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Das Schwert - Buch Vier: Luft
Von Philipp Kiefner

Rezension erschienen: 09.12.2012, Serie: Comics, Autor(en): Joshua & Jonathan Luna, Verlag: Cross Cult Verlag, Seiten: 160, Erschienen: 2012, Preis: 22,00 Euro


Mit dem vierten Band "Luft" endet die Comic-Reihe "Das Schwert" der Brüder Joshua und Joanthan Luna. Um es vorweg zunehmen, es ist ein furioses Finale, was vor allem an den überraschenden Wendungen in dem scheinbar hinreichend bekannten Plot liegt. Doch beginnen wir von vorne. Dara Brighton tritt nach dem harten, aber siegreichen Kampf über Knossos nun zusammen mit ihren Freunden Justin und Julie dem letzten Gotteskind Malia, der Herrscherin über das Element Luft entgegen. Malia nutzt jedoch, im Gegensatz zu ihren von Testosteron gesteuerten Brüdern, ihren Verstand und manipuliert geschickt die Medien für ihre Zwecke. Dara, mit ihrer Rache plötzlich in den kritischen Fokus der Öffentlichkeit gezerrt, muss erkennen, dass Worte stärker scheinen als ihr Schwert. Dies bleibt auch nicht ohne Folge für die Freundesgruppe, bei der die Erschöpfung und die Medienhetze zu Auflösungserscheinungen führen. Doch letztlich kann man sich sowohl auf Daras unstillbaren Wunsch auf Rache als auch auf die überhebliche Grausamkeit Malias verlassen, so dass, als sich beide gegenseitig die Maske der Friedfertigkeit herunter reißen, es zu einem Kampf auf Leben und Tod kommt.

Soweit also wenig Spektakuläres im vierten Teil, doch zahlreiche Rückblenden ergeben ein neues, überraschendes Bild der Vergangenheit, aber auch der Motive der Protagonisten.
Wir erfahren, wie es zu Daras Unfall kam und erleben sie nachdenklich, als sie merkt, wie alleine sie eigentlich auf ihrem Rachefeldzug ist. Auch Justin und Julie erhalten endlich mehr Platz und zeigen, dass sie mehr sind als bloße Mitläufer. Nun sieht man Demetrios aber auch Malia in einem neuen Licht, erkennt ihre Menschlichkeit und ihre Schwäche hinter der Fassade ihrer übermenschlichen Kräfte. Selbst das Schwert birgt Überraschungen und vieles zeigt im Schatten der dramatischen, sich überschlagenden Ereignisse das wahre Gesicht. Gelungen, überraschend und auch ein wenig tragisch präsentiert sich das Finale dort, wo alles begann und endlich schließt sich der Kreis der Geschichte.

Es ist also Zeit Resumé zu ziehen. Die vierbändige Comic-Reihe "Das Schwert" ist eine actiongeladene, manchmal reichlich blutige Reise durch die Niederungen des menschlichen Geistes. Sie zeigt, wie absolute Macht auch absolut korrumpiert und welche Energien der Wunsch nach Vergeltung freisetzt, aber auch den Preis, der für sie bezahlt werden muss. Es ist ein selten gesehener Mix aus Superheldenkräften und Realismus, aus langsam sich aufbauender Charaktererzählung und gnadenlosen, schnellen Kampfszenen. Im vierten Band kondensieren diese Elemente zu einem Konzentrat der bisherigen Handlung und ergibt retrospektiv mit den anderen Teilen ein stimmiges Gesamtkonzept der Geschichte.

Graphisch wird die Story von den Gebrüder Luna mit einem subtilen Spiel von Licht und Farbe umrahmt. Der schnörkellos, klare Zeichenstil schafft trotzt seiner Detailarmut plastische und emotional authentische Charakterdarstellungen. Die einzelnen Bilder sind deutlich voneinander abgegrenzt und zeigen sich von kleinteilig bis hin zu seitenfüllend, wobei Größe und Form einem fortwährenden Wandel unterliegen.

Das Titelbild des letzten Bandes mit einer herrisch, beinahe beschwörend gestikulierenden Malia und einer demütig niederblickenden Dara passt gut in die Reihe und nun ergeben auch die Buchrücken der 4 Bände eine schmucke und repräsentative Abbildung der Protagonistin mit ihrem Schwert.

Fazit
Abschließend kann man die Comic-Reihe "Das Schwert" nur empfehlen, zumindest all jenen, die Gefallen an einer tiefgründigen, teils nachdenklichen Geschichte finden. Der Zeichenstil wird nicht jedermanns Sache sein, doch handwerklich gibt es hier nichts zu kritisieren. Das Herzstück der Reihe stellen aber eindeutig die Dialoge und die Charakterentwicklung dar. Hier ist es den Autoren gelungen, trotz aller Superkräfte, authentische sowie auch in ihrer Motivlage nachvollziehbare Figuren zu erschaffen, denen Zweifel und Schwächen nicht fremd sind. Noch ein letztes Wort zum Preis. Mit 22 Euro pro Band sind die vier Teile ein nicht ganz billiges Vergnügen. Kompensiert wird dies allerdings durch die hochwertige Hardcoverausgabe und den knapp 150 Seiten pro Band.




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