himmels der Gabrieliten nicht fehlen: Genau wie im Michaelitenbuch liegt auch hier eine 30*60 Risszeichnung bei, die den Himmel zu Nürnberg maßstabsgetreu darstellt. Der dazugehörige Teil des Buches beschäftigt sich mit den verschiedenen Teilen des Himmels, ihren Zwecken und ihren Bewohnern.

Und natürlich wird auch Nürnberg und das gabrielitische Umland – meistenteilens das ehemalige Deutschland, bzw. alles, was die Sintflut davon übriggelassen hat – von der Eifel bis zu den Alpen dargestellt.

Gabrieliti extra finis – dieser Teil des Buches beschäftigt sich mit Projekten der gabrielitischen Kirche außerhalb ihres eigenen Landes. Sei es der Bau einer gewaltigen Brücke hinüber auf den afrikanischen Kontinent oder der Krieg gegen Budapest.

Das Dramatis personae-Kapitel widmet sich sehr ausführlich den Personen, die für die Geschicke des Gabrielsordens entscheidend sind. Da wäre zum einen die gestrenge Äbtissin Susat, zum anderen die eher sanftmütige Priorin Magdalen von Weimar. Der Kustos der Gabrielis-Templer und der berüchtigte Ansbacher sind weitere Meisterpersonen, die hier ausführlich beschrieben werden, so, dass es der Spielleiterin leicht fallen sollte, sie darzustellen, sollten sie den Engeln einst begegnen.

Im Teil Der Zorn des Herrn begegnen der Leserin eine handvoll gabrielitischer Beispielcharaktere, die meist recht ausgefallene Gabrieliten darstellen, gleich schon fertig mit Grundeigenschaften für das Arkana-System oder mit Werten für das D20 Open-license-system. (Engel kann mit beiden dieser Systeme gespielt werden, während das extra für Engel entwickelte Arkana-System ein Erzählrollenspiel unterstützt, bei dem Entscheidungen in Situationen mit Hilfe von sog. Arkana-Karten getroffen werden, ist das D20 Open-license-system an D&D angelehnt und verwendet Eigenschafts- und Talentwerte und eben Würfel.)
Sehr schön sind an diesem Teil auch die ganzseitigen Engelillustrationen, zu jedem Beispielcharakter eine.

Fazit: Ein durchaus kaufenswertes Buch für Engelspielerinnen und -spielleiterinnen, das seinen Preis - verglichen mit anderen Rollenspielprodukten - durchaus wert ist. Es liest sich sehr spannend und die Illustrationen sind recht gut auf die Stimmung dieser Spielwelt abgestimmt. Lediglich Spielerinnen sollten das Buch vor dem Lesen ihrer Spielleiterin geben, damit diese wichtige Stellen als 'out of bounds' markiert und die Spielerinnen so davor schützt, wichtige Engelgeheimnisse zu enthüllen.




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