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Dorktower 3 - Im Herzen der Dummheit
Von Sebastian Hirsch

Rezension erschienen: 27.01.2004, Serie: Rollenspiel, Autor(en): John Kovalic, Verlag: Feder und Schwert, Seiten: 144, Erschienen: 2003, Preis: 15,35


Seit Jahren begeistert John Kovalic nun schon die internationale Rollenspielszene mit seinen Dork Tower-Comicstrips. Hierzulande hat es sich Feder&Schwert zu Aufgabe gemacht, diese nun auch auf deutsch herauszubringen. Mit "Im Herzen der Dummheit" ist inzwischen der dritte Dork Tower-Sammelband erschienen.

Es dreht sich wie immer (fast) alles um die vier liebenswerten Chaoten Matt, Ken, Igor und Carson, die nicht ohne Grund als die Personifizierung aller Klischees über Rollenspieler und Fanboys erscheinen. Die vier sind leidenschaftliche Rollenspieler, Science Fiction Fans und lieben Videospiele. Kovalic zeigt uns, wie seine Helden mit Alltagssituationen umgehen, lässt uns als stille Beobachter an ihren Rollenspielrunden teilhaben und gewährt uns Einblicke in ihr (meist nicht vorhandenes) Liebesleben. Das alles ist mit soviel Liebe zum Detail, Humor und Treffsicherheit gezeichnet und geschrieben, dass man aus dem Lachen kaum noch herauskommt. Ein großer Teil der Faszination der Comicstrips entspringt aus dem Wiedererkennenungswert. Es wird wohl kaum jemanden geben, der sich nicht ein wenig auf die eine oder andere Weise in den Darstellern der kleinen Geschichten wiedererkennt oder der nicht schon mal ähnliche Situationen selbst oder im Freundeskreis erlebt hat. Ein gewisses Maß an Selbstreflexion und die Fähigkeit, auch mal über sich selbst lachen zu können, sind natürlich Voraussetzung.
Übrigens veröffentlicht John Kovalic unter www.dorktower.com regelmäßig neue Comicstrips. Wer sich also erstmal einen Eindruck über seine Arbeiten verschaffen will, ist dort genau richtig.

"Im Herzen der Dummheit" umfasst neben den erwähnten Cartoons auch einige andere geniale und einfallsreiche Gimmicks, wie zum Beispiel das "Clanbuch: Schnuckel" (in Anlehnung an White Wolfs Vampire: The Masquerade) und das Penumbra Abenteuerspielmodul "Schafe an der Schwelle oder Wie ich lernte, mir keine Sorgen mehr zu machen und die Orks zu lieben". Dabei handelt es sich natürlich um Satire in Reinkultur.

Besonders hervorzuheben ist die sehr gelungene Übersetzung von Oliver Hoffmann. Er hat ganze Arbeit geleistet und viele Anspielungen, die ursprünglich auf die nordamerikanische Rollenspielszene abzielten, gekonnt auf die deutsche Szene übertragen.

Die Aufmachung und Qualität des Softcover-Bandes ist sehr gut. Im Gegensatz zu vielen anderen in Deutschland herausgegebenen Comic-Bänden mit Klebebindung fallen einem hier selbst nach mehrmaligen Lesen die Seiten nicht entgegen.

Als Fazit bleibt eigentlich nur zu sagen: Kaufen, Lesen, Lachen.




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