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Firenze
Von Markolf Hoffmann

Rezension erschienen: 18.04.2011, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Andreas Steding, Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: , Erschienen: 2010, Preis: 34,95 €


Im Florenz der Renaissance-Ära wird gebaut, was das Zeug hält. Einflussreiche Familien zeigen ihre Macht und ihren Reichtum, indem sie prunkvolle Geschlechtertürme errichten lassen, und die Baumeister der Stadt verdienen sich ein goldenes Näschen dabei.

In dem Brettspiel Firenze schlüpfen die zwei bis vier Spieler in die Rollen eben jener Baumeister. Sie versuchen einen der vielen Bauaufträge an Land zu ziehen und sich dabei gegenseitig zu übertrumpfen. Dazu schichten sie auf ihrem Bauplatz Türme aus farbigen Steinchen auf, um die vom Auftraggeber vorgegebene Höhe zu erreichen - von niedrigen Türmen aus drei oder vier Steinen bis zu stolzen Pagoden von sieben oder acht Steinen. Tückisch: Jeder angefangene Turm muss in jeder Runde um mindestens einen Stein aufgestockt werden - sonst muss er abgerissen werden. Um an neue Steine zu gelangen, werden auf einer Kartenleiste Karten erworben, die zuvor aus einem Nachziehbeutel mit zufälligen Bausteinen bepackt wurden. Diese Karten wiederum eröffnen interessante Zusatzoptionen; so hilft der Architekt beim Errichten der Türme, der Alchemist beim Umwandeln von Steinen, oder ein Saboteur verhindert den Weiterbau eines Turms der Konkurrenz. Hinzu kommen ein paar Spezialgebäude, die den eigenen Bauvorrat aufstocken oder das Kartenlimit erhöhen. Die einzelnen Spielelemente sind dabei sehr gut aufeinander abgestimmt. So unterscheiden sich etwa die Baukosten, je nachdem wie viele Steine man in einer Runde verbauen will. Ist ein Stein noch umsonst, muss man bei drei oder vier Steinen Kosten abführen - in Form von Bausteinen aus dem Vorrat. Das macht den Bau mehrerer Türme immer schwieriger. Auch die Karten werden in Form von Bausteinen "bezahlt", wobei die Steine auf die jeweils benachbarte Karte gelegt werden müssen. Diese wird dadurch für andere Spieler lukrativer, so dass selbst solche Karten mit negativen Auswirkungen irgendwann ins Spiel kommen.

Hat man einen Turm in der passenden Höhe errichtet, bekommt man Prestigepunkte gutgeschrieben, die ein Setzstein auf einer Umlaufleiste markiert. Zudem deckt er den entsprechenden Auftrag auf dem Spielfeld ab. Dort sind alle möglichen Aufträge symbolisch durch sechs verschiedenfarbige Türme dargestellt. Einige Etagen werden allerdings zu Spielbeginn durch weiße Schriftrollen gesperrt, andere geben durch aufgelegte Balkone Zusatzpunkte. In jeder Partie können diese Sperrungen und Aufwertungen voneinander abweichen, um Firenze abwechslungsreich zu halten.

Das Spiel selbst ist wunderschön gestaltet, das Spielbrett eine Augenweide. Die Kartenillustrationen verströmen Atmosphäre, und die schichtbaren Bausteine aus Holz bieten eine exzellente Haptik. Das ausgeklügelte Spielsystem bietet eine gute Mischung aus Glück und Taktik, ohne dass die Spielzüge zu lang werden. Allerdings sollte man Firenze eher zu dritt oder viert spielen; in der Zwei-Spieler-Variante passiert es doch recht schnell, dass sich ein Baumeister recht schnell und deutlich von seinem Konkurrenten absetzt.

Fazit: Firenze ist ein originelles und sehr durchdachtes Bauspiel, das sein Thema optisch zauberhaft umsetzt und auch nach mehreren Partien abwechslungsreich bleibt.




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