Willkommen Gast - LORP.de v2.45.00
LORP.de  
Seite drucken Seite empfehlen Leserbrief schreiben Translate into English with Google
 

Startseite » Rezensionen » Rollenspiel » Das Schwarze Auge » Mit wehenden Bannern (PDF)

Mit wehenden Bannern (PDF)
Von Konrad Schwenke

Rezension erschienen: 19.06.2013, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Michael Masberg, Niko Hoch, David Lukaßen, Michael Masberg, Uwe Mechenbier, Katja Reinwald, Daniel Simon Richter, Philipp Seeger, Jürgen Suberg, Verlag: Ulisses Spiele, Seiten: 206, Erschienen: 2012, Preis: 30,00 EUR


Der Abenteuerband Mit wehenden Bannern beschreibt den Abschluss der Geschichte der Wildermark in Aventurien. Der Landstrich entstand nach dem Jahr des Feuers und sollte einen Hintergrund bieten für das Spielen in einer Region ohne zentrale staatliche Autorität, die aber auch nicht einfach menschenleer ist wie der hohe Norden. Stattdessen ist es eine Region, in der verschiedene verfeindete Gruppen um die Macht kämpfen, ohne dass dies zu permanent bemerkbarem Krieg oder dämonischen Schrecken führt.
Im Abenteuerband Von eigenen Gnaden konnte eine Gruppe von Helden einen kleinen Teil der Wildermark befrieden und im Ort Zweimühlen selbst zu Kriegsherren aufsteigen.
Das vorliegende Abenteuer ist die Fortsetzung dieser Ereignisse und soll die Geschichte der Wildermark in Aventurien abschließen.
Es geht von grundsätzlich guten Helden aus, die für Recht und Frieden und die Einigkeit des Reiches eintreten. Falls dies nicht genug Motivation ist, könnte es schwierig sein, die Heldengruppe dazu zu bewegen, sich überhaupt in der Wildermark zu engagieren. Idealerweise handelt es sich dabei um die Gruppe, die bereits Von eigenen Gnaden gespielt hat. Dies ist aber keine notwendige Voraussetzung.

Das Abenteuer beginnt mit der Ankunft einer neuen und mächtigen Konfliktpartei, deren Macht die Helden als erste zu spüren bekommen, und wird mit einer großen Schlacht enden, in der sich entscheidet, wer die Kontrolle über die ganze Wildermark erlangen kann. Dazwischen liegt eine Zeit, in der es gilt, Kräfte zu sammeln, Informationen zu beschaffen, Feinde zu sabotieren und Bündnisse zu schließen. Der Abenteuerband deckt grob den Zeitraum eines halben aventurischen Jahres ab. Die Spieler haben alle Freiheiten, in diesem Zeitraum zu machen, was sie wollen und was sie als ihre Ziele sehen. Der Band enthält Informationen über Akteure und Orte in der Wildermark. Den Großteil macht aber eine Reihe von Szenarien aus, die chronologisch angeordnet sind, so dass es so etwas wie eine Plotlinie gibt, der man folgen kann.Mit wehenden Bannern kann man deshalb fast wie ein klassisches Abenteuer spielen. Die Szenarien bieten neben Kämpfen auch viele Entdeckungs- und Verhandlungselemente. Stellenweise kommen sie aber sehr bieder und märchenhaft daher. Dazu gibt es auch einige Rätselelemente und sehr offene Szenarien, bei denen neben einem Ort und handelnden Personen nicht viel mehr feststeht. Da die Personen meistens Adlige sind, fällt der Metaplot der Spielwelt dem Thema entsprechend eng aus, wurde aber sehr gut umgesetzt.

Wenn man will, kann man hier den Spielern die Gelegenheit geben, selber als Kriegsherren aufzutreten und sich um die Führung eines eigenen Heerhaufens zu kümmern: angefangen vom Anwerben von Truppen, über deren Versorgung bis hin zum Befehligen im Kampf. Da die Kriegsführung ein wichtiges Thema ist, gibt es dazu einen umfangreichen Anhang mit neuen Regeln, um Scharmützel zwischen größeren Gruppen von Bewaffneten abzuhandeln.
Und auf der Webseite des Verlages gibt es inzwischen auch die Spielhilfe Nachhut zum Download, die acht weitere Seiten zum Waffenvolk und dem Aufstellen von Heerhaufen enthält.

Fazit: Wer noch einmal seiner Heldengruppe das Gefühl geben will, als Anführer eines Ritter- oder Söldnerheeres zu agieren, der erhält mit diesem Band auf absehbare Zeit die beste Gelegenheit. Mit wehenden Bannern bietet außerdem klassische Rollenspielkost in Form einer Kampagne, die dem Spielleiter und der Heldengruppe viele Freiheiten lässt.




LORP.de Copyright © 1999 - 2019 Stefan Sauerbier, Alle Rechte vorbehalten.