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Die Legende der Scharlachroten Wolken 1: Die Stadt, die zum Himmel spricht
Von Markolf Hoffmann

Rezension erschienen: 15.09.2010, Serie: Comics, Autor(en): Saverio Tenuta, Verlag: Splitter Verlag GmbH & Co. KG, Seiten: 48, Erschienen: 2010, Preis: 13,80 €


Ein sehr grimmiges, durchaus blutiges Comic legt der französische Autor Saverio Tenuta mit dem ersten Teil seiner Reihe Die Legende der scharlachroten Wolken vor. Erzählt wird die Geschichte des Ronins Raido, der durch die Intrige der Shogunai Fujiwara Ryin seinen rechten Arm und sein Auge verlor. Als halb wahnsinniger, fanatischer Krieger zieht er durch die Schneelandschaft, schleppt in einem Korb einen blutigen Wolfsschädel mit sich, rettet ein Mädchen vor dem sicheren Tod und kämpft mit seiner einen Hand, aber zwei Klingen, tödlicher als jeder seiner Feinde. Eine mysteriöse Rächergestalt, fremd und furchteinflößend wie die scharlachroten Wolken, die ihn begleiten.

Tentas Handlung ist kryptisch und düster, seine Bilder symbolbehaftet und detailliert. Schon der Einstieg in Form eines japanischen Puppentheaters hebt Die Stadt, die zum Himmel spricht (so der Titel des Eingangsbands) aus der Masse ähnlicher Samuraicomics hervor. Das Farbspiel aus weißen, grauen, schwarzen und roten Tönen ist bizarr und wunderschön, jeder Blutstropfen ein Gemälde, jede Träne ein funkelndes Juwel. Und von beiden gibt es jede Menge, gedämpft allein vom allgegenwärtigen Schnee, der die ländlichen, japanischen Kulissen ebenso umhüllt wie die noch sehr im Verborgen gehaltene Hintergrundgeschichte.

Fazit: Die Stadt, die zum Himmel spricht ist ein bildgewaltiger, beeindruckender, aber auch brutaler Einstieg in eine sehr vielversprechende Comicreihe, die sich von anderen deutlich abhebt und mit künstlerischem Anspruch und einer enormen Düsternis seine Leser mitreißt, aber auch verstört. Man darf auf die folgenden Bände sehr gespannt sein.




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